Meisterbrief: Verdienter Lohn für harte Arbeit

10.07.2014

© Karsten Bär

Ihren Meisterbrief konnten 27 junge Fachkräfte aus den Händen von Agrarminister Frank Kupfer entgegennehmen.

Ein Spaziergang ist es ganz sicher nicht gewesen. Im Gegenteil: Auf dem Weg zum Abschluss waren harte Arbeit und etliche Prüfungen zu bewältigen. „Aber man muss das als Chance sehen“, sagt Antje Schöniger. Die 25-Jährige hat ihre Chance genutzt, an der Fachschule Zwickau einen Meistervorbereitungskurs besucht und erfolgreich die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin abgeschlossen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,56 gehört die frischgebackene Meisterin zu jenen vier ihres Jahrganges, die vergangene Woche Donnerstag bei der Meisterbriefübergabe wegen besonders guter Leistungen noch einmal gesondert nach vorn gerufen und geehrt wurden.

Dabei ist sie – wie auch die anderen drei Besten des Jahrgangs – eigentlich Quereinsteiger. Nach dem Abitur hatte die junge Frau zunächst Slawistik studiert. Mit Pferden allerdings war sie schon von Kindesbeinen auf in Kontakt. Ihre Eltern führen in Lengenfeld im Vogtland einen Pferdebetrieb. Und dorthin zog es sie zurück. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne eine Erstausbildung möglich ist, den Meisterabschluss zu erwerben. „Dazu habe ich mich dann spontan entschlossen“, blickt sie zurück. „Und ich würde es jederzeit wieder tun.“

Wie Antje Schöniger haben insgesamt 29 junge Fachkräfte in diesem Jahr in Sachsen erfolgreich ihre Prüfung zum Landwirtschafts-, Pferdewirtschafts- oder Schäfermeister abgelegt. Im Hauptgestüt Graditz haben vergangene Woche Donnerstag 27 von ihnen ihren Meisterbrief aus den Händen von Agrarminister Frank Kupfer entgegengenommen. Die Mehrzahl von ihnen, insgesamt 16, sind von nun an Landwirtschaftsmeister, unter ihnen auch zwei Meisterinnen. Ein junger Schäfer erhielt ebenfalls den Meisterbrief. Die Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister legten neun junge Frauen und ein junger Mann ab, letzterer als Jahrgangsbester.

„Sie werden gebraucht!“, gab Minister Kupfer den jungen Meistern in seiner Festansprache mit auf den Weg. „Als Fachkräfte, Unternehmer und als Ausbilder.“ Prognosen zum Fachkräftebedarf gingen davon aus, dass in den Grünen Berufen jährlich 50 bis 55 neue Meister benötigt würden. „In Ihrem Jahrgang sind es 29 – man wird sich um Sie reißen“, so Kupfer. Was für den einzelnen Absolventen ein Vorteil sein mag, ist für die Branche allerdings ein Problem. Insbesondere die Frage nach dem Berufsnachwuchs bereite ihm Sorgen, sagte der Minister. „Die Zeiten, in denen Betriebe um den besten Lehrling konkurrierten, sind vorbei. Heute geht es darum, überhaupt einen Lehrling zu bekommen.“ Sein Haus werde jedoch nicht darin nachlassen, weiter für die Grünen Berufe zu werben, um junge Menschen für eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich zu interessieren. Diese Aufgabe liege nun aber auch in den Händen der frischgebackenen Meister, ebenso wie Möglichkeiten der beruflichen Verwirklichung. „Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen der Meisterbrief bietet“, empfahl Kupfer den Absolventen.

Im Namen der Verbände gratulierten der Vizepräsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, Gunther Zschommler, und der Präsident des Landesverbandes Pferdesport Sachsen, Andreas Lorenz, sowie der Präsident des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen, Roland Freiherr von Fritsch, den jungen Meistern. Stellvertretend für die Absolventen dankten Pferdewirtschaftsmeister Torsten Sonntag und Landwirtschaftsmeister Sebastian Stolzki ihren Lehrkräften, Betreuern und Betrieben für die Begleitung und Unterstützung auf dem Weg zum Meisterbrief. 

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