Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft

02.03.2018

© Andreas Ranacher, LfULG

Nach der Preisverleihung: Steffen Janke und Ronny Seidl (Agrargenossenschaft Bobenneukirchen), VR-Bank-Vorstand Jürgen Handke und der Bobenneukirchener Daniel Höring (hintere Reihe v. l.) sowie Phillip Weinitzke und Heiko Hölzel, (Marienhöher Milchproduktion) sowie Geraldine Ritter und Andre Philipp vom Ponysportverein Wenigenauma (vorn, v. l.).

Ohne ihn ist Landwirtschaft nicht möglich – Boden ist von unschätzbarem Wert.  Bei der  Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH lässt man dem wichtigsten Produktionsmittel des Landwirts aus diesem Grund seit einigen Jahren eine Sonderbehandlung zukommen. Mit einem neuen Anbausystem setzt man auf die Förderung eines intakten Bodenlebens und den raschen Aufbau von Humus. Gesunder Boden ist die Grundlage für gesunde Pflanzen – und für eine nachhaltige und umweltgerechte Landwirtschaft, ist man in dem Betrieb überzeugt, der für die Einführung dieses Anbausystems vergangene Woche mit dem „Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft 2018“ ausgezeichnet worden ist.

 

Herkömmliche Systeme stoßen an Grenzen


Dass sich ein Landwirtschaftsbetrieb, der vor allem für seine Tierproduktion und starke Direktvermarktung bekannt ist, so intensiv um seinen Pflanzenbau Gedanken macht, hat gute Gründe, wie Jürgen Handke, Vorstandsvorsitzender der preisstiftenden VR-Bank Bayreuth-Hof, bei der Preisverleihung in seiner Laudatio deutlich machte. Denn nach Meinung der Führungskräfte der Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH stoßen die herkömmlichen Anbausysteme allmählich an Grenzen: Der öffentliche und politische Druck auf Pflanzenschutzmittel steige, die Resistenzen nähmen zu, die Humusgehalte ließen sich nicht erhöhen und Wetterextreme würden häufiger auftreten. Eine Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung hätte indes auch keine Verbesserung bewirkt, glaubte man in der Betriebsführung. „Pflügen, intensives Striegeln und Humusaufbau passen nicht zusammen, da sind sich die Akteure im Unternehmen einig“, so Handke in der Laudatio. „Deshalb versuchen sie auf eine ganz besondere Art, den Problemen entgegenzuwirken.“


Die Waldkirchener setzen auf das komplexe Anbausystem „Regenerative Landwirtschaft“, das in Deutschland bisher wenig bekannt ist und fachlich durchaus auch kritisch diskutiert wird. Durch eine sehr abwechslungsreiche Fruchtfolge, Unter- und Beisaaten, Mischkultur- und Zwischenfruchtanbau sowie minimale Bodenbearbeitung soll es das Bodenleben fördern. Unterstützt wird dies durch eine andere Herangehensweise an die Düngung und die Verwendung bestimmter Methoden zur Vitalisierung der Pflanzen, wie „Kompost-Tee“ und effektive Mikroorganismen. Es habe auch Rückschläge und ebenso kritische Diskussionen mit Berufskollegen gegeben, doch aus Sicht der Waldkirchener Landwirte hat das Anbausystem relativ schnell Effekte auf den Boden gezeigt.  


„Diesem unternehmerischen Mut kann man nur Respekt zollen und weiterhin viel Erfolg wünschen“, gratulierte Jürgen Handke dem Agrarbetrieb zur Verleihung des Innovationspreises.


Mit dem Ehrenpreis des vogtländischen Landrates wurde darüber hinaus die Agrargenossenschaft Bobenneukirchen für ihre innovative und nachhaltige Betriebsentwicklung, den besonders gelungenen Generationswechsel, ihre Mitarbeiterführung und ihr Betriebsklima ausgezeichnet. Der Betrieb wirtschaftet auf fast drei Viertel seiner Flächen im Trinkwasserschutzgebiet und ist Mitglied der „Umweltallianz Sachsen“, ist mehrfach für tiergerechte Haltung seiner Rinder ausgezeichnet worden, hat mit Partnern aus der Industrie eine Klimaanlage für den Kälberstall entwickelt und zeichnet sich durch das konsequente Heranziehen junger Fachkräfte an Führungsaufgaben aus.

 

Verein sorgt für attraktives Dorfleben


Den Sonderpreis des Sächsischen Städte- und Gemeindetages erhielt der Ponysportverein Wenigen­auma e.V. aus Mühltroff-Pausa OT Langenbach für sein vielseitiges, aktives Vereinsleben, Traditionserhaltung, Jugendarbeit, überre­gionale touristische und sportliche Ausstrahlung, sowie den Kulturerhalt im ländlichen Raum und ein attraktives Dorfleben.


Für sein Engagement in der Zucht und dem Erhalt unterschiedlichster Kartoffelsorten erhielt Steffen Janke aus Schönberg den Ehrenpreis der Stadt Plauen.


Insgesamt waren neun Kandidaten für den „Innovationspreis Vogtländische Landwirtschaft 2018“ nominiert worden. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird alljährlich durch die VR Bank Bayreuth-Hof gestiftet und von einer Jury unter Leitung der Informations- und Servicestelle Plauen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) vergeben.

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