Kein leichter Drusch

10.08.2017

© Karsten Bär

So gut wie abgeschlossen war zu Wochenbeginn die Ernte im Landwirtschaftlichen Unternehmen „An der Dresdner Heide“ GmbH & Co. KG in Großerkmannsdorf bei Radeberg. Einige wenige Hektar Weizen, Roggen und Erbsen standen noch im Feld. Unterbrechungen gab es während des Druschs häufig. „Aber das will ich nicht dramatisieren“, so Geschäftsführer Steffen Gröber. „Wir arbeiten schließlich unter freiem Himmel und müssen mit solchen Bedingungen rechnen.“ 

 

Große Spannbreite


Die Ergebnisse der Ernte seien breit gefächert. Beim Weizen reiche die Spanne von 50 bis über 70 dt/ha. Zufriedener sei man mit der Qualität. „Die steht, vor allem bei der Sorte Tiger“, erklärt der Geschäftsführer. Wintergerste brachte mit weit über 70 dt/ha ein gutes Ergebnis.  Gut, aber doch geringer als erwartet, fiel der Triticale-Ertrag aus. Unerfüllt blieben die Erwartungen hingegen beim Raps, wo man im Schnitt nur 30 dt/ha erntete, während man in anderen Jahren gewöhnlich um die 35 dt vom Hektar holte. „Interessant wird, wie sich die Preise beim  Raps entwickeln“, so Gröbner, der als Chef eines Milchviehbetriebs dabei auch die Rapsschrotpreise im Auge hat.


Während der Drusch in den Endspurt startet, wird die Arbeit im Betrieb nicht geringer. Das Stroh wird geborgen, der zweite Teil des dritten Schnitts vom Grünland eingebracht. Parallel dazu steht die Rapsaussaat an, zudem muss das schmale Zeitfenster genutzt werden, in dem nach der neuen Düngeverordnung das Ausbringen von Gülle vor Raps, Wintergerste und Zwischenfrüchten erlaubt ist. „Das sorgt für Arbeitsspitzen“, sagt der Geschäftsführer.

 

Start im Gebirge


Mit dem Drusch gestartet wurde in der Agrargenossenschaft „Bergland“ Clausnitz erst in der vergangenen Woche. Wintergerste hat der Betrieb nicht im Anbau, sodass es gleich mit dem Raps losging, der zumindest auf den Flächen in der Höhenlage zwischen 500 und 650 Meter NN zu diesem Zeitpunkt seine Reife erreicht hatte. Etwa die Hälfte der 250 ha Raps hatte man bis zum Wochenbeginn geschafft, wie Christoph Hänel sagt. Doch das Ergebnis sei „sehr ernüchternd“, so der Vorstandsvorsitzende. Um die 32 dt/ha habe man nur erreicht – in anderen Jahren bewegte sich der Ertrag meist um die 40 dt/ha. Im Rahmen des Erwartbaren scheine sich hingegen der Ertrag der Sommergerste, die überwiegend als Braugetreide vermarktet wird, einzupegeln. 200  ha hat der Betrieb im Anbau. Am Sonnabend startete der Drescher, rund 80 ha waren zu Wochenbeginn abgeerntet. Der Weizen, der ebenso wie Triticale auf rund 170 ha wächst, dürfte dieser Tage druschreif sein.


Da die Reifezustände erst jetzt erreicht wurden, konnte das sehr regnerische Wetter der vergangenen Wochen die Agrargenossenschaft nicht bei der Ernte hindern. Doch auch an den vergangenen Tagen gab es zwischenzeitlich Schauer, die dazu führten, dass Zwangspausen eingelegt werden mussten. Auch wenn man bisher gut im Plan gelegen habe, gerate mit jedem Regen der Erntefortschritt in Verzug.


Durchwachsen sind die bisherigen Ernteerträge des Landwirtschaftsbetriebs Christian Kunz in Härtensdorf bei Wildenfels. Der Familienbetrieb erntete nur rund 30 dt/ha Raps, in anderen Jahren sind es fast 40 dt/ha. Die Wintergerste brachte zwischen 60 und 68 dt/ha. Im Bestand waren viele Ähren abgeknickt. Immer wenn das Getreide die erforderliche Restfeuchte erreicht hatte, wurde der Drescher ins Feld gefahren – und musste oft genug wegen ­einsetzender Schauer alsbald wieder von dannen ziehen. Zu Wochenbeginn war der Weizen so weit, dass er gedroschen werden konnte.

 

Vor Dürre bewahrt


Die Landgut Staritz GmbH (Landkreis Nordsachsen) konnte am Montag die Ernte mit dem Drusch des letzten Roggens abschließen. Geschäftsführer Frank Neubauer konstatiert eine über alle Kulturen insgesamt durchschnittliche Ernte – „wider Erwarten“, wie er mit Blick auf ein sehr trockenes Frühjahr hinzufügt. Damals hätte man fast schon die  Erträge abgeschrieben, doch kurz vor Pfingsten kam schließlich doch noch ausgiebiger Niederschlag, der vieles kompensierte. Allerdings streuten die Erträge recht deutlich und zeigten vor allem auf den leichteren Standorten, dass die Bedingungen im Frühjahr eben nicht passten. Auf besseren Böden im Elbvorland sei der Ertrag jedoch gut gewesen, ebenso wie die Qualität, erklärt Neubauer. ­Begünstigt wurde dies durch den Umstand, dass die schweren ­Regenfälle zur Erntezeit, die andere Regionen heimsuchten, in der Region südlich von Torgau ausblieben.

 

Zeitlich im Rahmen


Zufrieden ist man in Staritz mit den durchschnittlichen 65 dt/ha, die beim Weizen geerntet wurden. Das Hektolitergewicht sei relativ  hoch. Was Rohproteingehalt und andere Parameter angehe, warte man noch auf die Ergebnisse, so Neubauer. Raps wuchs in diesem Jahr fruchtfolgebedingt häufig auf leichteren Standorten, weshalb auch die hier geernteten rund 30 dt/ha zufriedenstellen. Zumal, wenn man die Erträge von Nachbarbetrieben östlich der Elbe zum Vergleich nimmt. Hier seien teils Werte von unter 20 dt/ha zu verzeichnen gewesen, verdeutlicht der Geschäftsführer.


Der Ernteverlauf war auch in Staritz nicht leicht. „Wir hatten kaum zusammenhängende Druschtage. Es gab immer wieder einzelne Schauer und mitunter bewölkte ­Tage, an denen die Bestände kaum abtrockneten.“ Die dank Biogas­anlage bestehende Möglichkeit, Getreide zu trocknen, habe man häufig in Anspruch genommen. Trotz widriger Witterung konnte man die Ernte im üblichen Zeitrahmen abschließen.

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