Milchmenge: Gute Resonanz in Sachsen

28.09.2016

Kühe im Melkkarussell

Kühe im Melkkarussell © Karsten Bär

Weniger melken wollen zahlreiche Milcherzeugern in Sachsen im letzten Quartal dieses Jahres.

Auf gute Resonanz ist in Sachsen die erste Antragsrunde des EU-Programms zur Milchmengenreduzierung gestoßen. Wie das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mitteilt, haben bis zum Antragsschluss am Mittwochmittag 185 sächsische Milcherzeuger gegen Zahlung einer Prämie eine zeitweilige Reduzierung ihrer Milchanlieferung in den Monaten Oktober bis Dezember angemeldet. Insgesamt ergäbe sich eine Reduzierung um 15.058.599 kg Milch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wenn die beantragte Produktionsverringerung tatsächlich realisiert wird. Die Menge entspricht 0,9 % der gesamten im Jahr 2015 von sächsischen Erzeugern angelieferten Rohmilchmenge. Damit sei die Resonanz höher als erwartet, bewertete Minister Thomas Schmidt dieses Ergebnis.

2,1 Mio. € für nicht erzeugte Milch

Nach Ablauf des dreimonatigen Verringerungszeitraums können die Betriebe eine Beihilfe von 14 ct je kg reduzierter Milchmenge beantragen. Allerdings kann sich dieser Betrag noch verringern: Ja nach dem, wie viele Anträge auf Reduzierung der Produktionsmenge europaweit eingehen, kann die EU auch einen geringeren Wert festlegen, wobei es dem Antragssteller dann freisteht, von der angemeldeten Milchmengenreduzierung zurückzutreten. Bliebe es bei den 14 ct/kg, würden die sächsischen Antragssteller insgesamt rund 2,1 Mio. € erhalten. Europaweit stehen für das Programm 150 Mio. € zur Verfügung, mit denen die europäische Milchproduktionsmenge vorrübergehend um 1 Mio. t  verringert werden soll. In den kommenden Wochen werden die Antragsteller nach Prüfung der Beihilfeanträge von der zuständigen Landesbehörde, dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, informiert, ob ihr Antrag im laufenden Antragszeitraum zugelassen ist.

Minister: Schritt zur Marktentlastung

Diese EU-Hilfe sei ein wichtiger erster Schritt, den Milchmarkt zu entlasten, erklärte Minister Schmidt. Allerdings sind aus seiner Sicht eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen notwendig, um aus der Krise herauszukommen und sich für ähnliche Ereignisse in der Zukunft besser zu wappnen.

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