Obstbauverband eröffnet Erdbeersaison

02.06.2016

© Landesverband

Blütenkönigin Janett I. präsentiert zwei Körbe sächsischer Erdbeeren. Trotz geringer Eigenversorgung im Freistaat haben die Erzeuger wegen zu geringer Erlöse die Anbaufläche reduziert. Betroffen ist vor allem der Anbau für die Vermarktung an den Handel.

Nur zu etwas mehr als einem Viertel wird der sächsische Bedarf an Erdbeeren in diesem Jahr durch Früchte gedeckt werden können, die tatsächlich im Freistaat erzeugt wurden. Das Potenzial ist demnach zwar groß, wie der Landesverband „Sächsisches Obst“ bestätigt, doch vor allem die frühen Importe machten es den heimischen Erzeugern schwer.

 

Anbaufläche spürbar reduziert


Hoher Kostendruck und ein Überangebot zur Haupterntezeit haben viele dazu bewogen, die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr zu reduzieren. Mit einer Erntemenge von rund 3 300 t rechnet der Landesverband „Sächsisches Obst“ bei seinen Mitgliedsbetrieben in Sachsen. Im ganzen Freistaat werden rund 3 500 t erwartet, das wären 540 t weniger als im vergangenen Jahr. Den offiziellen Startschuss für die sächsische Erdbeer­ernte gab der Landesverband vergangene Woche Donnerstag bei der Obstbau Beck und Partner GbR und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Pillnitz.  


Gegenüber dem Vorjahr ist die sächsische Anbaufläche der Mitgliedsbetriebe im Landesverband Sächsisches Obst um 60 ha (17 %) auf 295 ha zurückgegangen, einschließlich der Nicht-Mitgliedsbetriebe beträgt die Anbaufläche im Freistaat rund 480 ha. Die Verbandsanbaufläche besteht zu 165 ha (55 %) aus Feldern zur Selbstpflücke, auf denen man mit einem Ertrag von 1 200 t rechnet, und 130 ha, auf denen für den Markt geerntet wird. Hier geht man von 2 100 t Ertrag aus.


Erstmals bestehen damit in Sachsen mehr Flächen zur Selbstpflücke. Angesichts des schwierigen Verhältnisses zwischen Erlös und Kosten hätten Erzeuger vor allem auf Kosten der Flächen reduziert, auf denen für die indirekte Vermarktung an den Handel  produziert wird, heißt es aus dem Landesverband. Einerseits erhöhe der Mindestlohn die Produktionskosten, andererseits sind Erzeugerpreise rückläufig. So habe man während der Haupternte 2015 vom Handel nur zwischen 80 Cent und einen Euro für die 500-Gramm-Schale erhalten.

 

Import macht Früchte ganzjährig verfügbar


Der Grund für die niedrigen Preise sei zum einen im geringeren Konsum zu suchen, anderseits in veränderten Verzehrgewohnheiten. Importe deckten ganzjährig die Nachfrage ab, viele Konsumenten würden die „Kauflust“ bereits befriedigen, noch bevor sächsische Erdbeeren im Angebot seien. Während der Haupterntezeit bestehe dann ein Überangebot, das Preisdruck erzeuge.


Erdbeeren wachsen auf 7,7 % der Flächen der sächsischen Mitgliedsbetriebe des Landesverbandes und sind damit nach Äpfeln und Kirschen die drittwichtigste Obstart. In Sachsen-Anhalt, wo der Verband ebenfalls Obstanbauer vertritt, spielt die Erdbeere eine geringere Rolle. Die dortigen Verbandsmitglieder erwarten eine Erntemenge von 150 t, insgesamt rechnet man auf einer Anbaufläche von 168 ha mit etwa 1 000 t Erdbeeren in dieser Saison.

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