Sicher ist Sicher

31.07.2015

© Karsten Bär

Dr. Gerlinde Schneider

Erkrankungsfälle, die auf den Erreger Salmonella Muenchen zurückzuführen waren, traten in Sachsen 2014 gehäuft auf. Allein 21 Bewohner und Mitarbeiter eines Altenpflegeheims im Erzgebirge erkrankten im vergangenen Sommer. Untersuchungen von Lebensmittelproben wiesen auf Wurst- und Fleischprodukte als Quelle der Infektion hin – umfangreiche Ermittlungen der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) folgten in enger Abstimmung mit verschiedenen anderen Behörden und Einrichtungen, wie LUA-Präsidentin Dr. Gerlinde Schneider bei der Vorstellung  des Jahresberichts ihrer Behörde in Dresden erklärte.


Die Untersuchung zeigt aus Sicht der Präsidentin beispielhaft, wie zuverlässig das Ausbruchsgeschehen zurückverfolgbar ist: Letztlich wurde der Keim in drei sächsischen Schweinemastbetrieben, die zur Lieferkette für die positiv auf Salmonella Muenchen beprobten Wurstprodukte gehörten, nachgewiesen.  Die Feintypisierung ergab, dass die Salmonella-Muenchen-Stämme aus den Schweinehaltungen und aus den Schweinefleischprodukten mit denen identisch waren, die bei den erkrankten Menschen nachgewiesen wurden. Für die betroffenen Betriebe ist der Nachweis von Salmonellen zwar alles andere als angenehm, doch birgt diese Kenntnis auch Chancen, wie Dr. Stephan Koch verdeutlichte. „Gemeinsam mit der Tierseuchenkasse haben wir intensive Untersuchungen in den betroffenen Unternehmen durchgeführt und die Betriebe – unter deren guter Mitarbeit – quasi auf links gedreht, um das Hygienemanagement zu verbessern“, so  der Abteilungsleiter Gesundheits- und Veterinärwesen, Verbraucherschutz im sächsischen Sozialministerium. „Salmonellen wird es immer geben. Es kommt darauf an, wie wir sie in Schach halten.“


Nicht nur die funktionierende Ursachenforschung bei Ausbruch von Krankheiten bestätigt der LUA-Jahresbericht: Generell weisen die Untersuchungsergebnisse auch auf eine hohe Sicherheit von Lebensmitteln ebenso wie Futtermitteln hin. Letztere wurden 2014 von fünf Mitarbeitern in 769 per Risikoauswahl ermittelten Betrieben insgesamt 1027 Mal kontrolliert. Beanstandungen gab es vergleichsweise selten. Zehn Mal wurden Bußgelder verhängt, in der Regel wegen Über- oder Unterschreitung der Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen. Zwei Verwarnungen wurden ausgesprochen, 50 Belehrungen oder Hinweise gegeben, ebenso oft das Verfahren an andere Bundesländer abgegeben.


Bei den Lebensmittelkontrollen blieb die Quote der Beanstandungen – am häufigsten wegen fehlerhafter Kennzeichnung – im Jahr 2014 mit 12,2 % im Vergleich zu anderen Jahren konstant. Nur 44 (0,2 %) der mehr als 23 000 untersuchten  Lebensmittelproben mussten als gesundheitsgefährdend eingestuft werden, zum deutlich überwiegenden Teil wegen pathogener Keime in Fleischprodukten. Auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM) wurden 1265 Proben untersucht. „Wir werden reichlich fündig“, sagte LUA-Präsidentin Gerlinde Schneider. „Dass gesetzliche Grenzwerte überschritten werden, geschieht jedoch sehr, sehr selten.“ Dies war statistisch gesichert bei 39 Proben (3,1 %) der Fall – und dies am häufigsten bei Tee von Erzeugern aus Ländern wie China und Vietnam. Das in jüngster Zeit häufiger in die Diskussion geratene Herbizid Glyphosat spielt den Untersuchungen des LUA zufolge so gut wie kaum eine Rolle. Insgesamt seien PSM-Rückstände  aus der heimischen Landwirtschaft nicht das Problem, so Rüdiger Helling, Referatsleiter Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit im Sozialministerium.

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