Meisterbriefe erhalten

06.07.2016

Meister-Jahrgang 2016 © Karsten Bär

Am Wert dieses Abschlusses gibt es nichts zu rütteln. „Meister werden gebraucht“, sagte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt, als kürzlich in den Fachschulen für Agrartechnik und Gartenbau in Pillnitz die diesjährigen Absolventen der Meisterprüfungen in den Grünen Berufen ihre Zeugnisse erhielten. Der Abschluss bilde auch in Zukunft das Rückgrat für die Entwicklung von Fachkräften in der Agrarbranche, so Schmidt. Den Meisterbrief infrage zu stellen, wie es hin und wieder z. B. auf europäischer Ebene geschehe, sei keine gute Idee.

 

Abschluss eröffnete viele Möglichkeiten


Mit 40 Jungmeistern aus den Berufsgruppen der Landwirte, Tierwirte und des Garten- bzw. Garten- und Landschaftsbaus, denen der Minister in Pillnitz gratulieren konnte, ist der Meisterjahrgang 2016 nicht ganz so groß wie der des Vorjahres, als 71 Absolventen (mit Forstwirten, aber ohne Gartenbau) den Meisterbrief in Empfang nahmen. Doch schon im kommenden Jahr steht dem Vernehmen nach wieder ein zahlenmäßig stärkerer Jahrgang an – das Interesse am Erwerb des Abschlusses Meister wie auch anderer höherer Abschlüsse ist im Vergleich zur allgemeinen Personalentwicklung der Branche relativ hoch.


Im Einzelnen erwarben in diesem Jahr elf junge Fachkräfte den Abschluss als Landwirtschaftsmeister sowie sechs Männer und eine Frau den Tierwirtschaftsmeister in der Fachrichtung Schäferei. 21 Männer und Frauen erhielten in fünf verschiedenen Fachrichtungen ihren Abschluss als Gartenbau- oder Gärtnermeister. In Abwesenheit wurde während der feierlichen Zeugnisübergabe auch der erfolgreiche Abschluss der Meisterprüfung einer Hauswirtschafterin gewürdigt. Ihre Abschlusszeugnisse erhielten in Pillnitz darüber hinaus auch zehn frischgebackene Techniker in den Bereichen Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau.


Die besten Abschlüsse erreichten unter den Landwirtschaftsmeistern Sebastian Gerhardt (Abschlussnote 1,66) sowie Stefan Synde (1,76) und Gerd Tusche (1,83). Unter den frischgebackenen Schäfermeistern stach leistungsmäßig die einzige Frau, Kerstin Doppelstein, mit einem Durchschnitt von 1,66 heraus.


Mit ihrer Entscheidung, die bestehenden Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen und die Meisterprüfung zu absolvieren, hätten sie  „den Schritt von der Fach- zur Führungskraft“ getan,  gab Minister Schmidt den jungen Meisterinnen und Meistern zu verstehen. Der Abschluss eröffne viele Möglichkeiten für das weitere Berufsleben. Neben praxisbezogenen Kenntnissen hätten sie auch die Voraussetzungen zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Wahrnehmen von Führungsaufgaben erworben. Er hoffe, dass die jungen Meister wettbewerbsfähige Unternehmen führen und sich nachhaltig um den Berufsnachwuchs bemühen werden und der Öffentlichkeit ein positives Bild von den Grünen Berufen vermitteln. Denn um für die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der Branche zu begeistern, bedürfe es eines modernen Images. Auch der Freistaat unterstütze diese Bemühungen,  etwa durch Projekte wie „Lernerlebnis Bauernhof“, das auf ein frühes Interesse von Kindern und Jugendlichen für die Landwirtschaft abzielt, oder durch Schaffung guter Voraussetzungen für die Aus- und Weiterbildung.

 

Verantwortung in der Ausbildung übernehmen


Glückwünsche erhielten die jungen Meisterinnen und Meister auch von Vertretern der Branchenverbände, die sich in diesem Rahmen auch für den Erhalt der Aus- und Fortbildungsbedingungen in Sachsen aussprachen. Wiederholt wurde zudem die Tatsache betont, dass mit Erwerb des Abschlusses das Lernen nicht vorbei sei. „Die besten Meister sind immer auch Schüler geblieben“, hieß es. Dass Meister dem eigentlichen Wortsinn nach auch „Lehrer“ bedeute, hob Matthias Itzerott vom Genossenschaftsverband hervor und verwies auf die Verantwortung, die die jungen Meisterinnen und Meister für die Ausbildung von Berufsnachwuchs tragen. Mehr klassische Berufsausbildung wünschte sich Gunther Zschommler vom Vorstand des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB). Immer mehr junge Leute würden studieren wollen, was zulasten der Besetzung von Ausbildungsplätzen gehe.


Nicht nur Meister, auch und vor allem Facharbeiter werden in der Landwirtschaft gebraucht – doch um Letztere auszubilden, sind Meister unverzichtbar.

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