Unterricht auf dem Bauernhof: Spenden für Bildung

07.01.2014

Bildautor: SLB

Im Projekt „Bauern für einen Tag“ haben sich bereits zahlreiche Schulklassen und Kindergartengruppen intensiv mit Landwirtschaft auseinandergesetzt. Im Bild die Preisträgerklasse des Jahres 2012 von der Grundschule Dahlen.

Das Verhältnis von Gesellschaft und Landwirtschaft ist seit vielen Jahren durch eine zunehmende Entfremdung geprägt. Während die landwirtschaftliche Produktion sowohl im Ackerbau als auch in der Tierhaltung von einer hohen Innovationsrate und einem rasanten technologischen und strukturellen Wandel gekennzeichnet ist, scheint das öffentliche Bild der Landwirtschaft in den 1970er Jahren stehengeblieben zu sein.

Aus diesem Blickwinkel heraus werden einfache Analogieschlüsse gezogen. Große Strukturen, besonders in der Tierhaltung, werden bezüglich der ­Aspekte Tierschutz, Tiergesundheit und Tierwohl grundsätzlich schlechter bewertet als kleine Bestände. Der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln wird per se negativ bewertet, ohne deren hohe Bedeutung für die Sicherung der Ernte oder die seit Jahren sinkenden Wirkstoffmengen wahrzunehmen. Dies entspricht der landläufigen Meinung, dass nur vermeintlich naturnahe, antiquierte  Produktionsweisen nachhaltig und zur Sicherstellung einer globalen Versorgung mit Nahrungsmitteln geeignet sind. Beredte Beispiele dieses Blickwinkels sind Aktionen wie „Massentierhaltung-Sachsen“ der sächsischen Bündnis-Grünen, die Entprivilegierung der gewerblichen Tierhaltung im Baurecht, die Diskussion um den Antibiotikaeinsatz, das Verbot der Neonikotinoide, die Forderungen nach Begrenzung des Glyphosateinsatzes, die rein emotional geführte Debatte zum Einsatz der Grünen Gentechnik, oder die zum Glück gescheiterten Versuche auf europäischer Ebene, Degression und Kappung einzuführen.

Die aufgeführten Beispiele zeigen überdeutlich, dass alles daran gesetzt werden muss, in der Öffentlichkeit den Nutzen und die Vorzüge einer modernen, bäuerlichen und unternehmerischen Landwirtschaft zu vermitteln. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre mit den Projekten „Tag des offenen Hofes“, „LernErlebnis Bauernhof“ und „Bauer für einen Tag“ hat der SLB erkennen können, welche hohe Bedeutung es hat, ­ gerade jungen Menschen ein ­ realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln. Schulbücher und theoretische Unter­weisungen haben sich als nur begrenzt wirksam erwiesen, da diese oftmals ein veraltetes Bild der Landwirtschaft vermitteln und zudem eine positive emotionale Aufladung gar nicht erlauben. Aus all diesen Erfahrungen erscheint die Hoferkundung durch Kindergärten und Schulklassen in Verbindung mit praktischen Unterrichtseinheiten auf landwirtschaftlichen Betrieben das Mittel der Wahl zu sein. Kindern und Jugendlichen können so nicht nur der Ursprung unserer Lebensmittel nahe gebracht, ein Einblick in das Berufsfeld gegeben und ökologische Zusammenhänge veranschaulicht werden, sondern auch ein Stück weit Lebenswelt, wirtschaftliches Handeln, Heimatverbundenheit und Kompetenzentwicklung durch aktive Mitarbeit.

Ungelöst ist aber in vielen Fällen die Finanzierung der Fahrt der Kinder und Jugendlichen zu den Bauernhöfen und der notwendigen Verpflegung vor Ort. Um dieses oftmals entscheidende Hindernis aus dem Weg zu räumen, hat der SLB 2010 sein Projekt „Bauer für einen Tag“ gestartet. So konnte in den letzten vier Jahren annähernd 6 000 Grundschülern ein Bauernhofbesuch ermöglicht werden.

Zunehmend übersteigt die Nachfrage nach solchen Besuchen aufgrund finanzieller Restriktionen das zuletzt auf 50 Klassen begrenzte Angebot. Um zukünftig jeder Kindergartengruppe und jeder Schulklasse einen Hofbesuch zu ermöglichen, hat der SLB eine entsprechende Spendenaktion über die Bildungsgesellschaft des SLB gestartet. Als gemeinnütziger Verein stellt die SLB Bildungsgesellschaft jedem Spender eine steuerlich wirksame Spendenquittung aus.

Interessierte Betriebe, Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen können unter dem Stichwort „Bildung in landwirtschaftlichen Betrieben“ auf das Konto IBAN: DE75 8509 0000 4897 6610 00; BIC: GENODEF1DRS eine Spende zur Förderung des Unterrichts auf dem Bauernhof leisten. Die Spendengelder werden zuvorderst für die Hofbesuche von Kindergartengruppen und Schulklassen verwendet. Sollten eingehende Spendenmittel über den jeweiligen Bedarf hinausgehen, werden diese Gelder für ähnliche Projekte im Bereich der Bildung in landwirtschaftlichen Betrieben verwendet.
Über die Verwendung der Spendengelder wird ein Beirat entscheiden. Dieser wird aus Vertretern des Haupt- und Ehrenamtes des SLB sowie Mitgliedern der Fachausschüsse Bildung und Öffentlichkeitsarbeit gebildet. Der Beirat wird zudem periodisch über die Spender, das Mittelaufkommen und deren Verwendung informieren.

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