Sturmschäden in sächsischen Wäldern

01.02.2018

© Frank Jacob, Sachsenforst

Schäden im Colditzer Forst (Forstbezirk Leipzig) nach Sturm „Friederike“.

Zweieinhalb Monate nach Sturm „Herwart“ hat mit „Friederike“ erneut ein schwerer Sturm den sächsischen Wald heimgesucht. Nach ersten Schätzungen des Staatsbetriebes Sachsenforst sind durch die Orkanböen am
18. Januar fast eine Million Festmeter Holz in den Wäldern zu Fall gekommen, allein im Landeswald rechnet man mit einer Schadholzmenge von 620.000 m3, weitere 360.000 m3 seien im privaten und körperschaftlichen Wald zu Boden geworfen worden. Die Schadmenge entspricht nahezu der Hälfte des jährlichen regulären Holzeinschlags im Freistaat (2,3 Mio. m3).


Regionale Schwerpunkte der Sturmschäden sind die Forstbezirke Taura, Leipzig, Chemnitz und Dresden. Wegen der stärkeren Betroffenheit des Tief- und Hügellandes sind im Gegensatz zu „Herwart“ bei „Friederike“ hauptsächlich Kiefern betroffen. Beide Stürme zusammen erreichen in etwa das Schadausmaß des Orkans „Kyrill“, der im Januar 2007 rund 1,8 Mio. m3 Schadholz verursachte.


Staatsminister Thomas Schmidt bezeichnete die Folgen beider Stürme als „Katastrophe für die sächsische Wald- und Forstwirtschaft“. Die Aufarbeitung des Sturmholzes werde Wochen und Monate in Anspruch nehmen. Brisant ist dies, weil auch aufgrund der milden Witterung die Gefahr der Ausbreitung des Borkenkäfers besteht.  Kommunen und private Waldbesitzer werde man bei dieser Bewältigung der Aufgabe nicht allein lassen, sagte Schmidt.  Private und körperschaftliche Waldeigentümer hätten die Möglichkeit, sich zur Beseitigung von Sturmschäden durch die Revierleiter des Staatsbetriebes beraten zu lassen. Bei Bedarf könnten sie auch direkt bei der Beseitigung der Schäden unterstützt werden. Die Aufarbeitung des oft noch unter Spannung stehenden Sturmholzes sei gefährlich und sollte möglichst durch professionelle Unternehmen erfolgen. Die Bevölkerung wird aufgerufen, die Wälder möglichst nicht zu betreten, in jedem Fall aber die örtlichen Hinweise zu beachten und auch in nicht gesperrten Waldgebieten umsichtig zu sein.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr