Situation teils dramatisch

08.08.2018

© Laura Tischer, SLB

Deutlich weniger Erträge brachte nicht nur die Raps- und Getreideernte. Was bis jetzt an Futter herangewachsen ist, wird vielerorts für eine ausreichende Winterversorgung bei weitem nicht genügen.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und ihrer landwirtschaftlichen Auswirkungen tauschte sich Staatsminister Thomas Schmidt erneut mit Sachsens Bauernpräsident Wolfgang Vogel und SLB-Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann aus. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen ist die Lage für die landwirtschaftlichen Betriebe in großen Teilen Sachsens schwierig bis dramatisch. Dennoch müssen wir die Erfassung der Ernte abwarten, um die Ausfälle seriös beziffern zu können“, sagte Staatsminister Schmidt. „Wir werden schnellstmöglich der Aufforderung des Bundeslandwirtschaftsministeriums folgen und die sächsischen Zahlen melden.“

 

Insbesondere die Futternot der Tierhalter stehe im Fokus. „Sachsen wird im Bundesrat der Freigabe von ökologischen Vorrangflächen für den Anbau von Zwischenfrüchten zustimmen. Damit könnten Flächen, auf denen bisher nur eine Beweidung mit Ziegen und Schafen möglich ist, der Futterversorgung dienen“, erklärte Staatsminister Schmidt.

 

Als Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. (DBV) wies Vogel auf die weitergehende Betroffenheit in weiten Teilen Nord-, Mittel- und Ostdeutschlands hin. „Die diesjährige Dürre ist ein außergewöhnliches Naturereignis, bei dem es national um einen anteiligen Schadensausgleich für die weit über die normalen Ertragsschwankungen hinausgehenden Verluste geht. Deshalb muss die Bundesregierung umgehend ein Programm auflegen, bei dem die drohende Futternot Tiere haltender Betriebe besondere Berücksichtigung findet“, so Vogel. Neben der notwendigen Unterstützung von staatlicher Seite appellierte Präsident Vogel auch an die Solidarität der Landwirte. „Gerade in solchen teils dramatischen Situationen ist die Hilfe untereinander wichtig. Unsere digitale Futtermittelbörse kann zum Beispiel einen Beitrag zur Sicherstellung der Futterversorgung für sächsische Nutztiere leisten“, so SLB-Präsident Vogel.

 

Staatsminister Schmidt und SLB-Präsident Vogel waren sich einig, dass weiterhin ein enger Austausch von Verbands- und Verwaltungsebene wichtig ist.

 

Die Getreideernte brachte in Sachsen zwsichen 25 (Triticale) bis 40 % (Wintergerste) weniger Ertrag als im Vorjahr. Beim Winterweizen als wichtigster Kultur ging der Ertrag um durchschnittlich 35 % zurück. In einigen Betrieben betragen die Verluste bis zu 75 %. Der Mais als wichtigste Futterkultur hat sein Wachstum trockenheitsbedingt bereits eingestellt. Beim Grünland lag der Ertrag beim zweiten Schnitt zwischen 50 % und Totalausfall. Der dritte Schnitt fiel mangels Aufwuchs komplett aus. 

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