Perfekte Schwade

11.08.2015

© Constanze Lenk

Nicht nur als Organisator des Wettkampfes machte sich Eik Illing verdient: Der 41-Jährige verteidigte in der Königsklasse auch seinen Titel als Sachsenmeister.

An die Sense, fertig, los“ hieß es Mitte des Monats für die Sensenmäher aus Sachsen sowie die Gastteilnehmer aus Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Der Titel des Sachsenmeisters wurden in den einzelnen Klassen unter den Besten der Frauen, der Männer, der Männer über 60 Jahre sowie der Frauen- und Männerteams vergeben. Unter den jugendlichen Mähern wurden die Besten in den Klassen bis 13 Jahre und von 14 bis 16 Jahren ermittelt.

 

In der Königsklasse maßen zehn Teilnehmer ihr Können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als beste Frauen erwiesen sich die „Salbitzer Sensen Ladies“ Katrin Buggisch, Marion Tänzer, Sandra Schurk und Diana Hirsch.


 

 

 

 

 

 

Für die Meisterschaft hatte der Oelsnitzer Eik Illing eine Wiese im stadtnahen Gewerbegebiet gepachtet. Unterstützt wurde er bei der Vorbereitung durch den seit Jahren sehr aktiven Sensenverein „Salbitzer Kümmerlinge“ aus Nordsachsen und viele Helfer. Am Wettkampftag war die Fläche in Parzellen abgesteckt. Diese wurden den Mähern per Los zugeteilt. Gemäht wurde in allen Klassen nach Zeit. Doch schnell zu sein, reichte allein nicht aus. Eine dreiköpfige Jury stoppte nicht nur die Zeit, sondern prüfte auch das Ergebnis: Die Schwade musste richtig in Reihe liegen und die Wiese ohne Stufen sauber abgemäht sein. Sonst gab es Zeitstrafpunkte. Die Juroren Andrea Drescher, Klaus Kürtke und Ralf Buggisch waren zuvor schon international tätig gewesen – ihren geschulten Augen entging nichts.

 

Eine scharfe Sense ist das A und O


„Jeder mäht mit seiner eigenen Technik und hat sie für sich perfektioniert. Allein das Mähergebnis zählt“, erklärte Eik Illing. „Damit es auch gut gelingt, ist das A und O eine richtig scharfe Sense, die auf den Mäher abgestimmt sein sollte. So hat auch jeder sein eigenes Werkzeug mit.“ Der 41-Jährige ist seit 1998 mit der Sense aktiv. „Für mich geht es nicht nur um das Gras, das gemäht werden muss. Es ist die Gaudi, aber auch der Wunsch, altes bäuerliches Brauchtum zu erhalten“, so Illing. Doch Nachwuchs für dieses Hobby zu finden sei schwer.


Diese Erfahrung hat auch Hubert Klante gemacht. Er war mit seinen 80 Jahren der älteste Teilnehmer an der Meisterschaft und erkämpfte sich den Vizetitel. Die „alten Hasen“ demonstrierten eindrucksvoll, dass es beim Mähen mit der Sense nicht nur auf die Armkraft ankommt. „Seit frühester Jugend mähe ich das Gras für meine Tiere von Hand. Meinen Enkel dafür zu begeistern, ist aber nicht so einfach“, erzählt Hubert Klante. Er ist seit über 15 Jahren bei den „Salbitzer Kümmerlingen“ aktiv und als Experte für das Dengeln der Sensen gefragt. „Das bringt heute kaum noch jemand. Den meisten fehlt dazu einfach die Zeit. Aber richtig gemäht wird  nur mit einer scharfen Sense“, erklärt er.


Das wissen auch der elfjäh­rige Dustin Hellwig aus Hartenstein und der zwölfjährige ­Lucas Werner aus Hohndorf. Sie waren die jüngsten Teilnehmer – und haben ihre Sache richtig gut gemacht, freuten sich die Organisatoren. Dustin mähte so sauber, dass er trotz 23 Sekunden Rückstand den Siegerpokal erhielt. In der Jugendklasse waren vier Teilnehmer am Start.


Dass nicht nur Männer mit der Sense umgehen können, bewiesen an diesem Tag vier Frauen. Es gewann Diana Hirsch aus Salbitz. Die „Salbitzer Sensen Ladies“ entschieden dann auch gleich die Mannschaftswertung für sich.

 

Mit langem Blatt zur schnellsten Zeit


Bei den Männern ging der Titel an Hartmut Sander von den „Salbitzer Kümmerlingen“. In der Mannschaftswertung sicherten sich Sander, Eik Illing, Mathias Wirsing und Gunter Müller als Team den Siegerpokal.

 

Richtig spannend wurde es noch einmal zum Abschluss der Wettkämpfe. In der  Königsklasse – mit Sensenblättern über 90 Zentimetern – ging es ausschließlich um die beste Zeit. Hier verteidigte Eik Illing seinen Sachsenmeister-Titel. Er mähte die sechs mal sechs Meter große Parzelle in sagenhaften 55 Sekunden. Ihm folgten Hartmut Sander  und Silvio Tänzer, die mit Zeiten von einer Minute bzw. einer Minute und vier Sekunden das Sensenblatt ebenfalls ziemlich flott schwangen.

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