Innovationspreis

11.03.2013

 

 

Ihre Zahl ist groß, ihr Fleiß ist sprichwörtlich – doch ihre Bedeutung wird gemeinhin oft unterschätzt. Honigbienen gelten als die drittwichtigsten Nutztiere, denn Landwirtschaft und Naturhaushalt profitieren gleichermaßen von den emsigen Insekten, mit denen es – die steigende Zahl an Imkern und gemeldeten Völkern beweist es – seit wenigen Jahren in Sachsen wieder bergauf geht. Ein Zeichen für die Honigbiene – und für Menschen, die sich um sie verdient machen – ist dieser Tage in der Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Plauen gesetzt worden. Im Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft ist der Imkerverein Adorf/Vogtland und Umgebung e. V. mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Verbunden ist diese Ehrung mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro, das die Volks- und Raiffeisenbank (VR-Bank) Hof eG stiftet. „Die Jury hat nie eine leichte Arbeit. Sie muss unter verschiedenen Betriebsformen und -größen mit den unterschiedlichsten Primärprodukten denjenigen wählen, der den Preis am meisten verdient hat“, sagte Andrea Kern von der VR-Bank Hof in ihrer Laudatio anlässlich der Preisverleihung. „Der Innovationspreis geht in diesem Jahr nicht an einen landwirtschaftlichen Betrieb sondern an einen Verein, der aber unverzichtbarer Teil der Landwirtschaft ist.“


 

Mitgliederzahl steigt


Schon seit 1906 besteht der Imkerverein Adorf/Vogtland und Umgebung. Höhen und Tiefen prägten diese Zeit. 63 Mitglieder hielten Ende der siebziger Jahre 888 Völker. Doch nach der Wende ging es zunächst einmal bergab. 2001 war der Tiefpunkt erreicht: Nur noch 13 Mitglieder waren aktiv. Dieser Zustand ist nunmehr überwunden: 35 Mitglieder betreuen derzeit 200 Völker. Ein Ergebnis guter Öffentlichkeitsarbeit, die der Verein mit „Bienenfleiß” betreibt, und von der nicht nur er selbst profitiert. „Vielen Menschen ist die Bedeutung der Honigbiene gar nicht mehr bewusst“, so Andrea Kern. „Das Kernstück bildet die Bestäubungsleistung. Im Obstanbau ist die Biene unentbehrlich, bei vielen anderen Kulturpflanzen sichert sie lukrative Mehrerträge. Beispielsweise beim Winterraps, dort sind Mehrerträge zwischen 15 und

30 % möglich, ohne jeglichen Mehraufwand.“

Um die Wechselwirkung zwischen Landwirtschaft und Imkerei auch den zukünftigen Landwirten näher zu bringen, bringe sich der Verein in den Lehrplan der Fachschule Plauen ein und gestalte acht Stunden Unterricht sowie einen Praxistag. Darüber hinaus werde bereits Kindern anschaulich Wissen vermittelt, äußerte die Laudatorin anerkennend.

Vor allem letzterer Punkt habe der Jury besonders imponiert, erklärt dessen Mitglied Jonny Ansorge, Bürgermeister der Stadt Pausa-Mühltroff. Das dar­aus resultierende Wachstum der Mitgliederzahl wurde ebenfalls positiv bewertet. Zugleich habe man mit der Preisverleihung dem Umstand wertschätzen wollen, dass sich der Imkerverein als Partner der Landwirtschaft verstehe, der für ein gutes Miteinander zwischen Agrarbetrieben und Imkern eintrete.

Außer dem Imkerverein Adorf/Vogtland und Umgebung wurden unter den elf Bewerbern um den Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft 2013 drei weitere gesondert gewürdigt.

Den Ehrenpreis des Landratsamtes Vogtlandkreis erhielt die Agrofarm 2000 GmbH, Eichigt. Der Betrieb bewirtschaftet mit allen verbundenen Unternehmen, zu denen auch eines im nahen Tschechien gehört,  rund 4 000 ha mit einem hohen Grünlandanteil von über 30 % und produziert vor allem Milch. Gut ausgebildete Mitarbeiter und ein hoher Stellenwert der Ausbildung kennzeichnen die Agrofarm. Auf verschiedene Weise wird dem Umweltschutz Rechnung getragen. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft hat sich der Ehrenpreisträger verdient gemacht.

Mit der Straußenfarm Amali von Bernd und Franziska Schmidt aus Gettengrün erhielt ein Familienbetrieb den Ehrenpreis der Stadt Plauen. 2008 gegründet, hat dieser Betrieb innerhalb kurzer Zeit seinen Bestand auf 90 Tiere ausgebaut, in Unterstände und Gehege sowie eine EU-zertifizierte Schlacht- und Zerlegeeinrichtung investiert. Im eigenen Hofladen werden die selbsterzeugten Straußenprodukte vermarktet.

Das große Engagement und die gute Öffentlichkeitsarbeit des Pferdezuchtbetriebes Henry Heckel aus Lengenfeld wurden mit dem Sonderpreis des Sächsischen Städte- und Gemeinde-tages, Kreisverband Vogtland, gewürdigt. Der Betrieb befasst sich einerseits mit der Pferdezucht, andererseits mit der Pensionspferdehaltung. Seit der Gründung im Jahr 1990 wurde viel investiert, unter anderem in eine Reithalle, Reitplätze und Stallanlagen. Auch die Lehrlingsausbildung hat einen großen Stellenwert: 22 Pferdewirte haben bei Henry Heckel ihre Ausbildung absolviert. Der Betriebsleiter ist zudem Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Lengenfeld, der mit 240 Mitgliedern einer der größte Vereine dieser Art in Sachsen ist, und engagiert sich als Turnierleiter für den in Zwickau ausgetragenen  1. Großen Preis von Sachsen.


Jährlich ausgelobt


Der Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft wird von der VR-Bank Hof, dem Absolventenverein der landwirtschaftlichen Fachschule Plauen und der LfULG-Außenstelle Plauen jährlich ausgelobt und vergeben. Ausgezeichnet werden landwirtschaftliche Betriebe und Vereine, die sich durch innovative Ansätze für eine wettbewerbs- und zukunftsfähige Landwirtschaft stark machen.    

 

Karsten Bär


 

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