Spitzenpreis für Nemo

21.02.2018

© Heinrich Schulte

Zwei junge Sieger: Fleckviehbulle Dorado aus dem LVG Köllitsch erhielt in Meißen die Schärpe des Champions (r.). Reservechampion wurde der Limousinbulle Käptn aus dem Stall von Elfi Wolff aus Mehderitsch.

Mit einem Höchstgebot, das es bei dieser Veranstaltung noch nicht gab, hat in diesem Jahr die Sächsische Bullenauktion aufwarten können. Bei der von der Masterrind GmbH organisierten Verkaufsveranstaltung in Meißen erzielte der Charolaisbulle Nemo aus der Zucht von Lothar Strohbach aus Bahretal einen Verkaufspreis in Höhe von stolzen 8.300 €. Das mit den Noten 8/8/8 für Typ, Bemuskelung und Skelett gekörte Tier war als Rassesieger der sieben aufgetriebenen Charolaisbullen aus dem Ring gegangen. Ersteigert wurde Nemo von einer Züchtergemeinschaft aus Hessen und Nordrhein-Westfalen.

 

45 Bullen im Ring


Insgesamt 45 Bullen der Rassen Angus, Charolais, Fleckvieh-Simmental und Limousin waren von 22 Betrieben zur 27. Sächsischen Bullenauktion vergangene Woche Mittwoch und Donnerstag im Masterrind-Vermarktungszen­trum aufgetrieben worden. Das zahlenmäßig stärkste Kontingent stellte mit 20 Bullen das Fleckvieh – und zugleich auch den Sieger der Schau. Dorado, so der Name des Champions, stammt aus dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. Der mit 9/8/7 gekörte Drakon-Sohn (Muttervater: Dixie) habe die Jury durch sein Seitenbild und seine Gesamterscheinung sowie eine Tageszunahme von über 1.800 g überzeugt, so Clemens Braschos, Fleischrind-Verantwortlicher bei Masterrind in Meißen.  Dorado sei – als einziger, der im Typ mit einer 9 benotet wurde – das beste Tier im Rassetyp gewesen.  In der Auktion reichten die Angebote für den gerade einmal zwölf Monate alte Bulle aus Köllitsch zwar nicht an das Top-Gebot heran. Er erzielte aber mit 5.500 € einen ausgezeichneten Preis. Verkauft wurde der Champion von Meißen nach Thüringen. Es fanden übrigens alle Fleckviehbullen einen Käufer. Der Durchschnittspreis lag bei 3.440 €.


Reservesieger wurde ein Limousinbulle aus dem Stall von Elfi Wolff aus Mehderitzsch (Stadt Torgau). Käptn heißt der mit 8/8/7 gekörte Rassesieger der Limousins, der – obwohl noch keine zwölf Monate alt – durch guten Rassetyp und eine hervorragende Gesamtentwicklung bei 1.622 g täglicher Zunahme überzeugte. Der Kosar-Sohn erzielte auch in der Auktion ein ansehnliches Ergebnis und wurde für 4.500 € von einem niedersächsischen Züchter erworben. Unter allen elf versteigerten Limousinbullen blieb dies das Spitzenergebnis. Im Schnitt wechselten Bullen dieser Rasse zu 2.909 € den Besitzer.


Aus dem vergleichsweise kleinen Block der Angusbullen ging mit dem Lambert-Sohn Lascar ein weiteres Tier vom Lehr- und Versuchsgut Köllitsch als Rassesieger aus dem Ring. Der gerade ein Jahr alt gewordene Bulle konnte mit enormer Entwicklung, guter Zunahmeleistung und einem Relativen Zuchtwert Fleisch (RZF) von 121 aufwarten. Ersteigert wurde er für 2.200 € von einem Zucht­betrieb aus dem Erzgebirge. ­Damit traf der Rassesieger exakt das Durchschnittsergebnis von 2.200 €, das die vier verkauften  Angusbullen erreichten.

 

Fast alle versteigert


Mit 3.929 € war der Rasseblock der Charolais bei der 27. Sächsischen Bullenauktion der teuerste. Hierbei wirkte sich natürlich das Spitzengebot von 8.300 € für den Bullen Nemo aus, das den Durchschnittspreis nach oben zog. Doch immerhin wurden auch nur zwei der sieben Bullen für weniger als 3.000 € versteigert. Dass das Interesse an Nemo (Vater: Nero) so groß war, hatte sich Clemens Braschos zufolge schon vorher abgezeichnet. Aus vielen Teilen Deutschlands und auch aus Ungarn habe es entsprechende Bekundungen gegeben. Das Interesse sei sicher auch auf die Blutführung als reinerbig hornloser Bulle zurückzuführen. Im vergangenen Jahr hatte bereits Nemos Vater Nero in Meißen den Rassesieg geholt und war auch Preissieger der Auktion geworden.


Clemens Braschos zeigte sich über Ablauf und Ergebnis der Sächsischen Bullenauktion sehr zufrieden. Mit einem durchschnittlichen Preis von 3.264 € liege man rund 250 € über dem Ergebnis des Vorjahres. Von 44 angebotenen Bullen – ein an der Prämierung teilnehmendes Tier war von vornherein nicht für die Auktion vorgesehen – konnten nur zwei nicht verkauft werden. Mit dem Kauf von zehn Bullen waren Auk­tionsbesucher aus Tschechien zu einem guten Teil für den Absatz  verantwortlich. Weiterhin kamen Käufer aus den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zum Zuge und erwarben sächsische Zuchtbullen.

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