Landeshüten: Gut führig trotz Hitze

24.07.2014

© Karsten Bär

Die Herde lief dank ausgezeichneter Vorbereitung des gastgebenden Betriebes auch bei den herrschenden hochsommerlichen Temperaturen gut.

Hanno Franke brachte es auf den Punkt. „Ein anspruchsvolles Hüten“, urteilte der Zuchtleiter des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes (SSZV) bei der Auswertung des Landeshütens vergangenen Sonnabend auf den Muldewiesen bei Eilenburg. Womit er auf Zweierlei verwies: Die enorme Hitze forderte Hütern, Hunden und Herde einiges ab. Zugleich aber waren vom gastgebenden Betrieb, der Agrargenossenschaft „Heideglück“ Sprotta, beste Bedingungen für den Hütewettbewerb geschaffen worden. Die Herde lief trotz hoher Temperaturen, war hervorragend vorbereitet und gut führig. Mehr als den Schafen schien den Hütehunden die Hitze zu schaffen zu machen.

Vier Hüter waren in den Wettbewerb gegangen: Schäfermeister Winfried Weinhold aus Riesa-Göhlis mit seinen Deutschen Schäferhunden Blanka und Hera, Schäfermeister Enrico Adler von der Agrofarm Markneukirchen mit Alice und Cherry, ebenfalls zwei Deutschen Schäferhunden, und die beiden beim gastgebenden Betrieb beschäftigten Schäfer Klaus Beggel mit den Altdeutschen Schäferhunden Bruno und Giedo sowie Michael Schulze mit den Altdeutschen Jack und Ackzel.

Lag es am Heimvorteil oder an der Rasse der Hütehunde: Als bester Hüter ging am Ende Michael Schulze mit seinen Altdeutschen Schäferhunden aus dem Leistungsvergleich. Er erhielt von den drei Richtern – Schäfermeister Thomas Muche aus Rietschen, Schäfermeister Steffen Skibbe aus Waldenburg und Zuchtleiter Hanno Franke – 98 von 115 möglichen Punkten und lag in der Beurteilung sowohl der Hüteleistung als auch des Halbenhundes vor den Mitbewerbern. Mit 90,5 Punkten folgte dem Sieger des Hütens sein Kollege Klaus Beggel (90,5 Punkte). Die Schäfermeister Weinhold (70,5 Punkte) und Enrico Adler (64,5 Punkte) rangierten auf den Plätzen drei und vier.

Mit seinem zweiten Platz beim diesjährigen Landeshüten verabschiedete sich Klaus Beggel sowohl in den Ruhestand als auch aus dem Leistungshüten, an dem er jahrelang mit einigen Erfolgen teilgenommen hatte. Mittlerweile ist die Zahl aktiver Hüter, die ihr Können auch öffentlich bei Hütewettbewerben unter Beweis  stellen, in Sachsen recht überschaubar geworden. In der täglichen Arbeit werde immer seltener gehütet, erklärt Dr. Regina Walther, Vorstandsmitglied des SSZV und langjährige Zuchtleiterin. Gleichwohl sei das Hüten immer noch wichtig, beispielsweise im Rahmen der Landschaftspflege auf einzelnen Flächen. Erfolgreich weitergegeben werden könne das hierfür notwendige Wissen nur von erfahrenen Hütern. Entsprechend wichtig sei es, Hüter-Nachwuchs heranzuziehen. Hüten gehöre zum Handwerk des Schäfers – und brauche mehr Stellenwert, auch in der Ausbildung, so Regina Walther.

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