Sigbert macht das Rennen

22.02.2017

© Karsten Bär

Der Meißner Champion: Fleckviehbulle Sigbert aus dem Stall von Erwin Forche aus Hoyerswerda überzeugte die Jury.

Nach knapp anderthalb Stunden fiel der Hammer das letzte Mal: Von den 42 aufgetriebenen Tieren fanden bei der 26. Sächsischen Bullenauktion am Donnerstag vergangener Woche bis auf eins einen Käufer. Vor zahlreich erschienenem Publikum waren die ausgewählten Jungbullen sächsischer Züchter im Vermarktungszentrum der Masterrind GmbH zunächst prämiert und anschließend zur Versteigerung angeboten worden. Novum dieser Auktion: Alle aufgetriebenen Bullen waren genetisch hornlos. Neben zahlreichen sächsischen Fleischrindzüchtern und -haltern besuchten Züchter aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Thüringen die Veranstaltung. Darüber hinaus war auch wieder internationale Resonanz zu verzeichnen: Außer Züchtern aus Tschechien, die in jedem Jahr die Veranstaltung in Meißen besuchen, waren Gäste aus Ungarn und erstmals aus Lettland anwesend und kamen bei der Versteigerung auch zum Zuge. Für die mit eigenen Tiere teilnehmenden Zuchtbetriebe brachte die Auktion insgesamt solide Preise.


Mit 18 Tieren bildete das Fleckvieh das zahlenmäßig stärkste Rassekontingent. Stärke zeigten die „Fleckis“ nicht nur in quantitativer Hinsicht: Aus Sicht von Clemens Braschos überzeugte hier auch die Qualität.  „Eine solche Kollektion müssen uns andere Bundesländer erst einmal nachmachen“, so der Zuchtleiter Fleischrind bei Masterrind. So stellte die Rasse dann auch den Champion der Schau: den 14 Monate alten Bullen Sigbert aus der Zucht von Erwin Forche aus Hoyerswerda. Der Strabinos-Sohn zeichnet sich durch hohe tägliche Zunahmen von 1 855 g sowie ein harmonisches Seitenbild aus und erhielt die höchste Typnote. „Ein tadelloser Bulle“, lobt Braschos. Mit 3 084 € je Tier erreichten die Fleckviehbullen den höchsten Durchschnittspreis der Auktion. Den höchsten Steigepreis erreichte indes nicht der Champion, der in dieser Hinsicht eher hinter den Erwartungen blieb, sondern der von Swen Schulz aus Oelsnitz aufgetriebene Terence-Sohn Teo, für den 4 500 € geboten wurden.


Ein mit fünf Tieren recht kleines Kontingent stellte die Rasse Angus. Dennoch wurde hier mit dem Rassesiegerbullen Porter für Aufsehen gesorgt. Es sei schwer vorstellbar, dass es mit Blick auf den Zuchtwert und die Leistungszahlen auf irgendeiner Schau in diesem Jahr noch einmal so einen Bullen gebe, urteilt der Zuchtleiter. Aufgetrieben von Markus Göbel aus Großschweidnitz, weist der Parel-Sohn einen Relativen Zuchtwert Fleisch (RZF) von 123 auf. Für 4 000 € ging das 17 Monate alte Tier an eine Zuchtgemeinschaft aus Bayern. Im Rasseschnitt wurden 2 875 € für Angusbullen geboten. Eines der fünf Tiere blieb jedoch unversteigert.


Nach dem vorherigen Ausfall seiner zwei Konkurrenten ging der einzige Vertreter der Rasse Blonde d´Aquitaine, der von der Frauensteiner Agrozucht GmbH aufgetriebene Bulle Tabur, allein in den Ring. Der Tenno-Sohn bringe alles mit, was von der Rasse erwartet werde, so Braschos. Für 3 000 € wechselte Tabur an einen sächsischen Betrieb, der Absetzer produziert.


Mit hoher Qualität, insbesondere in Bezug auf das Skelett, präsentierten sich die acht Charolais-bullen. Zudem sei die Genetik auch für überregionale Kunden sehr interessant gewesen, wie der Masterrind-Zuchtleiter meint. Mit einem Verkaufspreis von durchschnittlich 2 989 € je Tier zahlte sich dies auch für die auftreibenden Betriebe aus. Auch den Höchstpreis der Auktion erzielte ein Charolaisbulle: Nero, der zugleich Rasse- und Reservesieger der Schau wurde. Für das 22 Monate alte Tier aus der Zucht von Lothar Strohbach wurden 5 300 € geboten. Der genetisch hornlose Sohn des französischen Besamungsbullen Natur weise, so das Urteil der Richter, eine Toppbemuskelung auf.


Eine altersmäßige sehr gemischte Kollektion bildeten die neun Limousinbullen, die zwischen zwölf und 23 Monaten alt waren. Der Titel des Rassesiegers ging an den knapp anderthalbjährigen Utz-Sohn Uncas, der aus der Zucht von Heiko Fischer aus Wiedemar stammt. „Für die Rasse Limousin ein absolut großrahmiger Bulle, mit einem schönen Typ und guter Bemuskelung“, erläutert der Zuchtleiter, warum die Wahl auf dieses Tier fiel. Ersteigert wurde Uncas von lettischen Auktionsbesuchern zum Preis von 3 000 €. Den Höchstpreis in dieser Rasse – und zugleich den zweithöchsten der gesamten Auktion – erzielte indes ein Bulle aus der Zucht von Elfi Wolff aus Torgau: der gerade einmal elf Monate alte Kosar-Sohn Krabat, für den 4 800 € geboten worden waren.

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