Kleine Grüne Woche

19.03.2015

© Dr. Manfred Böhm

Beim Rundgang über den Europäischen Bauernmarkt machten sich dessen Schirmherr Agrarminister Thomas Schmidt und weitere Ehrengäste ein Bild von der Vielfalt an Angeboten.

Französische Schinken- und Wurstspezialitäten, Fisch, Pilze, Wurst sowie Kuh- und Ziegenkäse aus dem Vogtland, arktischer Honig, griechisches Oliven- und Lausitzer Leinöl, Krakauer Wurst und polnischer Wodka, erlesene Weine aus ganz Europa – die Liste ließe sich weiter fortsetzen. Gepaart mit traditioneller Volksmusik aus Polen sowie Auftritten von Chören, Kulturgruppen, Schulen und Kindertagesstätten der Region sorgten die angebotenen Gaumenfreuden für das einzigartige Flair, das vom 6. bis 14. März weit über 35 000 Besucher zum Europäischen Bauernmarkt nach Plauen lockte. „Für alle Beteiligten eine rundum gelungene Veranstaltung“, zeigt sich Organisator Michael Bretschneider, Vorsitzender des Vereins Vogtländischer Bauernmarkt e. V. nach deren Abschluss mehr als zufrieden. Kein Zufall war es, dass sich der Partnerlandkreis des Vogtlandes, der polnische Kreis Kielce in diesem Jahr besonders präsentierte. Schon viele Jahre gibt es eine enge Zusammenarbeit, so auch seit 15 Jahren zwischen den Landwirtschaftsschulen.

Als „Kleine Grüne Woche“ wird der Europäische Bauernmarkt auch bezeichnet. Doch anders als in Berlin werden von den Plauener Organisatoren – dies sind neben dem Verein Vogtländischer Bauernmarkt  das Landratsamt Vogtlandkreis, die Stadt Plauen, die LfULG-Informations- und Servicestelle Plauen und das Europabüro Dr. Peter Jahr – kein Eintritt und keine Parkgebühren verlangt. Wie in den Vorjahren hatte das Möbelhaus biller die Veranstaltungshalle wieder kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein Beitrag zur Förderung der Landwirtschaft in der Region, wie Geschäftsführer Rainer Biller erklärte, der sich zur Eröffnung des Bauernmarktes erfreut über die inzwischen 20. Auflage dieser Veranstaltung zeigte. 

Zusammenspiel sorgt für Erfolg

„Eine Garantie für einen dauerhaften Erfolg des Bauernmarktes konnte vor 20 Jahren niemand geben. So lange war bisher auch kaum solch eine Initiative in Deutschland lebensfähig“, stellte Michael Bretschneider im Rückblick fest. „Diese Verzahnung von Landwirtschaft, speziell der Direktvermarkter, Wirtschaft, Handel, Tourismus und Institutionen und Vereinen, gepaart mit einem großen persönlichen Engagement und Optimismus vieler, ist das Erfolgsrezept.“ Die beteiligten Direktvermarkter aus ganz Europa schätzen Plauen als guten Gastgeber. 70 Austeller aus 13 Ländern waren in diesem Jahr dabei – vor 20 Jahren war man mit Teilnehmern aus sechs Ländern gestartet. In Summe dürften auf den bisherigen Europäischen Bauernmärkten im biller-Möbelhaus ca. 700 000 Besucher die Köstlichkeiten probiert und mit nach Hause getragen haben.

Den Ideengebern, Gründern und treuen Unterstützern des Europäischen Bauernmarktes sprach Agrarminister Thomas Schmidt, der als Schirmherr der Veranstaltung trotz seines Geburtstages am Eröffnungstag fünf Stunden in Plauen verbrachte, seine Anerkennung aus. Neben Michael Bretschneider würdigte er hierbei auch den Staatsminister a. D. Dr. Rolf Jähnichen, den leitenden Landwirtschaftsdirektor a. D. Armin Döhler und den langjährigen Europaabgeordneten Dr. Lutz Göpel, die alle drei ebenfalls anwesend waren.

Über EU-Agrarpolitik diskutiert

Schmidt diskutierte beim anschließenden Agrarpolitischen Gespräch, das traditionell den Markt eröffnete, mit dem EU-Agrarausschussvorsitzenden Dr. Czesław Adam Siekierski, dem EU-Abgeordneten Peter Jahr, sowie Michal Godoski (Landrat Kielce, Polen), Michael Bret­schneider, Landwirtin Katrin Glück und Plauens Oberbürgermeister Ralf Obendörfer. Der Minister betonte dabei, dass Sachsen eine der nur neun von insgesamt 118 Regionen der EU sei, deren Förderprogramme für die neue Periode bereits durch die EU genehmigt seien. Sächsische Bemühungen gebe es, manches noch zu entbürokratisieren. Diesem Ziel hat sich auch Dr. Peter Jahr verschrieben, der dem neuen Agrarkommissar Phil Hogan dies als vorrangig mit auf den Weg gegeben habe. Im Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA sehe man mehr Chancen als Risiken. Das ähnliche Abkommen zwischen EU und Kanada sei fast geräuschlos verabschiedet worden, so Jahr.  Der EU-Agrarausschuss werde die Umsetzung der Agrarreform überwachen und im Jahre 2016 eine Überprüfung der GAP, notfalls mit Korrekturen, vornehmen, so dessen Vorsitzender Siekierski, der sicher nicht wenige Eindrücke aus Plauen mit in seine Arbeit im Europaparlament einbeziehen wird.

Der Bauernmarkt war und ist auch eine ideale Stätte des persönlichen Erfahrungsaustausches der Teilnehmer, betonte Armin Döhler.  Ein Wettbewerb um die beste Standgestaltung  der verschiedenen Produktgruppen aus der Landwirtschaft, dem Handwerk und dem Tourismus unterstützte zusätzlich die Präsentation der Erzeugnisse.  Informationen zur Berufsausbildung der Grünen Berufe und kreative Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder rundeten das einwöchige Programm ab. Alles machte Lust auf den 21. Europäischen Bauernmarkt im nächsten Jahr.

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