Hohes Niveau

06.08.2015

© LFULG

Ein Teil der Absolventen nahm kürzlich im Beisein von Vertretern verschiedener beteiligter Institutionen die Zeugnisse entgegen.

Nur groß und kräftig sein – das reicht nicht mehr. „Diese Zeiten sind längst vorbei“, meint Bodo Hirsemann entschieden. Im Beruf des Klauenpflegers werde immer mehr auch theoretischer Hintergrund gebraucht. „Es gibt viele, die Klauenpflege anbieten“, meint der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Klauenpfleger eG Sachsen. „Aber die haben mitunter auch ihre eigenen Methoden.“ Worauf es ankommt, sei jedoch Fachwissen  auf praktischer wie auf theoretischer Ebene.


Vermittelt wird dieses Wissen seit 2011 nach bundeseinheitlichen Vorgaben. Doch angeboten wird eine entsprechende Fortbildung freilich nicht überall: Wer Geprüfter Klauenpfleger werden will, ist in Sachsen an der richtigen Adresse. Nur hier und in Niedersachsen besteht in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, den Abschluss zu erwerben. Getan haben das zuletzt zehn junge Männer, zur einen Hälfte aus Sachsen, zur anderen aus ­Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Kürzlich nahm ein Teil von ihnen in ­einer kleinen feierlichen Runde in der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Pillnitz die Zeugnisse entgegen. „Ein gutes Gesamtergebnis“ konnte Prof. Dr. Michael Klunker, der an der HTW die Professur „Grundlagen der Tierzüchtung“ bekleidet und  zugleich Vorsitzender des Klauenpfleger-Prüfungsausschusses sowie Dozent in der Fortbildung ist, für den Absolventenjahrgang konstatieren.


Was auch für das hohe Ausbildungsniveau spricht, das zu halten und weiter auszubauen sei, wie Klunker erklärte. Schließlich würden auch die Anforderungen weiter steigen und sich nicht mehr nur auf das Handwerk beschränken. Mehr und mehr werde der Klauenpfleger in Zusammenarbeit mit Landwirt und Tierarzt auch beratend tätig sein. „Eine Lahmheit kostet den Milcherzeuger zwischen 350 und 600 Euro“, verdeutlichte  der Wissenschaftler. „Bei den aktuellen Milchpreisen eine Riesenbelastung, die es zu vermeiden gilt!“ Doch nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht ist die vom Klauenpfleger sichergestellte Klauengesundheit der Milchkühe bedeutsam. „Das Tierwohl spielt bekanntlich eine immer größere Rolle“, erinnerte Klunker. Darüber hinaus sei Tiergesundheit auch eine Voraussetzung für die Erzeugung gesunder Lebensmittel für den Verbraucher. An der Bedeutung des Berufes des Klauenpflegers könne es demzufolge keinen Zweifel geben.


Während die Prüfung für den Abschluss unter der Regie der beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) angesiedelten Zuständigen Stelle stattfindet, wird der Vorbereitungskurs von der Genossenschaft Klauenpflege Sachsen angeboten. 510 Stunden theoretische und praktische Unterweisung beinhaltet der Fortbildungskurs, der inzwischen zum fünften Mal – und zum dritten Mal nach der bundesweit geltenden Verordnung  – stattfand. Das Angebot sei wohl auch der Grund dafür, dass die Genossenschaft Klauenpfleger Sachsen bislang keine Probleme mit der Gewinnung von Nachwuchs hat, wie Vorstandsvorsitzender Hirsemann glaubt – auch wenn in den kommenden Jahren acht Kollegen altersbedingt ausscheiden werden. „Eine Lücke, die man erst mal wieder füllen muss!“, so Hirsemann. Drei der Absolventen dieses Jahrgangs werden die Reihen der in Lohmen ansässige Genossenschaft jetzt verstärken. Insgesamt sind es 67 Klauenpfleger, die auf Basis regionaler Zuständigkeit in Sachsen, Südbrandenburg und Ostthüringen rund 400 Betriebe betreuen.


Zu denen, die nunmehr für die Genossenschaft tätig sein werden, zählt auch der beste Teilnehmer der Prüfungen dieses Jahres: Uwe Guttmann schloss glatt mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,0 ab.

 

Als bester Teilnehmer erwies sich in den Prüfungen Uwe Guttmann, der einen Gesamtdurchschnitt von 1,0 erreichte.

Foto: Karsten Bär

 

 

 

 

 

Wobei der 36-Jährige zu jenen gehört, die als Quereinsteiger zum Fach fanden. Sein als Klauenpfleger tätiger Onkel habe ihn auf den Beruf aufmerksam gemacht, so der gelernte Maler, der Gefallen daran fand. Künftig wird er im Raum Chemnitz Betriebe betreuen. „Endlich!“, lässt er keinen Zweifel daran, dass ihm der neue Beruf Freude bereitet.

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