Gute Haltung ausgezeichnet

01.07.2014

© Karsten Bär

Als Betrieb der ausgezeichneten Schafhaltung weist die Stalltafel den Milchschafhof Görne aus, die Minister Kupfer kürzlich an Wolfgang Görne übergab.

Der Milchschafhof Görne aus dem Bennewitzer Ortsteil Pausitz ist der erste Preisträger des Landeswettbewerbes „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2013/14“, der für gute Haltungsbedingungen ausgezeichnet wurde. Kürzlich wurde dem Betriebsinhaber Wolfgang Görne durch Agrarminister Frank Kupfer die Stalltafel überreicht, die den Milchschafhof als „Betrieb der ausgezeichneten Haltung“ ausweist. Den Rahmen für die Auszeichnung lieferte ein Besuch von Schülern der Diesterweg-Grundschule Wurzen, die den Betrieb besichtigte und sich hier aus erster Hand über Landwirtschaft und Tierhaltung informierte.

Vorbehalten entgegenwirken

Der Milchschafhof Görne hält 72 Ostfriesische Milchschafe, die eine Jahresleistung zwischen 400 und 700 Litern pro Tier erbringen. Die erzeugte Milch wird im Betrieb zu Käse und anderen Milchprodukten verarbeitet, die ebenso wie die Fleischprodukte komplett selbst vermarktet werden. Der Verkauf erfolgt sowohl im eigenen Hofladen als auch in Verkaufswagen auf Märkten und Hoffesten. Das Futter für den Schafbestand produziert der Milchschafhof nahezu vollständig selbst. Bewirtschaftet werden insgesamt 25 ha Fläche, auf denen auf 21 ha Getreide und auf zwei Hektar Feldgras angebaut werden. Hinzu kommen zwei Hektar Wiese sowie zwei Hektar Fläche auf dem Damm der Mulde, wo im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung Deichpflege betrieben wird.

Der Betrieb erfülle die Anforderungen an eine tiergerechte und umweltverträgliche Tierhaltung in vorbildlicher Weise, Betreuung und Haltung der Tiere würden hohen Ansprüchen gerecht, erklärte Dr. Gerald Thalheim, Bereichsleiter Ware/Agrar beim Genossenschaftsverband, der den Landeswettbewerb im Auftrag des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) ausrichtet. Positiv von der Jury gewertet wurde auch die eigene Futterproduktion sowie der Umstand, dass der Milchschafhof mit einem jährlichen Hoffest und Aktionen wie Schulklassenbesuchen Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft leistet. Darüber hinaus hat sich Betriebsleiter Wolfgang Görne auch um die Verbreitung der Milchschafhaltung und –zucht in Sachsen verdient gemacht.

Minister Kupfer zeigte sich während der Auszeichnung angetan von den Bedingungen auf dem Betrieb. Der Wettbewerb wolle die Leistungen der Halter für das Tierwohl würdigen und gesellschaftlichen Vorbehalten, die oft aus Unkenntnis resultierten, entgegenwirken. Der Milchschafhof Görne sei ein Beispiel dafür, dass artgerechte Tierhaltung und Wirtschaftlichkeit sehr wohl vereinbar seien. „Es ist wichtig, dies auch öffentlich zu zeigen“, so Kupfer. „Dazu dient dieser Wettbewerb.“

Am Landeswettbewerb 2013/14 haben sich insgesamt 17 Betriebe in den Kategorien Schweine (sieben Betriebe), Milchschafe (zwei Betriebe), Milchziegen (drei Betriebe) und Mastgeflügel (fünf Betriebe) beteiligt. In den vergangenen Wochen sind die Wettbewerbsteilnehmer von einer vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) berufenen Bewertungskommission besucht worden. Die Überprüfungen der teilnehmenden Mastgeflügelhalter, die in der Regel erst vor Kurzem neu eingestallt haben, laufen noch.

Fokus liegt auf dem Tierwohl

Bei der Bewertung der Betriebe spielten in erster Linie Aspekte des Tier- und Umweltschutzes eine Rolle, jedoch auch beispielsweise Fragen nach der Einbindung in die Region. Unabdingbar ist es, dass keine Verstöße gegen Verordnungen und Bestimmungen vorliegen. Jeder Betrieb, der die Wettbewerbskriterien erfüllt, wird ausgezeichnet. Darüber hinaus ist für jede Kategorie ein Sieger zu bestimmen.

In der Schweinehaltung wurde zum Wettbewerbssieger die Agrargenossenschaft Doberschütz gekürt. Erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen haben darüber hinaus der Landwirtschaftsbetrieb Gunter Ilscher in Niederau, OT Ockrilla (2. Platz), die Seifersbacher Marktfrucht GmbH, die Agrargenossenschaft Bauda, der Landwirtschaftsbetrieb Carsten Müller aus Diera-Zehren, OT Wölkisch, die Agrargenossenschaft Heideland Beckwitz Agrarprodukte GmbH Budissa in Niederkaina (jeweils 3. Platz).

Sieger in der Kategorie Milchschafe wurde die Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH.

Als bester Teilnehmer der Kategorie Milchziegen ging die Hofkäserei Meißgeier aus Langenbach aus dem Wettbewerb. Jeweils auf dem zweiten Platz rangierten der Ziegenhof Winter aus St. Egidien, OT Kuhschnappel, und der Ziegenhof Lauterbach aus dem gleichnamigen Ortsteil von Stolpen.

Die offiziellen Auszeichnungen der Wettbewerbsteilnehmer erfolgen in den kommenden Wochen und Monaten in der Regel im Zusammenhang mit öffentlichen Anlässen wie Hoffesten oder Besuchen von Schulklassen. 

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