Schutzstatus Wolf verringern

18.09.2018

© Sabine Rübensaat

Streng geschützt aufgrund interna­tionaler Vereinbarungen: der Wolf.

Der Vorsitzende des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes (SSZV), Schäfermeister Detlef Rohrmann, hat  sich im Namen des Verbandes und in Abstimmung mit dem Sächsischen Landesbauernverband (SLB) an Agrarminister Thomas Schmidt gewandt und ihn gebeten, sich politisch für einen geringeren Schutzstatus des Wolfes einzusetzen.   

 

Hintergrund für die Bitte ist ein Schritt der Schweiz, die bei der Berner Konvention des Europarates die Rückstufung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang III in Anhang II beantragt hat. Arten, die in Anhang II erscheinen, sind zwar nach wie vor geschützt, dürfen aber in Ausnahmefällen bejagt werden. Der Schafzuchtverband möchte erreichen, dass der Antrag auch von der Bundesrepublik unterstützt wird.

 

Bereits im Jahr 2006 hatte die Schweiz eine solche Rückstufung des Wolfes beantragt, war jedoch gescheitert. Inzwischen seien die Voraussetzungen sowohl in der Schweiz, als auch in anderen europäischen Ländern, zu denen auch Deutschland zähle, stark verändert, betont der SSZV-Vorsitzende in seinem Schreiben an den Minister. Die Wolfspopulationen hätten sich deutlich erhöht. Ein veränderter Schutzstatus für den Wolf würde zudem weiterhin die Pflicht der Staaten zu Schutz- und Interventionsmaßnahmen sowie zur Überwachung des Bestandes  beinhalten.

 

Seitens des Bundesumweltministeriums gibt es indes offenbar keine Bereitschaft, die Verringerung des Schutzes für den Wolf zu unterstützen. Bei einem Gespräch von Vertretern der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) mit dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, habe sich dieser skeptisch gezeigt, führt Rohrmann in seinem Schreiben aus. Aus Sicht des VDL entspreche der Schweizer Antrag jedoch den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages. 

 

„Um die Bundesregierung zu einem entsprechenden Verhalten im Ständigen Ausschuss (der Berner Konvention – d. Red.) zu veranlassen, wäre eine zeitnahe Resolution seitens des Bundesrates mit einer Aufforderung an die Bundesregierung, den Schweizer Antrag zu unterstützen, eine Möglichkeit“, heißt es im Brief an den Minister weiter. Man bitte daher Staatsminister Thomas Schmidt, die ihm „nahestehenden Fachministerien zu einer Bundesratsini­tiative aufzufordern“. 

 

Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Schweizer Antrag voraussichtlich in seiner jährlichen Sitzung im November beraten.  

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