Liquiditätshilfe vor Mengenreduzierung

07.04.2016

© Sabine Rübensaat

Der Vorschlag des Thüringer Bauernverbandes, mit einer Schlachtprämie für Milchkühe die Milchmenge zu senken und damit Impulse für Preissteigerungen zu geben, ist innerhalb des DBV offenbar auf keine Resonanz gestoßen. Wie der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB), Wolfgang Vogel am Mittwoch am Rande der SLB-Jubiläumsfeier auf Nachfrage der BauernZeitung bestätigte, seien die Thüringer Vorschläge  in den DBV-Gremien Anfang der Woche diskutiert und, so Vogel, nahezu einstimmig abgelehnt worden.

 

Nur Zuschüsse helfen

 

Der SLB-Präsident sagte, über eine Mengenregulierung müsse man zum Zeitpunkt nicht reden. Was jetzt von den Betrieben gebraucht werde, seien wirksame Liquiditätshilfen. „Und zwar sofort und in Form eines sogenannten verlorenen Zuschusses“, so Vogel. Liquiditätshilfen in Form von Krediten würde den Milcherzeugern unter den aktuellen Umständen nicht mehr helfen. Als mögliche Quelle für Zuschüsse an Milcherzeuger sieht der SLB-Präsident in der Notstandsbeihilfe, die der Bund mit Mitteln ausstatten müsste.

 

Mengenreduzierung wirkt nicht sofort

 

Die Verringerung der Menge würde indes aus Vogels Sicht keine sofortige Verbesserung des Milchpreises nach sich ziehen. Die Reduzierung von Milchkuhbeständen wäre zudem mit der Abschaffung von Arbeitsplätzen verbunden, was ebenfalls gesellschaftliche Kosten verursache. In der Preiskrise sieht die SLB-Spitze Staat und Gesellschaft in der Pflicht.

 

Zu Aktionen bereit

 

Vize-Präsident Gerhard Förster sagte, die derzeitige Situation sei zwar einerseits durch die weltweit unter Druck stehenden Agrar-Rohstoffmärkte verursacht, andererseits aber auch durch die immer weiter steigenden Lasten, die der Landwirtschaft in Form von Auflagen und Reglementierungen auferlegt würden und die Wirtschaftlichkeit weiter einschränkten. „Wenn sich die Situation weiter verschärft, sind wir bereit mehr zu tun, als kürzlich bei unserer Aufklärungsaktion in fünf sächsischen Städten“, betonte Förster. Die Politik sei in der Pflicht, sich an das Landwirtschaftsgesetz zu erinnern und die darin festgelegte Beteiligung der Landwirte an der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zu gewährleisten.

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