LfULG: Nur noch Kernaufgaben

17.01.2014

© Karsten Bär

In der neu geschaffenen Abteilung Landwirtschaft finden sich seit Jahresbeginn auch das Lehr- und Versuchsgut sowie die ebenfalls in Köllitsch angesiedelte Abteilung „Tierische Erzeugung“ wieder.

Mit strafferen Strukturen will sich das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) künftig auf wesentliche Kernaufgaben konzentrieren. Zum Jahresbeginn hat die Behörde den Zuschnitt ihrer Abteilungen verändert und die interne Aufgabenverteilung neu geregelt. Wichtigste Änderung aus Sicht der Landwirtschaft: Statt der bisherigen Abteilungen Pflanzliche Erzeugung und Tierische Erzeugung gibt es ab sofort nur noch die Abteilung Landwirtschaft. Die ebenfalls vorgesehene Umwandlung der LfULG-Außenstellen in Förderzentren und Servicestellen ist auf den 1. Januar 2015, dem Termin des Inkrafttretens der neuen EU-Agrarförderung, verschoben worden.

Bis 2020 erheblicher Stellenabbau

Grundlage für die Strukturveränderung ist das „Entwicklungskonzept LfULG 2020“, das bereits 2010 durch das Agrarministerium bestätigt worden war. „Dieses Konzept gibt es nicht ohne Grund“, so Karin Bernhardt, Pressesprecherin des LfULG. „Unser Haus hat einen erheblichen Personalabbau zu bewältigen. Das heißt, es müssen Prioritäten gesetzt werden.“ Wolle man mit weniger Leuten weiterhin gute Arbeit leisten, müsse man sich auf die Kernaufgaben konzentrieren, Ressourcen bündeln und schauen, wo sich durch Straffung fachliche Synergien erreichen ließen. Zugleich verringere sich mit der Umstrukturierung – trotz gleichbleibender Zahl an Abteilungen – die Leitungsspanne, also die Zahl der leitenden Mitarbeiter, die direkt dem Präsidenten unterstellt sind.

Als die Kernaufgaben, auf die sich seine Behörde konzentrieren wird, nennt LfULG-Präsident Norbert Eichkorn die fachbezogene Politikunterstützung – also beispielsweise Stellungnahmen für das Agrarministerium als Grundlage für politische Entscheidungen –, den Hoheitsvollzug, die Fachrechtsberatung, die wissenschaftliche Begleitung der Förderung sowie die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung. Dieser Block werde prioritär mit Personal ausgestattet, was zwangsläufig zu Einschnitten bei anderen Aufgaben führe. Für die angewandte Forschung und den Wissenstransfer werden demnach  weniger Ressourcen zur Verfügung stehen. Völlig verabschiedet habe man sich von der betriebswirtschaftlichen Beratung, so Eichkorn. Als hoheitliche Aufgaben nicht von Einschnitten betroffen sind Warndienst, Pflanzengesundheit und Saatgutanerkennung. Auch das Sortenversuchswesen werde nicht berührt.

„Wir werden schlanker, das ist der Hintergrund für die Zusammenlegung der
Abteilungen Tierische Erzeugung und Pflanzliche Erzeugung“, erklärt der Präsident. In der neuen Abteilung Landwirtschaft würden nunmehr die Fachaufsicht sowie die Planung und Koordinierung aller Aufgaben im Bereich Landwirtschaft in einer Hand erfolgen, auch mit Blick auf eine nachhaltige Arbeitsteilung mit Partnern in Sachsen und anderen Bundesländern.

Fachliche Präsenz vor Ort bleibt gewährleistet

Geleitet wird die neue Abteilung Landwirtschaft von Dr. Eberhard Bröhl, der bisher der Abteilung Pflanzliche Erzeugung vorstand. Dr. Uwe Bergfeld, bisher Chef der Abteilung Tierische Erzeugung, leitet nunmehr das Referat „Koordinierung, Fachrecht“ und ist zugleich Referatsgruppenleiter für die Referate seiner alten Abteilung. Der Landwirtschaftsabteilung wurde auch das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch zugeordnet, das bislang innerhalb des Landesamtes eigenständig war.

Die fachliche Vor-Ort-Präsenz des Landesamtes sollen nach wie vor die Außenstellen sicherstellen, die ab dem 1. Januar 2015 als Förderzentren und Servicestellen auftreten. Lediglich die bisherige Außenstelle Mockrehna geht in das Förderzentrum Wurzen über. Zuständig sein werden diese Einrichtungen für Fachrechtsberatung, Flächenförderung sowie Beratung und Weiterbildung im öffentlichen Interesse. Für die Investitionsförderung wird zentral das Förderzentrum Nossen verantwortlich sein.

Neu geschaffen wurde zu Jahresbeginn auch die  Abteilung 9 „Bildung, Hoheitsvollzug“. Ihr wurden verschiedene Referate mit hoheitlichen Aufgaben aus anderen Abteilungen, unter anderem aus der alten Abteilung Pflanzliche Erzeugung, zugeordnet. Damit wolle man den Hoheitsvollzug im Bereich Landwirtschaft bündeln und zugleich strikter von Fach- und Förderaufgaben trennen, auch mit Schutzwirkung für Dritte insbesondere im Umwelt- und Verbraucherschutz, heißt es aus dem Landesamt. Mit dem Referat „Berufliche Bildung“, das zugleich „Zuständige Stelle“ nach dem Berufsbildungsgesetz ist, bündle man eine Querschnittsaufgabe in der neuen Abteilung.

Bis 2020 muss das Landesamt den Plänen des Freistaates entsprechend  307,5 unbefristete Stellen abbauen, was für 182 Stellen bereits geschehen ist. Diese Stellenangaben seien dienstpostenbezogen und nicht der entsprechenden Zahl an Mitarbeitern gleichzusetzen, heißt es aus dem LfULG. Im Zieljahr sollen noch rund 900 Mitarbeiter beschäftigt sein, zuzüglich diverser befristeter Projektstellen. Erreichen will man den Abbau über Altersabgänge und entsprechende interne Umsetzungen von Mitarbeitern. „Wir kündigen niemanden“, betont Eichkorn. Auch Neueinstellungen seien weiterhin vorgesehen. So habe man im vergangenen Jahr 28 neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Veränderungen im Überblick

Die Abteilung Landwirtschaft (Leitung: Dr. Eberhard Bröhl) vereint die Referate „Koordinierung, Fachrecht“, „Pflanzenbau“, „Pflanzenschutz“, „Tierzucht, Tierhygiene“, „Tierhaltung, Fütterung“, „Fischerei“ , „Multifunktionale Versuchsbasis Pflanzenbau“ sowie das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch.

Der Abteilung Bildung/Hoheitsvollzug (kommissarische Leitung: Heinz Gräfe, Ständiger Vertreter des Präsidenten) sind die Referate „Berufliche Bildung/Zuständige Stelle“, „Kontrolldienst Agrarwirtschaft“, „Pflanzengesundheit“, „Saatgutanerkennung“ und als „Bildungszentrum“ die bisherige Fortbildungsstätte Reinhardtsgrimma zugeordnet.

Die jetzigen LfULG-Außenstellen werden zum 1. Januar 2015 umgewandelt. Künftig gibt es die Förderzentren Zwickau (mit angeschlossenen Servicestellen Plauen und Zwönitz), Wurzen (mit Rötha), Nossen (mit Pirna, Großenhain und Mittweida) und Kamenz (mit Löbau).

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