Lipsia-Bundesschau: Gefiederte Schönheiten

07.01.2014

Bildautor: © Kathrin Große

Fast ein Jubiläum: Im kommenden Frühjahr werden es schon zehn Jahre sein, in denen sich Lisa Ebert aus Marieney mit Russischen Gänsen beschäftigt. Bereits mit vier Jahren wurde sie Nachwuchszüchterin.

Nach der riesigen Europaschau im vergangenen Jahr ging es dieses Mal auf der Lipsia etwas familiärer zu. Trotzdem war genug los. Zu den Ausstellern zählte zum Beispiel Lisa Ebert aus Marieney. Sie gehört mit ihren 13 Jahren zu den hoffnungsvollen Jungzüchtern. Zudem sind Mädchen ohnehin relativ selten in dieser Branche. Die Schülerin stellte auf der Lipsia-Bundesschau sechs Russische Gänse aus. Von den Preisrichtern bekam sie dafür überwiegend sehr gute Noten. Zwei ihrer Tiere wurden ihr gleich auf der Messe von anderen Züchtern abgekauft. Von klein an hat Lisa Ebert ein großes Herz für Tiere, vor allem fürs Federvieh. Auf ihrem Bauernhof halten die Eberts neben Gänsen auch Enten, Hühner und Tauben sowie Kanarienvögel, Pfauen und sogar einen Papagei. „Mit vier Jahren habe ich angefangen zu züchten“, erinnerte sich Lisa und fügte hinzu: „Ich finde es einfach schön, die Tiere aufwachsen zu sehen“.

Brahmas sind schmuck und liefern viel Fleisch

Auch der 16-jährige Franz Rauschenbach aus Liptitz bei Wermsdorf stellte seine besten Tiere in Leipzig aus. Er war mit acht Brahmas vertreten. Bei dieser Hühnerrasse ist er im vergangenen Jahr sogar Europameister geworden. In diesem Jahr reichte es zwar nicht zum Siegertitel, dennoch war er  mit den sehr guten Noten der Preisrichter zufrieden. Er stellte bereits das dritte Mal auf der Lipsia aus. Mit zwölf Jahren entdeckte er sein Hobby. Für die Brahmas entschied er sich aus mehreren Gründen: „Die  machen was her vom Aussehen, sie sind eine alte Rasse, und obendrein liefern sie viel Fleisch.“ Der junge Mann absolviert bereits eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker, die Zucht will er weiter betreiben. Sein Vater Ulf Plotz unterstützt ihn gerne dabei: „Ich bin froh, dass er so ein schönes Hobby hat“.

Zu den Ausstellern gehörte auch Joachim Reinhold aus Reichenbach mit weißen Kingtauben. Mit zwölf Exemplaren war er vertreten. Die Preisrichter bewerteten sie in Form, Schönheit und den typischen Rassemerkmalen überwiegend mit „Sehr gut“. Zudem bekam er Ehren- und Zuschlagspreise. Seit seiner Jugend züchtet er Rassegeflügel. „Durch meinen Großvater bin ich dazu gekommen. Er hat Hühner gezüchtet und auch regelmäßig ausgestellt“, erzählt der Vogtländer. Zunächst züchtete er ebenfalls Hühner, aber mit der Wende schwenkte er auf Kingtauben um. „Ich bin durch Ausstellungen auf sie aufmerksam geworden, die haben mir schon immer gefallen.“ Diese Tiere gehören zu den schwersten Taubenrassen überhaupt – sie sind etwa ein Kilogramm schwer. Reinhold schätzt die Eigenschaften der Kingtauben: „Sie sind zahm, sehr umgänglich, ruhig und fliegen aufgrund ihres Gewichts nicht fort“. Zuhause hat Reinhold etwa 100 Kingtauben. „Die Taubenzucht ist meine Freizeitbeschäftigung. Andere gehen gern auf den Fußballplatz, ich gehe lieber auf Ausstellungen.“ So ist er regelmäßig auf der VDT-Schau dabei, die auch in diesem Jahr an die Lipsia-Bundesschau angeschlossen war. Für ihn sei Leipzig das schönste Ausstellungszentrum Deutschlands. „Leipzig ist nicht so weit, die Bedingungen sind ideal, und die Konkurrenz ist hoch“, lobte der Züchter, auch wenn es diesmal nicht zum  Titel gereicht habe.

Pluspunkte für die Messestadt

Doch die Messestadt hat noch einen anderen Pluspunkt. Der nahe gelegene Flughafen Leipzig/Halle fertigt Tiere ab. Ansonsten ist das in Deutschland nur noch in Frankfurt am Main möglich. Lipsia-Ausstellungsleiter Dr. Lothar Heinrich dazu: „Zuchtfreunde aus aller Welt nutzen diese Möglichkeit, um hier Tiere in Leipzig zu kaufen und direkt verfrachten zu lassen“. So gingen „Lipsia-Tiere“ unter anderem nach Russland und sogar in die USA. Insgesamt zog Dr. Heinrich ein positives Fazit über die diesjährige Schau. „Wir sind sehr zufrieden und hatten auch noch Glück mit dem Wetter“, freute sich der 68-Jährige. Nächstes Jahr findet vom 5. bis 7. Dezember die „Nationale“ in Leipzig statt. Die Lipsia wird dann wieder größer.

Autor: Bauernzeitung Kathrin Große

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