Jubiläum und Stalleinweihung

20.11.2015

© Masterrind

Der neue Vermarktungsstall erhöht die Aufnahmekapazität der EU-Sammelstelle um rund 100 Tierplätze.

Die Zukunft stand zur Diskussion; über den richtigen Weg war man sich alles andere als einig. Schon im Dezember 1989 hatte die Leitung des Volkseigenen Kombinates Tierzucht in Paretz Vertreter aus der ganzen DDR eingeladen, um über die weitere Entwicklung der Körperschaft zu beraten. Zur Debatte stand, das Kombinat zwar umzuwandeln, aber die zentralistische Organisation über ganz Ostdeutschland beizubehalten. Das allerdings lehnten die Züchter aus den drei sächsischen Bezirken ab: Nach westdeutschem Vorbild und in Tradition der Sächsischen Herdbuch-Gesellschaft hatten sie die Gründung eines eigenständigen Zuchtverbandes ins Auge gefasst. Am 11. Mai 1990 wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Mit Konstituierung des Sächsischen Rinderzuchtverbandes (SRV) entstand der erste Rinderzuchtverband auf dem Boden der DDR nach der Wende.


Auch wenn die Entwicklungen der letzten Jahre doch wieder zu größeren organisatorischen Einheiten führten – die damalige Gründung eines sächsischen Verbandes hält im Rückblick auch der heutige Vorsitzende des SRV, Dieter Schlunke, für den richtigen Schritt. „Es ging darum, erst einmal die eigene Identität zu finden“, sagt er. „Das hatte auch mit Stolz zu tun, den eigenen Verband zu unterstützen.“ Organisatorisch wäre ein größeres Gebilde zu jener Zeit ebenfalls schwierig aufzubauen gewesen: „Das Zusammenwachsen war schon auf Landesebene ein gewaltiger Schritt.“


Dass der SRV trotz teils schwieriger Startvoraussetzungen auf eine Erfolgsgeschichte verweisen kann, steht für Schlunke wie auch für Cord Höltje, Geschäftsführer des SRV wie auch der Tochtergesellschaft Masterrind GmbH, außer Frage. Dafür spricht nicht nur die stabile Zahl von rund 1 100 Mitgliedern. Einen Blick auf Situation und Stand sollen Mitglieder und andere interessierte Gäste während eines Tages der offenen Tür am 3. Dezember in Meißen werfen können. Anlass liefert indes nicht nur das 25-jährige Bestehen des Verbandes, sondern auch die Einweihung des neuen Vermarktungsstalles in der Schlettaer Straße, den der SRV bauen ließ und an Masterrind verpachtet hat.  Entstanden ist das neue Objekt, das die bestehende EU-Sammelstelle ergänzt, anstelle des letzten verbliebenen Bullenstalls am Standort.  Mit rund 100 Tierplätzen sind die bestehenden Kapazitäten des Vermarktungszentrums der Masterrind GmbH zwar nicht ganz verdoppelt, aber deutlich vergrößert worden.


Für die Erweiterung gibt es gute Gründe, wie Geschäftsführer Höltje erklärt: „Die Stückzahlen im Handel mit Zucht- und Nutzvieh sind erheblich gestiegen, über das Vermarktungszentrum werden inzwischen über 20 000 Tiere jährlich gesammelt und gehandelt.“ Vor zehn Jahren seien es nur knapp 5 000 Tiere gewesen, die in Sachsen vermarktet wurden. In dieser Größenordnung bewegen sich heute allein die Zahlen für den Export.


Diese Entwicklung belegt aus Schlunkes Sicht, dass auch die Entscheidung des SRV, Ende 2006 mit den Partnern von der Rinderproduktion Niedersachsen (RPN) und der Zuchtrindererzeugergemeinschaft Hannover (ZEH) das gemeinsame Tochterunternehmen Masterrind zu gründen, richtig war. Denn im gemeinsamen Unternehmen sei sichergestellt, dass ein breites Spektrum an Dienstleistungen bereitgehalten wird – bis hin zu unkomplizierten Möglichkeiten des Zukaufs oder der Vermarktung von Tieren.  


Gemeinsam mit den niedersächsischen Partnern,  zu denen vor zwei Jahren noch die Weser-Ems-Union dazugestoßen ist, will sich der SRV auch seinen Zukunftsaufgaben stellen. In züchterischer Hinsicht zählt dazu die stärkere Fokussierung auf Sekundärmerkmale mithilfe der genomischen Selektion und das gezieltere Arbeiten mit der weiblichen Nachzucht. Im Mittelpunkt stünde längst nicht mehr in dem Maße wie früher die Leistung, wSchlunke und Höltje erklären, sondern ein Mix aus Eigenschaften, die perspektivisch „die problemlose Kuh“ auszeichnen.

 

Tag der offenen Tür am 3. Dezember von 14 bis 17 Uhr im Vermarktungszentrum der Masterrind GmbH, Schlettaer Straße 8, Meißen,  mit Führungen über das Betriebsgelände, Präsentationen von Nachzuchten sowie verschiedenen Fleischrindrassen, Jungzüchtercafé

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