Sattes Leistungsplus

30.11.2018

© Karsten Bär

Sachsens Milchkühe verbesserten 2017/18 ihre durchschnittlichen Leistungs- und Gesundheitsdaten.

Inzwischen dürften bei allen teilnehmenden Milchviehhaltern im Freistaat die ausführlichen  Jahresabschlussberichte 2017/18 des Sächsischen Landeskontrollverbandes (LKV) eingegangen sein, in denen die einzelbetrieblichen Ergebnisse der „Prüfung auf Gesundheit und Robustheit“ ­(GERO) dargelegt sind. Im Durchschnitt aller sächsischen Betriebe hält das GERO-Prüfjahr einiges an positiven Resultaten bereit. Nicht nur die Leistungen sächsischer Milchkühe haben sich erhöht, auch bei den gesundheits- und robustheitsrelevanten Merkmalen lasse sich ein positiver Trend ableiten, heißt es aus dem LKV.

 

Leistungsmäßig haben Sachsens  Milchkühe – wie auch jene in den anderen neuen Bundesländern – deutlich zugelegt. Und zwar mehr als nur die knappe „halbe Milchkanne“, die man im vergangenen Prüfjahr verloren hatte (damals: -15 kg). Um 244 kg stieg die durchschnittliche Jahresleistung pro Kuh an, die somit 9.785 kg beträgt. Eine höhere Milchleistung erreichte im Fünf-Länder-Vergleich nur Sachsen-Anhalt (9.826 kg, Zuwachs: 304 kg).

 

Ganz vorn an der Spitze im Ranking der fünf neuen Länder sind Sachsens  Milcherzeuger hingegen bei den Fett-Eiweiß-Kilo (FEK). Pro Kuh und Jahr beträgt dieser Wert nach einem Zuwachs um durchschnittlich 9 kg (+3 kg Eiweiß, + 6 kg Fett) nunmehr 721. Maßgeblich geht dies auf den Milchmengenzuwachs zurück, der Anteil an Fett und Eiweiß an der ermolkenen Milch blieb annähernd stabil.  Beste ganzjährig geprüfte Betriebe nach Fett-Eiweiß-Kilo waren 2017/18 dem LKV zufolge der Landwirtschaftsbetrieb E. und S. Peters in Chemnitz (946 FEK), die Agrargenossenschaft Langenchursdorf (938 FEK) und die Schlesische Agrargenossenschaft Daubitz (919). 

 

In Bezug auf Gesundheit und Robustheit der Milchkühe zeigen die Prüfergebnisse aus Sicht des LKV eine Entwicklung in die richtige Richtung. So stieg die durchschnittliche Nutzungsdauer um einen halben Monat auf 33,5 Monate an. Die Lebensleistung erhöhte sich erneut und beträgt nunmehr 26.519 kg (+309 kg). Auch der Anteil an leichtkalbigen Geburten erhöhte sich, während die Totgeburtenrate sinkt. Bei der Zellzahl (275.000) gab es zwar im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg, mehrjährig betrachtet zeigt der Trend jedoch nach unten. Dennoch gibt es hier noch viel Potenzial. Der LKV verwies in diesem Zusammenhang auf die DLG-Richtlinie, die Werte von mehr als 100.000 Zellen je ml Milch als Indiz für eine gestörte Eutergesundheit betrachtet. Als ein Mittel, die Eutergesundheit zu überwachen und durch gezielte Maßnahmen zu verbessern, biete der LKV den Eutergesundheitsbericht an, dessen Abonnementskosten der Verband auch 2019 ganzjährig für die Bezieher übernehme.

 

Die Prüfungsergebnisse  zeigten auch im abgelaufenen Prüfjahr wieder, dass Leistungszuwachs und Gesundheit der Tiere nicht im Widerspruch zueinander stehen. Ein Zuwachs um 244 kg in der Jahresleistung sei nur mit gesunden Kühen unter optimalen Haltungsbedingungen realisierbar, betont der LKV.

 

In der GERO-Prüfung waren 2017/18 in Sachsen 172.649 Kühe, das ist ein Rückgang um 1.124 Tiere. Auch die Zahl der GERO-Betriebe sank weiter und beträgt nunmehr 617 (-25).  Im Durchschnitt werden pro Betrieb 280 Kühe gehalten, das sind acht mehr als noch vor einem Jahr. 

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