Regionalbauernverband „Bautzen-Kamenz" war erfolgreich

09.12.2014

© Thomas Tanneberger

Fachliche Einlage zur Wahlversammlung: Zu Gast in Lehndorf war BauernZeitungs-Chefredakteur Dr. Tanneberger mit einem Vortrag zu betrieblichen Reaktionsmöglichkeiten bei aktuellen Problemen der Agrarpolitik.

Um es vorweg zu nehmen: Der bisherige Vorsitzende des Regionalbauernverbands „Bautzen-Kamenz“ e. V. ist auch der neue. Werner Friebel, bis vor Kurzem Leiter der Agrarproduktionsgesellschaft Schönfelder Hochland mbH & Co. KG, wird den vierzehnköpfigen Vorstand leiten, in den am Donnerstag vergangener Woche auch Berndt Anders (Laußnitz), Sven Graff (Radibor), Daniel Hänsel (Göda), Dietrich Hesse (Sdier), Klaus Hofmann (Lichtenberg), Christina Hommel (Kriepitz), Tobias Kockert (Wittichenau), Matej Koreng (Ralbitz-Rosenthal), Thomas Pätzold (Sohland), Johannes Pietschmann (Niederkaina), Antonius Rebisch (Göda/Dreikretscham), Christian Schulze (Bautzen)  und Stefan Triebs (Saritsch) gewählt worden sind. Als Stellvertreter werden Christian Schulze und Johannes Pietschmann wirken.

 

Die Wiederwahl Friebels dürfte kein Zufall sein, denn der Regionalverband hat in den letzten Jahren viel für seine Mitglieder erreicht. Interessante Details dazu schilderte Geschäftsführer Dr. Dietmar Liebscher in seinem Rechenschaftsbericht. Die Mitgliederarbeit vereinbare sich gut mit einem Wirken als Träger öffentlicher Belange, so der gelernte Tierarzt und erfahrene Verbandsarbeiter. Unter anderem sei die sinnfreie Zupflanzung eines Ackerschlages für Vogelschutzziele im Zuge eines Straßenbauprojektes an der B198 abgewendet worden. Beim Neubau der Südumfahrung Bautzen, von der vier Betriebe betroffen sind, sei dank des RBV die Abschneidung eines Betriebes von seinen Flächen unterblieben. Gleichfalls mit Erfolg habe der Verband in mehreren Fällen die Veränderung von Straßenbauprojekten und Energietrassen im Interesse von Mitgliedsbetrieben erwirkt. Auch hier seien für zahlreiche Eigentümer geldwerte Vorteile erreicht worden. „Unser Verband wendet sich oft  einfach gegen Unsinn des Alltags, der die Menschen belastet“, ergänzt Liebscher und erzählt von einer CC-Kontrolle, bei der einige Haarrisse in einer Dungplatte drei Prozent der Betriebsprämie gekostet haben. Auch hier habe der Verband qualifizierte Rechtsberatung  bei einem Fachanwalt eingeholt und die betroffenen Betriebe hilfreich beraten.

 

Nicht minder wichtig sei die Beeinflussung der Landespolitik im Interesse der Mitglieder. „Wir mischen uns aktuell zum Beispiel bei der Abfassung der Förderrichtlinien für Ländliche Entwicklung und Agrarinvestitionen ein“, berichtete Dietmar Liebscher. „Dazu haben wir über Stellungnahmen drauf hingewirkt, dass die für das AFP zur Verfügung stehenden Mittel nicht für fachlich undefinierte Innovationskriterien, sondern vor allem für eine solide Grundförderung ausgegeben werden und so der Landwirtschaft erhalten bleiben. In gleicher Weise haben wir die Berücksichtigung von Kosten für die Pflege von Gewässern zweiter Ordnung gefordert. Am besten ist es, wenn sich Betriebe hier beteiligen und wir die Hinweise über den Landesbauernverband an die zuständigen Stellen weiterleiten können.“

 

Werner Friebel verwies an dieser Stelle darauf, dass sich der Verband für seine Mitglieder auch nicht scheut, notfalls in Berlin oder Brüssel direkt zu intervenieren. So sei es gelungen, bei Prof. Borchert in der EU-Kommission Gehör zu finden und die Forderung nach Streichung von Kappung und Degression durchzustellen. Auch an Agrarministerin Ilse Aigner, Staatssekretär Peter Bleser und den EU-Deputierten Peter Jahr sei der Regionalverband direkt mit seinen Forderungen herangetreten. Darüber hinaus wirke er bei der Vermittlung von  Absolventen an die Betriebe mit, sorge in direktem Kontakt und jährlich mehreren Informationsveranstaltungen für fachliche Beratung. Für die angenehme Seite des Lebens sorgten Mitgliederfahrten ins BMW-Werk nach Leipzig, ins Kraftwerk Boxberg oder zur Dresdner Frauenkirche.

 

Diese intensive Arbeit scheint in der Praxis anzukommen. Etwas Stolz war Friebel und Liebscher schon anzusehen, als sie die Mitgliederstatistik präsentierten. Details dazu gehören vielleicht nicht in die Presse, aber dass sich die Zahl der Mitgliedsbetriebe seit 2004 glatt verdoppelt hat, das darf man wohl sicher mal würdigen.

 

 

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