Über der Norm

28.10.2014

© Karsten Bär

Ausgezeichnet: Geschäftsführer Werner Pietsch nimmt vor dem Sauenwartestall des Unternehmens die Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme am Landeswettbewerb von Matthias Itzerot entgegen.

gibt es nichts zu verbergen: Auch wenn das Betreten des Sauenwartestalls der Agrarprodukte GmbH BudissaNiederkaina aus Hygienegründen nicht ohne Weiteres möglich ist – ein Blick hinein ist jedem gestattet. Durch große Fenster in den Seitenwänden des Stalls sind die Tiere gut zu beobachten. Wer will, kann sich so selbst davon überzeugen, dass die Haltungsbedingungen optimal sind.


Das bestätigt dem Betrieb in der Nähe von Bautzen seit Kurzem auch eine Urkunde, die Matthias Itzerot vom Genossenschaftsverband e. V. an Geschäftsführer Werner Pietsch überreichte. Damit wurde der Betrieb für die erfolgreiche Teilnahme am Landeswettbewerb „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2013/14“, den der Genossenschaftsverband im Auftrag des Freistaates Sachsen durchführt, ausgezeichnet. „Tue Gutes und rede darüber“, sagte Itzerot während der Übergabe. „Mit Ihrer erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb haben Sie gezeigt, dass die Landwirte in Sachsen um gute Bedingungen in der Tierhaltung bemüht sind und nicht nur das tun, was das Gesetz vorschreibt, sondern auch vieles, das darüber hinausgeht.“

 

Auf lange Sicht mehr Ertrag

Und in der Tat erfüllt insbesondere der neue Sauenwartestall der Agrarprodukte GmbH BudissaNiederkaina Normen, die über den gesetzlichen Tierschutzanforderungen liegen. Vor zwei Jahren gebaut, hat man von Beginn an großes Augenmerk auf das Tierwohl gelegt. „Das kostet natürlich erst einmal mehr“, sagte während der Auszeichnung Hans KnudtKrag, dessen Unternehmen Danbauer die Anlage konzipiert und gebaut hat. „Aber längerfristig führt es auch zu einem höheren Ertrag.“


Für den Bau wurde eine bestehende Altanlage komplett entkernt und zu einem modernen Stall mit 368 Tierplätzen umgebaut, der sich nicht nur einfacher bewirtschaften lässt, sondern auch dem Tierwohl Rechnung trägt. So sorgt eine durchgängig auf 2,60 Meter erhöhte Decke für ein größeres Luftvolumen, Deckenventile mit differenzierten Öffnungen und  geregelte, teils phasengesteuerte Abluftkamine ermöglichen ein präzises Be- und Entlüften. Gefüttert wird mittels Volumendosierer. Dies ermögliche bei einem Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1 : 1 auch eine präzise gruppenspezifische Fütterung der Sauen ab dem 80. Trächtigkeitstag, wie Anlagenleiter André Pietsch erklärt. Das zum Einsatz kommende Trockenfutter besteht zu 70 % aus Getreide, das innerhalb des Budissa-Unternehmensverbundes produziert wurde.


Über den gesetzlichen Normen liegt das Platzangebot, das den Sauen in den einzelnen Abteilen zur Verfügung steht: Statt der geforderten 2,25 m2 sind es 2,48 m2. Den Tieren stehen Selbstschutzkastenstände zur Verfügung, die sich nach dem Betreten automatisch hinter der Sau verriegeln. Das ermöglicht es den Tieren, sich ungestört aus der Gruppe zurückzuziehen. „Das Tier kann individuell entscheiden, ob es in der Gruppe bleibt, oder lieber seine Ruhe haben will“, sagt André Pietsch. Denn die aus Tierschutzgründen geforderte verbindliche Gruppenhaltung bedeute für die Tiere mitunter auch Stress. Dies kann mit den selbstverriegelnden Kastenständen vermieden werden.

 

Flatdecks sind als nächstes dran

Die Agrarprodukte GmbH BudissaNiederkaina erzeugt in ihrer Sauen- und Ferkelaufzuchtanlage mit dänischer Genetik Zucht- und Mastläufer. Die rund 550 Yorkshiresauen werden mit Landrasseebern gekreuzt. Die männlichen Läufer werden von der Agrargenossenschaft Bauda zur weiteren Mast abgenommen. Die Jungsauen gehen ab einem Gewicht von rund 30 kg in die Jungsauenaufzuchtanlage der Budissa-Agrar-GmbH Kubschütz in Pommritz.


In gute Haltungsbedingungen will das Unternehmen auch weiterhin investieren. Geplant ist die Modernisierung der Flatdecks, in denen die abgesetzten Ferkel aufgezogen werden. Hierfür wird derzeit ein Konzept erarbeitet.

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