Schutz für den Rotmilan

23.02.2018

© Olaf Titko, Nabu

Rotmilan im Flug: Charakteristisch sind der gegabelte Schwanz und das rostrote Gefieder.

Zwei sächsische Betriebe sind im Rahmen des nationalen Schutzprojektes „Rotmilan – Land zum Leben“ ausgezeichnet worden. In der Projektregion Ostsachsen wurde der Betrieb Łužica Milch und Rindfleisch GmbH in  Ralbitz-Rosenthal als „Rotmilanfreundlicher Betrieb“ geehrt, in der Projektregion Nordsachsen die Agrargenossenschaft Hohenroda. Auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Thüringen wurden Landwirte für ihre Bemühungen um den Schutz des bedrohten Greifvogels ausgezeichnet.


Der Rotmilan ist Deutschlands heimlicher Wappenvogel. Jeder zweite Rotmilan der Welt brütet in Deutschland. Doch der Art geht es zunehmend schlechter: Die Anzahl der brütenden Paare hat in den letzten 20 Jahren um ein Drittel abgenommen. Ziel des Projektes „Rotmilan – Land zum Leben“ ist es, mehr Lebensraum für den bedrohten Greifvogel in der Kulturlandschaft entstehen zu lassen. Um den zwischen 900 und 1.200 Rotmilanpaaren in Sachsen „unter die Flügel“ zu greifen, arbeiten hier Landwirte und die Rotmilan-Berater des Projektes vertrauensvoll zusammen. Agrarumweltmaßnahmen spielen dabei eine besonders große Rolle. Aber auch der Schutz von Nestbäumen und die Verbesserung des Lebensraums durch die Anpflanzung von Hecken zählen dazu. Viele weitere Tierarten profitieren zudem von den Maßnahmen, da sie ihnen Deckung und Nahrung bieten. Die Beratung der Landnutzer hat daher einen besonders hohen Stellenwert. Im Landkreis Bautzen, der Projektregion Ostsachen, setzt der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz dieses Anliegen um. In der Projektregion Nordsachsen, die den westlichen Teil des gleichnamigen Landkreises umfasst, ist es der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen.


„Nur durch persönlichen Kontakt und Zuverlässigkeit zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz können wir in der Fläche etwas erreichen“, beschreibt Stefan Siegel vom Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz, was die Bedingung für den Erfolg der Bemühungen um den Rotmilan ist. Dass man dabei auf das Mitwirken der Landwirte setzen kann, versichert Matej Koreng, Geschäftsführer der Łužica Milch und Rindfleisch GmbH: „Für uns gehört der Rotmilan einfach zu einer intakten Kulturlandschaft dazu. Wir freuen uns, wenn wir zu seinem Schutz beitragen können.“


Das Projekt „Rotmilan – Land zum Leben“ unterstützt die Ziele der „Naturschutzoffensive 2020“ des Bundesumweltministeriums und wurde seinerseits bereits durch die UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Seit Projektbeginn 2014 wurden in allen neun Projektregionen in Deutschland bereits 14.820 ha Nahrungsfläche für den Rotmilan verbessert. 980 Bruten wurden bisher dokumentiert und begleitet sowie 445 Maßnahmen zum Schutz der Nestbäume und Bruthabitate umgesetzt.


Bis Ende 2019 läuft das Projekt noch. Genug Zeit, noch mehr Landwirte für den Schutz des Rotmilans zu gewinnen. Rotmilan-Experte Stefan Siegel von der Vogelschutzwarte Neschwitz meint: „Der Anfang ist gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun. Die Auszeichnung ist für alle Beteiligten eine willkommene Motivation, nicht nachzulassen.“

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