Minister Kupfer zu Besuch im Vogtland

01.09.2014

© SLB

Fachlich kompetent und unterhaltsam berichtete Herdenmanager Jörg Mothes von seinem Job.

Gemeinsam mit Bauernpräsident Wolfgang Vogel informierte sich Agrarminister Frank Kupfer Mitte August über die Landwirtschaft im Vogtland. Aufgrund seiner geografischen Lage ist die südwestliche Region des Freistaates überdurchschnittlich stark von der Tierproduktion geprägt, wie Ulrich Gündel, Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Vogtland e. V., erläuterte. Haupteinnahmequelle sei die Milch- und Rinderproduktion. Die Grünlandbewirtschaftung spiele eine wichtige Rolle.

Bevor Besichtigungen und Rundgänge bei der Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH, der Marienhöher Direktvermarktung GmbH sowie dem Projekt „Gläserner Bauernhof“ auf dem Programm standen, fand eine Diskussionsrunde in offener Atmosphäre statt. Wichtigstes Thema war die neue Düngemittelverordnung. Landwirtschaftsminister Kupfer stellte sich hier voll und ganz auf die Seite der Landwirte, betonte jedoch, dass aufgrund überhöhter Nitratwerte in deutschen Böden ein Vertragsverletzungsverfahren durch die EU drohe. In Sachen Düngemittelverordnung habe man im Ministerium eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich um eine praxisfreundliche Lösung bemühe, um etwa den Ausbau der Lagerkapazitäten für Gülle auf sechs statt auf die geforderten neun Monate zu beschränken. Zugleich wies Kupfer darauf hin, dass es stets auch um eine politische Mehrheitsfindung quer durch die gesamte Parteienlandschaft auf Länder- und Bundesebene gehe. Ebenso müsse die öffentliche Meinung berücksichtigt werden.

Grundsätzliche Unterstützung bekam der Minister von SLB-Präsident Vogel, der
von „starken Bauchschmerzen“ sprach, die das Thema Düngemittelverordnung den Landwirten bereite. Bezüglich der Sperrfrist für die Gülle-Ausbringung erklärte Vogel den 15. Oktober zum kleinstmöglichen Kompromiss. Der geforderte 30. September sei eindeutig nicht machbar und habe mit guter bäuerlicher Praxis nichts zu tun.

Nach dem politischen Austausch ging es raus in die Praxis, wo bereits Herdenmanager Jörg Mothes wartete. In unterhaltsamer Weise wusste er seine Zuhörer zu begeistern und vermittelte anschaulich, worauf es in seiner täglichen Arbeit ankommt und welche Verantwortung er für die Tiere trägt. Vor allem der Schafmelkstand (die Jahresleistung pro Schaf beträgt 350 kg) ist in dieser Form wohl einzigartig in Sachsen. Immerhin habe man es sich zum Ziel gesetzt, Deutschlands bester Milchschafbetrieb zu werden, so Mothes. Die produzierte Schaf- und Kuhmilch geht zum Teil an den Milchhof in Scheßlitz und wird auch in der eigenen Direktvermarktung veredelt.

Nach einem Zwischenstopp bei Landwirt René Jacob, der sich für Erhalt und Zucht des bedrohten Vogtländischen Rotviehs engagiert, ging es weiter zum „Gläsernen Bauernhof“ von Siegbert Jacob, der Besuchern einen Blick hinter die Kulissen eines landwirtschaftlichen Betriebes erlaubt. Auf dem Gelände des „Gläsernen Bauernhofes“ entstand innerhalb des Hofes und der vorhandenen, geschützten, typischen Biotopformen (Teich, Bach, Wald, Feucht- und Trockenwiesen) auf einer Länge von zwei Kilometern ein Bildungslehrpfad. Durch interaktives und interdisziplinäres Lernen wird praktisches Wissen zu den Nährstoffkreisläufen in der naturbelassenen und bewirtschafteten Umwelt vermittelt.

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