Trockenheit hinterlässt Spuren

26.06.2018

© Sabine Rübensaat

In vielen Teilen Sachsens hat die Trockenheit deutliche Spuren in den landwirtschaftlichen Kulturen hinterlassen. Vor allem Landwirte, die auf den leichten Standorten in den nördlichen Landesteilen sowie in Ostsachsen nördlich der A4 wirtschaften, müssten mit schmerzhaften Ertragseinbußen bei den Getreidekulturen rechnen, so die Einschätzung des Referatsleiters Pflanzenbau des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB), Andreas Jahnel. Man rechne mit Ausfällen zwischen  30 und 50 %. Punktuell können die Ausfälle auch noch größer sein.


Insbesondere bei der Wintergerste, für die die Niederschläge nach der langen und heißen Trockenperiode im Mai und zu Beginn des Monats Juni zu spät kamen, könne man nur dürftige Erträge erwarten, so Andreas Jahnel. Erste Betriebe in Nordsachsen haben bereits vergangene Woche mit dem Drusch der notreifen Wintergerste begonnen – selbst für die Frühdruschgebiete ist dies ein ungewöhnlich zeitiger Start. In jedem Fall wird das durchschnittliche sächsische Ertragsergebnis der Wintergerste wegen der zu erwartenden Einbußen auf den leichten Standorten unter den üblichen Werten liegen. Sehr zu schaffen gemacht habe die Trockenheit auch dem Sommergetreide. Etwas Hoffnung gibt es noch beim Weizen. Hier könnten eventuell in den mittleren Lagen noch durchschnittliche Erträge vom Feld geholt werden. Beim Mais, der aktuell in der Regel noch ein unproblematisches Bild abgibt, kann die weitere Entwicklung  noch nicht abgeschätzt werden.


Einbußen sind Jahnel zufolge auch auf dem Grünland zu verzeichnen. Teilweise habe sich die Dürre hier „verheerend“ ausgewirkt. Regional sei der erste Schnitt schlecht, der zweite Schnitt so gut wie ganz ausgefallen.


Demgegenüber haben Teile des Vogtlandes unter schweren Niederschlägen gelitten. „Dort hat es geschüttet und geschüttet“, so der SLB-Pflanzenbauexperte. Teilweise wurden hier vom extremen Starkregen Abspülungen auf Äckern verursacht und Überschwemmungen hervorgerufen. Angesichts der Dürresituation in weiten Teilen vieler Bundesländer haben die Präsidenten der Landesbauernverbände Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens die schnelle Auflage eines Nothilfeprogramms durch Bund und Länder gefordert, um Liquiditätsengpässe bei den betroffenen Betrieben zu vermeiden.

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