Schäfer feiern Jubiläum

01.11.2016

© Filip Lachmann

Ehrung für altgediente Schäfer: Zuchtleiter Hanno Franke, die beiden ehemaligen Vorsitzenden Manfred Loose und Helmut Stichel, der amtierende Vorsitzende Detlef Rohrmann, Annett Bugner vom Agrar­ministerium und Jürgen Lüchhoff von der Vereinigung Deutscher Landschaftzuchtver­bände (v. l.).

Bevor es auf dem jüngsten Schaf- und Ziegentag fachlich in die Tiefe ging, stand der ausrichtende Landesverband zunächst selbst im Blickpunkt. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens wurde im Rahmen einer Festveranstaltung die ereignis­reiche Historie gewürdigt. Am ­30. Juli 1991 entstand aus dem Zusammenschluss der unmittelbar nach der Wiedervereinigung gegründeten drei eigenständigen Regionalverbände der Sächsische Schaf- und Ziegenzuchtverband e. V. (SSZV). Aufgrund dieser Entstehungsgeschichte beglückwünschte Annett Bugner, Leiterin des Referats Tierische Erzeugnisse im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, den Jubilar zur „Silberhochzeit“. Für die Feierlichkeiten kehrte der Verband vergangene Woche sprichwörtlich zu seinen Wurzeln zurück. So versammelten sich die gut 100 Gäste im „Groitzscher Hof“ des Klipphausener Ortsteils Groitzsch, nur wenige Kilometer vom Herzen der Gemeinde entfernt, in der der SSZV – als einer der ältesten Zuchtverbände des Freistaats – einst aus der Taufe gehoben wurde.


„In den vergangenen 25 Jahren hatte der Verband großen Anteil daran, die Zusammenarbeit des Berufsstandes auf gesamtdeutscher Ebene voranzubringen“, unterstrich Bugner in ihrem Grußwort. Zugleich honorierte sie „den wichtigen Beitrag für den Naturschutz“, den die Schäfer mit ihrer „anspruchsvollen Tätigkeit“ tagtäglich leisten. Der Berufsstand der Schäfer sei nicht nur Teil des nationalen Kulturgutes, sondern ferner auch der landwirtschaftliche Bereich, dessen Arbeit die größte Akzeptanz in der Öffentlichkeit genieße. Die bewegte Verbandsgeschichte sei geprägt gewesen von zahlreichen Höhepunkten, wie der Ausrichtung des Bundesleistungshütens 1999, aber auch von schwierigen Phasen, erinnerte die Referatsleiterin. Jede dieser Situationen hätte den Verband letztlich stärker gemacht. Abschließend bescheinigte sie der Branche aufgrund der ausgezeichneten Produktqualität gute Zukunftsaussichten und bekräftigte, dass die Staatsregierung sie auch weiterhin unterstützen werde.


Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, nutzte sein Grußwort, um auch auf bislang ungenutzte Potenziale und bevorstehende Probleme hinzuweisen: „Angesichts aller Bestrebungen rund um den Umweltschutz bin ich der Ansicht, dass hinsichtlich der Naturfaser auf politischer Ebene bisher zu wenig getan wird. Wir haben diesen wertvollen Rohstoff direkt vor der Haustür liegen, und keiner greift zu.“ Besondere Sensibilität sei zudem beim Thema Wölfe geboten. So müsse beim Naturschutz eine bessere Balance gefunden werden, sodass der Schutz der Raubtiere nicht wichtiger sei als der Schutz der Nutztiere (Lesen Sie hierzu auch den Beitrag in der BauernZeitung Heft 44/2016 auf S. 9, Südausgabe).


Einen Einblick in die aufregende Entstehungsphase des Verbandes gab Dr. Regina Walther. Die langjährige Zuchtleiterin verkörpert wie kaum ein anderer die Verbandsarbeit des vergangenen Vierteljahrhunderts. Und so erinnerte sie an die „harte Landung“ der hiesigen Betriebe nach der Wiedervereinigung, als sie mit dem akuten Preisverfall konfrontiert wurden. Auch das intensive Ringen der ursprünglichen Regionalverbände im Zuge der Zusammenschlussverhandlungen thematisierte sie. Daneben richtete Walther ihren Blick auch nach vorn. So appellierte sie, eine artgerechte Tierhaltung zu praktizieren, um den guten Stand der Branche in der Bevölkerung zu wahren. Gleichwohl sieht sie einen gut bestellten Acker, den sie mit ihren Verbandsmitstreitern – unter denen noch heute einige Gründungsmitglieder sind – der nachfolgenden Generation hinterlässt. Es sei Zeit, der Jugend die Chance zu geben, den Verband zuverlässig und stabil in die Zukunft zu führen.


In diesem Sinne hob der Verbandsvorsitzende Detlef Rohrmann die Bedeutung jedes einzelnen Mitglieds für die Verwirklichung der gemeinsamen Ziele hervor: „Wir sind alle der Verband. Nur gemeinsam können wir Veränderungen erreichen.“ Abgerundet wurde die Festveranstaltung mit der Ehrung altgedienter wie junger Schäfer sowie einstiger Verbandsmitglieder, darunter die ehemaligen Vorsitzenden Manfred Loose und Helmut Stichel.

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