Sächsische Landfrauen helfen

07.01.2014

Bildautor: Bärbel Schumann

Landesvorsitzende Iris Firmenich (r.) und Minister Frank Kupfer überreichten Spendenschecks an fünf Landfrauen, deren Familien schwer vom Hochwasser betroffen waren.

Vertreterinnen der Landfrauenvereine aus ganz Sachsen haben sich am
23. November zu ihrer Herbstklausurtagung getroffen. Sie vertraten die rund 1000 Frauen, die im Sächsischen LandFrauenverband derzeit organisiert sind. Am Nachmittag der Tagung konnten die Landfrauen Landwirtschaftsminister Frank Kupfer, Nordsachsens Wirtschaftsförderin Uta Schladitz  und Mügelns Bürgermeister Volkmar Winkler als Gäste begrüßen. Gastgeber der Klausur war in diesem Jahr der Ortsverein Glossen, der zu den größten in Sachsen zählt und in diesem Jahr mit seinem Projekt „LandFrauenKontor“ Preisträger beim Programm  „Neulandgewinner“ der Robert-Bosch-Stiftung war.

Während des Rückblicks auf die Arbeit der vergangenen Monate wurde unter anderem der Film „Erntekronenbinden“ vorgestellt und an den 20. Erntekronen- und –kranzwettbewerb in Delitzsch mit Fotos erinnert. Geschäftsführerin Heike Sparmann informierte über die wichtigsten Ereignisse im nächsten Jahr. Dazu gehören das Landeserntedankfest Ende September in Zwönitz und der  „Tag der Sachsen 2014“ in Großenhain.

Diskutiert wurde aber auch über Kooperationsmöglichkeiten von Landfrauen mit den Sächsischen Tafelvereinen, um Themen wie gesunde Ernährung der Kinder, ein besseres Verständnis für regionale Lebensmittel und deren Zubereitung zu erreichen. Seit Mai besteht ein solches Projekt bereits zwischen den Glossener Landfrauen und dem Oschatzer Tafelverein, das für Sachsen zum Pilotprojekt werden könnte.

Staatsminister Frank Kupfer sprach am Nachmittag zu den Landfrauen. Er gab dabei einen Ausblick auf die Entwicklungen für den ländlichen Raum besonders in Hinblick auf die neuesten Beschlüsse der Europäischen Union.

Von Emotionen geprägt war im Anschluss die Übergabe von Spendenschecks an Landfrauen, die  von der Flut betroffen waren. Unter dem Motto „Landfrauen helfen Landfrauen“ hatte der Vorstand des Verbandes eine bundesweite Spendenaktion organisiert.  „Es ist überwältigend, wie groß die Beteiligung von Landfrauen aus allen Bundesländern an dieser Aktion war. Über 31 000 Euro gingen auf unserem Spendenkonto ein“, erklärte Landesvorsitzende Iris Firmenich. 20 500 Euro davon wurden während der Tagung an fünf Landfrauen überreicht. Zu ihnen gehört die Landwirtin Elisabeth Dietze, die mit ihrem Sohn in Hohenprießnitz in Nordsachsen einen seit 1901 in Familienbesitz befindlichen Hof bewirtschaftet. Über 160 ha waren hier überschwemmt, dar­unter auch Grünland für die 70 Mutterkühe des Betriebes. Der 69-jährigen Hannelore Schubert standen die Tränen in den Augen, als sie die Spende von Iris Firmenich und Frank Kupfer überreicht bekam.

Im Zeithainer Ortsteil Zschepa stand das Familiengrundstück nahe der Elbe nach 2002 ein zweites Mal unter Wasser. Fast 100 000 Euro betrug hier der Schaden. Das Schicksal stellte die Familie vor eine weitere Probe. Bei den Sanierungsarbeiten stürzte Hannelore Schubert die Kellertreppe hinunter, zog sich schwere Brüche zu, die sie heute immer noch einschränken. „Ich bin einfach überwältigt. Mit solcher Unterstützung haben wir nicht gerechnet. Vielen Dank!“, sagte sie. Ebenso unterstützt mit Spenden wurden die Kräuterfrau vom Kloster Buch, Udine Myja, für den dortigen Kräutergarten, die Landwirtinnen Elke Ulbricht aus Großschirma und Gerti Paulenz aus Wechselburg. Weitere Spenden gehen an Ingrid Günther und Elisabeth Stahlkopf aus Löbnitz.

„Unsere Klausur war ein Erfolg. Wir können unsere nächsten Aufgaben und Ziele zuversichtlich angehen. Danke an die Glossener Landfrauen. Sie waren sehr gute Gastgeber“, zog Landesvorsitzende Iris Firmenich abschließend ihr Resümee.

Autor: Bärbel Schumann

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