Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz

27.03.2015

© SLB

In ungewohnter Kulisse: Zu seiner Mitgliederversammlung im Kino Döbeln hatte der RBV Döbeln-Oschatz Dr. Josef Bauer als Referenten eingeladen.

Die Mitgliederversammlung des Regionalbauernverbandes (RBV) Döbeln-Oschatz e. V. am 4. März fand in ungewohnter Kulisse statt – dem Kino Döbeln. Grund dafür war die besondere Tagesordnung der Versammlung: Zum einen standen im verbandsinternen Teil Ehrungen an, zum anderen sollte im öffentlichen Teil über die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit gesprochen werden.

 

Ehrennadel für verdiente Mitglieder

Der Vorsitzende des RBV Döbeln-Oschatz, Torsten Krawczyk, nahm zunächst die erfreuliche Aufgabe wahr und ehrte zwei Mitglieder für ihre verdienstvolle Mitarbeit in der Landwirtschaft und im Verband. Die Ehrennadeln des SLB in Bronze erhielten Erich Lommatzsch und Dietmar Wiesner. Anschließend wurde den Mitgliedern Rechenschaft über die geleistete Arbeit des Vorstandes und der Geschäftsführung abgelegt, der Haushalt des Jahres 2014 abgerechnet und für das laufende Jahr vorgestellt. Alles wurde durch die Mitglieder einstimmig bestätigt.

 

Freudig überrascht war Torsten Krawczyk, als ihm Thomas Gogolla und Rico Lützen von der Sparkasse Döbeln einen Scheck zur Finanzierung der laufenden Veranstaltung überreichten. Hierfür dankte der Vorsitzende im Namen des RBV der Sparkasse Döbeln herzlich.

 

Der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung begann mit einem sehr gelungenen Imagefilm, der letztes Jahr auf Initiative des Fachzentrums für Fleischerei und Gastronomie GmbH (MEGA) produziert und mit Mitteln des Freistaates Sachsen finanziell unterstützt wurde. Er beschäftigt sich mit dem Thema Fleisch, von der Schlachtung über die Verarbeitung bis zum Verzehr.

 

Im Anschluss daran referierte Dr. Jörg Bauer, Landwirt und Dozent aus Hessen, über das Thema: „Landwirtschaft in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit“. Lebhaft und interessant informierte er, weshalb das Wissen über die Landwirtschaft in der Bevölkerung teilweise so mangelhaft ist. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wird das Wissen, das Verbraucher über die Landwirtschaft besitzen, im Kindergarten- und Grundschulalter geprägt. Von der 3. bis zur 9. Klasse scheinen kaum neue Erkenntnisse hinzuzukommen. Späterer Wissenszuwachs kommt aus den Medien. Daher wäre ein Unterricht im Stall ab der 6. Klasse ratsam, so Bauer. Des Weiteren erläuterte er, wie Medien und wie NGOs ticken. Er betonte, dass die Landwirtschaft ein gesellschaftliches Problem habe. Die Fachlichkeit nehme zu, das Allgemeinwissen werde zeitgleich schlechter. Der Verbraucher benötige daher „Übersetzer“ für das, was er nicht weiß. Derzeit prägten drei Bilder die Wahrnehmung des Bauern in der Öffentlichkeit: Bauer sucht Frau, „fieser Großmäster“ und ein romantisch verklärtes Agrarbild à la Rosamunde Pilcher. Der Berufsstand komme zu schlecht weg. Die realistische Darstellung der Landwirtschaft fehle völlig. Die Landwirtschaft brauche Akzeptanz in der Gesellschaft. Bauer ging in seinen Ausführungen auch auf Haltungsformen in größeren Beständen ein. Dazu führte er aus, dass es egal sei, wie groß die Tierbestände in den Betrieben sind. Das Wohlergehen des Einzeltieres ist entscheidend!

 

Initiative wird von drei RBV unterstützt

Den Schlussvortrag der Mitgliederversammlung hielten Evelyn Zschächner und Barbara Wünsche. Die beiden stellten in Kurzform die Initiative „Heimische Landwirtschaft“ vor, eine Vereinigung, die das Image der Landwirtschaft verbessern und in das rechte Licht rücken will. Dafür hat sie bereits in der Vergangenheit eingängige Radiospots produziert, die nun über regionale Sender ausgestrahlt werden. In Thüringen und anderen Bundesländern ist dies bereits erfolgt. Für eine sachsenweite Ausstrahlung fehlt es derzeit noch an einer ausreichenden Beteiligung. Mittlerweile sind 25 sächsische Betriebe Mitglieder dieser Initiative. Die RBV Döbeln-Oschatz, Mittweida und Westsachsen unterstützen „Heimische Landwirtschaft“ seit dem vergangenen Jahr. Interessierte Betriebe können sich gern über die Regionalbauernverbände oder direkt über die Internetseite der Initiative informieren.

 

 

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