Sächsischer Imkertag: Ausbilden und aufklären

20.03.2014

© Karsten Bär

Zusammenarbeit besiegelt: Imkerverbandvorsitzender Dr. Michael Hardt (l.) und Präsident Norbert Eichkorn unterzeichnen im Beisein von Minister Kupfer den Kooperationsvertrag.

Es ist auch dem Minister bewusst: „Imker und Landwirte können nicht immer so gut miteinander, wie sie es sollten“, sagte Frank auf dem Sächsischen Imkertag im Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch. Doch das soll sich ändern. Ein Schritt zu mehr Verständnis füreinander ist die am selben Tag unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landesverband Sächsischer Imker und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Zum beiderseitigen Nutzen wolle man künftig enger zusammenarbeiten, erklärte der Präsident des Landesamtes, Norbert Eichkorn.

Kern der Übereinkunft ist die Einrichtung eines Lehrbienenstandes im LVG Köllitsch. Das LfULG will ihn errichten, der Landesverband Sächsischer Imker bewirtschaften. In gemeinsamer Verantwortung soll er für Zwecke der Aus- und Weiterbildung genutzt werden. Und dies nicht nur für Menschen, die Imker sind oder es werden wollen. Über die Nutzung für die Schulungen des Imkerverbandes hinaus – deren Theorieanteile zum Teil bereits jetzt im LVG stattfinden –, ist es vorgesehen, auch Landwirten Grundkenntnisse imkerlichen Wissens zu vermitteln. So ließen sich Missverständnisse aufheben, erklärte Eichkorn. Zugleich soll der Lehrbienenstand auch der Öffentlichkeitsarbeit dienen und Kindern, Jugendlichen oder interessierten Erwachsenen nahebringen, wie Bienen gehalten werden und welche Bedeutung sie haben. Anliegen sei es, allen Zielgruppen die ordnungsgemäße Bienenhaltung in der modernen und umweltschonenden Landwirtschaft zu demonstrieren. Daher habe man sich bewusst für den Standort Köllitsch entschieden. Im kommenden Jahr soll der Lehrbienenstand in Betrieb genommen werden.  

Nicht nur mit dieser neuen Kooperation unterstützt der Freistaat die Imkerei in Sachsen. Darauf wies Agrarminister Kupfer hin. Aus eigenen und EU-Mitteln würden unter anderem Schulungen und Lehrgänge sowie die Ausrüstungen von Lehrbienenständen gefördert. Darüber hinaus gewähre man eine „Neuimkerförderung“, die einen Zuschuss für Neueinsteiger in Höhe von 100 Euro je Volk für maximal fünf Völker beinhaltet. Hinzu kommen Zuschüsse für das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Insgesamt, so Kupfer, seien sächsischen Imkern im vergangenen Jahr rund 251 000 Euro sächsische und europäische Fördermittel zur Verfügung gestellt worden.

Profitieren könnten Bienenhalter im Freistaat jedoch auch von den Förderungen für Agrar-umweltmaßnahmen. Im neuen Programm, das 2015 in Kraft tritt, wird Landwirten unter anderem eine Prämie für die auf fünf Jahre angelegte Schaffung einer Blühfläche mit einer bienenfreundlichen Saatmischung angeboten, wobei der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf diesem Schlag untersagt ist. Dies biete gute Voraussetzungen, um das Miteinander von Imkern und Landwirten weiter zu verbessern, glaubt der Minister.

Kritisch sieht man in der sächsischen Imkerschaft jedoch seine zustimmende Haltung zur grünen Gentechnik. Auch dessen ist sich Kupfer bewusst. Er verstehe die Befürchtungen, sagte er. Schließlich sei Honig, der Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen enthalte, zu kennzeichnen – und damit nicht mehr vermarktbar. Dies werde sich jedoch entschärfen, wenn mit Änderung der Honig-Richtlinie Pollen nicht mehr als Zutat, sondern als natürlicher Bestandteil von Honig gelten.

Forderungen, die Gentechnik in Sachsen nicht zuzulassen, erteilte Kupfer jedoch eine Ab­sage. Insellösungen seien nicht zielführend, wenn im Nach­barland Gentechnik erlaubt sei. Er gehe jedoch davon aus, dass der zuletzt stark diskutierte Genmais 1507 in Deutschland nicht zugelassen werde, sich das Problem insofern nicht ­stelle.

Das gute Beispiel aus dem Vogtland vor Augen, wo der Imkerverein im Vorstand des Regionalbauernverbandes mitwirkt, warb Kupfer dafür, auch anderswo zu einem intensiveren Kontakt zwischen Imkern und Landwirten zu finden. „Gehen Sie auf die Landwirte zu und bringen Sie sich auch in die Verbandsstrukturen mit ein“, ermutigte er die Imker dazu, im engen Miteinander zum Gespräch zu finden.

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