Internationale Grüne Woche

17.01.2013

 

 

Die Natur leistet ihren Beitrag, der Züchter mit geübtem Blick den seinen. „Den Teil, den man selbst zu guten Zuchtergebnissen beitragen kann, versuchen wir bestmöglich zu erbringen“, sagt Uwe Heinz. Und das macht der Landwirt aus Rottmannsdorf bei Zwickau mit einigem Erfolg: Seit Jahren kommen Spitzentiere der Fleischrindrasse Angus von seinem Hof. Mehrere seiner Zuchtbullen und -kühe errangen bei Bundesschauen und anderen Wettbewerben den Siegertitel oder gingen als Reservesieger aus dem Ring. 1998 und 2002 stellte Uwe Heinz die beste Kuh bei der Bundesfleischrindschau auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. „Das war bisher die höchste Sprosse auf der Leiter“, freut er sich noch heute über die hohe Anerkennung seines Betriebes.


Rasse passt zum Standort


Zwar gibt es die Bundesfleischrindschau auf der IGW nicht mehr. Doch bei der Jungrinder-Angus-Bundesschau am 22. Januar auf der Grünen Woche ist Uwe Heinz wieder mit zwei Tieren vertreten. Die beiden Färsen stellen sich in Berlin unter insgesamt 90 Tieren dem Vergleich. „Wie wir dort abschneiden werden? Das kann man vorher nie wissen“, meint der 56-Jährige. Die Konkurrenz sei stark, schließlich präsentierten sich dort ausschließlich Spitzenbetriebe.

Seit 1990 existiert der Landwirtschaftsbetrieb Heinz. Sein Vater Dieter hatte sich entschlossen, wieder auf eigener Scholle zu wirtschaften. Noch im gleichen Jahr kaufte er 20 tragende Anguskühe aus Bayern. „Mein Vater hatte sich kundig gemacht, welche Rasse am besten geeignet ist“, erzählt Uwe Heinz, der den Betrieb 1998 übernahm. Die Charaktereigenschaften, die Fleischqualität, die Hornlosigkeit und Mittelrahmigkeit der Rasse sprachen für Angus. „Das passt am besten zu uns und unseren Bedingungen im Erzgebirgsvorland“ sagt er. Von Anfang an setzte die Familie auf rote Angusrinder. „Die haben uns am besten gefallen.“ Derzeit bewirtschaftet der Hof 260 ha, davon 70 ha Grünland, hält 90 Angus-Mutterkühe mit Nachzucht sowie 50 Schweine. Auf 15 bis 20 ha wächst jährlich Feldfutter. „Der Rest wird mit Getreide bestellt“, so Uwe Heinz.

Schon früh begann der Betrieb, seine Rinder selbst zu schlachten und zu vermarkten. Die Qualität des Fleisches kam bei den Kunden an. Schritt für Schritt wuchsen der Kundenkreis, der Absatz und die Produktion. Ein eigenes Schlachthaus wurde aufgebaut. Die Söhne Karel (32), ein gelernter Landwirt, und Michael (30), Fleischermeister, stiegen mit ein. Ehefrau Heidrun (56) ist ebenfalls im Betrieb beschäftigt. Sie kümmert sich um die Vermarktung und die Buchhaltung. Auch die beiden Schwiegertöchter Nadine und Andra, beide berufstätig, stehen, wenn nötig, helfend zur Seite. Einmal pro Woche wird geschlachtet. Verkauft werden auf Bestellung in erster Linie vakuumverpackte Mischpakete Angus-Beef mit fünf Kilogramm Inhalt – Braten, Roulade, Gulasch, Hack, Steaks, Kochfleisch, Beinscheiben sowie Knochen. Auch selbst verarbeitete Produkte vom Schwein aus eigener Haltung bietet Familie Heinz an. Sogar aus Chemnitz und Plauen kommen die Kunden, die ihre bestellte Ware freitags im Hofladen abholen können. Auf die Fleischqualität schwört Uwe Heinz: „Genetisch bedingt kommt vom Angus das beste Rindfleisch, das man in Deutschland haben kann“, ist er überzeugt. „Es ist kurzfaserig und hat eine wunderbare Marmorierung.“ Auch die Bedingungen auf dem eigenen Hof tragen dazu bei: „Wir schlachten stressfrei direkt am Hof, das Fleisch wird elf Tage lang im Reiferaum abgehangen, und unsere Rinder werden in der Regel im Alter zwischen zwölf und fünfzehn Monaten geschlachtet.“


 

Regelmäßig auf Schauen vertreten


Doch neben der Direktvermarktung des Angusfleisches spielt für den Familienbetrieb auch die Zucht eine große Rolle. Und das von Beginn an, als Dieter Heinz noch den Betrieb führte. Seinem Vater stecke das Züchten im Blut, sagt Uwe Heinz. Das gelte sowohl für seine Tauben als auch für die Rinder. Beim Kauf eines Zuchtbullen in der Anfangszeit des Betriebes habe man einen guten Griff gemacht, sagt der Landwirt. „Das hat uns einen großen Schritt voran gebracht.“ Schon 1995 gab es bei einer Angus-Schau einen Reservesieg mit einer Zuchtkuh. Immer wieder sammelten Dieter und Uwe Heinz Ehrenschleifen für herausragende Tiere. Und noch immer ist der Senior, der in diesem Jahr 80 wird, in züchterischen Fragen ein guter Ratgeber.

Dem Rassetyp entsprechende Rinder mit einer hohen Fleischqualität zu züchten, ist das Ziel von Uwe Heinz. „Es gibt inzwischen auch Bestrebungen, das Zuchtziel hin zu größeren Tieren zu verändern“, erzählt er. Dem mittelrahmigen Tier wollte er aber weiter den Vorzug geben. „Für unsere Region und unsere Ansprüche als Betrieb ist das am besten geeignet.“ Dementsprechend werden Zuchttiere zugekauft und wird bei der künstlichen Besamung Sperma nationaler und internationaler Spitzenbullen eingesetzt. Auch mit dem Embryonentransfer hat der Züchter Erfahrungen gesammelt. 20 bis 25 Kühe des Bestandes sind für die Zucht vorgesehen. Verkauft werden in erster Linie Färsen sowie jährlich im Schnitt fünf Zuchtbullen.

Regelmäßig ist der Zuchtbetrieb Heinz auch auf überregionalen Schauen präsent. Den letzten großen Titel holte man 2005 mit dem Bullen Glen, der zur Jubiläumsschau in Verden Reservesieger wurde. Dass man als anerkannter Zuchtbetrieb auch bei der 1. Jungrinder-Angus-Bundesschau dabei ist, sei selbstverständlich, sagt Uwe Heinz, der als Beiratsmitglied im Bundesverband der Anguszüchter den Freistaat Sachsen vertritt. „Bei einer solchen Schau ist mit viel fachlich interessiertem Publikum auch aus dem Ausland zu rechnen“, fügt er hinzu. „Eine gute Plattform, die man nutzen sollte.“   

 

Karsten Bär

 

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