Milchleistungsprüfung in Sachsen: Wieder Spitzenwerte

07.01.2014

Bildautor: © Karsten Bär

Im Durchschnitt gibt eine sächsische Kuh 9 226 kg Milch im Jahr. Damit ist die Milchleistung im abgelaufenen Prüfjahr um 49 kg/Jahr gestiegen.

Die durchschnittliche Milchleistung ist in Sachsen im abgelaufenen Prüfjahr um 49 kg je Kuh und Jahr auf 9 226 kg gestiegen. Unter den neuen Bundesländern konnten nur die Thüringer Berufskollegen mit 9 245 kg eine höhere Jahresleistung ihrer Milchkühe verbuchen. Platz eins erreicht der Freistaat laut Auswertung der Milchleistungsprüfung (MLP) allerdings bei den Inhaltsstoffen. „Der Fettanteil ist um 0,02 % gestiegen, Eiweiß bleibt stabil bei guten 3,4 %“, so Angelika Lange,  Leiterin der MLP und HIT/VVVO beim Landeskontrollverband Sachsen. Mit durchschnittlich 689 Fett-Eiweiß-Kilo, das sind 6 kg mehr als im Vorjahr, sei Sachsen in den neuen Ländern Spitze.

Grundlage für diese Daten ist die Auswertung der Leistung von insgesamt 182 399 Kühen in Sachsen, das sind 96,7 % aller im Freistaat gehaltenen Milchkühe und zugleich 400 mehr als im vergangenen Jahr. „Dass die Zahl leicht gestiegen ist, war bei den Milchpreisen in diesem Jahr nicht anders zu erwarten“, interpretiert die MLP-Leiterin. Auf die gleiche Ursache zurückzuführen ist aus ihrer Sicht auch die  leichte Verbesserung der durchschnittlichen Nutzungsdauer sächsischer Milchkühe. Dieser Wert stieg im abgelaufenen Prüfjahr um 0,2 auf 24,8 Monate. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die Kühe bewusst länger gehalten werden“, beurteilt sie dies auch aus der Erfahrung anderer Jahre.

Auch Anzeichen für eine weitere Konzentration der Milcherzeugung lassen sich aus den Daten der MLP erkennen. Trotz leicht höherer Kuhzahl sank die Zahl der MLP-Betriebe um 25 auf 803. Im Durchschnitt wurden 227,1 Kühe pro Betrieb gehalten, das sind 7,3 mehr als im Jahr zuvor. „Die Betriebe, die aus der MLP herausfallen, haben in der Regel die Milchproduktion eingestellt“, meint Angelika Lange. In anderen Betrieben bestehe jedoch noch Kapazität, die Bestände weiter auszubauen. „Viele sind schon in der Spur, auf das Auslaufen der Quotenregelung zu reagieren“, weiß die MLP-Leiterin. Davon zeugen auch zahlreiche Investitionen, unter anderem in Automatische Melksysteme, die zum Teil noch nicht vollständig ausgelastet sind und ein späteres Ansteigen des Tierbestandes erlauben.

Die beste Kuh des Freistaates: Melanie 2

Knapp zehn Prozent aller sächsischen MLP-Betriebe konnten 2012/13 eine Milchleistung von über 10 000 kg erreichen. Davon erzeugten 22 Betriebe mehr als 11 000 kg Milch je Kuh. Spitzenreiter und einziger Betrieb mit mehr als 12 000 kg je Kuh war die Rinderproduktions eG Neusorge. Dort wurden 12 750 kg Milch gemolken – und dies bei 890 Fett-Eiweiß-Kilo, dem zweitbesten Wert in ganz
Sachsen. Nur die Agrargenossenschaft Doberschütz erreichten bei den Inhaltsstoffen bessere Werte: 892 Fett-Eiweiß-Kilo je Kuh bei einer Milchleistung von 11 800 kg. Mit 868 Fett-Eiweiß-Kilo erreichte die Agrarproduktion „Zur Bastei“ Lohmen im einzelbetrieblichen Vergleich bei den Inhaltsstoffen den dritten Platz. Die 12 000-kg-Marke bei der durchschnittlichen Milchleistung verfehlte der Betriebe mit 11 989 kg nur knapp.

Das Spitzentier des vergangenen Prüfjahres im Freistaat Sachsen weiß die Agrargenossenschaft Langenchursdorf in ihrem Bestand. Die  im Jahr 2007 geborene Kuh Melanie 2 erbrachte eine Leistung von 16 618 kg Milch und 1 310 Fett-Eiweiß-Kilo. Hohe Leistung liegt in ihren Genen: Auch
Mutter Melanie wartetet mit Spitzenleistungen auf und war bereits  mehrmals unter den besten Kühen in Sachsen. Sie wurde im Jahr 2000 geboren, zählt zu den 100 000-kg-Kühen und wird immer noch gemolken. Aktuell befinden sich in sächsischen Ställen 199 Kühe, die mehr als 100 000 kg Milch gegeben haben. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr 107 Kühe – und „keineswegs nur aus kleinen Betrieben“, wie Angelika Lange betont.  

Bessere Werte auch bei den Zellzahlen

Fragen der Tiergesundheit und des Tierwohles stehen immer mehr im Mittelpunkt. Einen Beitrag, die entsprechenden Parameter zu überwachen, leistet auch die MLP. Für die Eutergesundheit sind insbesondere die Zellzahlen wichtig. Hierbei ist eine Verbesserung zu konstatieren. „In vielen Monaten lagen die Werte niedriger als in den Jahren zuvor“, so Angelika Lange. Insgesamt sank die durchschnittliche Zellzahl von 281 000 auf 270 000. „Das muss man erst einmal schaffen.“ Es zeige, dass Bemühungen zur Verbesserung unternommen wurden, die sich auch auszahlten.

Mit dem Auslaufen der Übergangsregelung für das neue Tierzuchtgesetz wird ab 2014 auch die MLP unter anderen Voraussetzungen erfolgen. Für ihre Fortsetzung gibt es einen Fördertitel, jedoch sind die Modalitäten noch nicht abschließend geklärt. In Kürze wird hierzu mit einer Entscheidung gerechnet.

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