Milchmarkt

04.11.2016

Milchtransport © Sbine Rübensaat

Dresden. Vertreter der sächsischen Milcherzeuger und ihrer Organisationen haben vergangene Woche mit Agrarminister Thomas Schmidt über die Situation am Milchmarkt und über notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen diskutiert. Trotz der bemerkbaren Entspannung am Markt müsse man darüber nachdenken, wie die Erzeuger künftig besser Vorsorge für schwankende Marktpreise treffen können, sagte Schmidt.


Handlungsbedarf sieht der Minister bei den Vertragsbeziehungen zwischen Erzeugern und Molkerei. „Das bisherige System, wonach Molkereien jeden Liter Milch der Erzeuger annehmen, der Preis aber erst hinterher festgelegt wird, muss dringend verändert werden“, sagte er. Beide Seiten benötigten Planungssicherheit, dazu gehörten, wie überall in der Wirtschaft, verbindliche Vereinbarungen zu den Liefermengen und zu den Preisen. Mit den Erzeugern sei man sich einig, dass diese Vertragsgestaltung ohne staatliche Vorgaben zustande kommen muss. Jedoch will das Agrarministerium die Diskussion zwischen Landwirten und Molkereien über neue Vertragsmodelle moderieren.
An den vorgesehenen Maßnahmen zum Abfedern der Milchmarktkrise will der Freistaat Sachsen trotz der aktuell wieder steigenden Erzeugerpreise festhalten. Dazu gehören die Absicherung von benötigten Krediten über Landesbürgschaften sowie die Unterstützung von Landwirten, die die Milchproduktion aufgegeben haben. Außerdem sollen Möglichkeiten gefunden werden, wie die regionale Vermarktung von Milch oder
Milcherzeugnissen weiter aktiv unterstützt werden kann. Weiterhin will sich das Agrarministerium frühzeitig mit dem Berufsstand auf gemeinsame Positionen zur künftigen Agrarförderung abstimmen.


Nach einer ausgewöhnlich langen Phase des Milchpreisverfalls scheint der Markt inzwischen wieder anzuziehen. Gerechnet wird mit Erzeugerpreisen von 30 ct/kg Milch bis Jahresende. Während über ein EU-Programm eine Verringerung der Milchproduktion gefördert wird, bietet die Molkerei Sachsenmilch einen Bonus für Mehranlieferungen (siehe BauernZeitung Heft 40/2016, Südausgabe, S. 9).

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr