Gülle: Grüne fordern mehr Kontrolle

22.08.2014

© Sabine Rübensaat

Organische Düngemittel in den Nährstoffkreislauf einzubringen gehört zur üblichen landwirtschaftlichen Praxis.

Organische Düngemittel aus niederländischen Tierhaltungsbetrieben werden in geringem Umfang auch nach Sachsen importiert und zur Düngung landwirtschaftlicher Flächen verwendet. Dies geht aus einer Antwort des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Gisela Kallenbach (Bündnis90/Die Grünen) hervor.

Stichprobenartige Untersuchungen

Auf Grundlage von dünge- und veterinärrechtlichen Vorgaben sei beispielsweise im Jahr 2012 eine Menge von 1 495 t Frischmasse Geflügeltrockenkot gemeldet worden, die ihren Weg aus den Niederlanden in den Freistaat fand und überwiegend im Landkreis Nordsachsen zum Einsatz kam. Für das Jahr 2014 seien bisher 200 t Frischmasse Geflügelgülle gemeldet worden, die ins Vogtland geliefert wurden. Keine Meldungen liegen für das Jahr 2013 vor. Untersucht würden die importierten organischen Düngemittel, wie andere Dünger auch, im Rahmen stichprobenartiger und anlassbezogener Überprüfungen zur Inverkehrbringung von Düngemitteln. Ihre Ausbringung werde im Rahmen von Cross-Compliance-Kontrollen und anlassbezogenen Fachrechtskontrollen überprüft.

Die Grünen-Abgeordnete nimmt diese Tatsachen zum Anlass, den „regelmäßigen Gülleimport aus den Niederlanden“ als „fragwürdige Praxis für Boden, Wasser und Menschen“  zu bezeichnen und der Staatsregierung Sorg- und Interessenlosigkeit vorzuwerfen. Sie forderte die Staatsregierung und das Agrarministerium auf, „wenigstens auf eine ordentliche Kontrolle zu achten“ sowie herauszufinden, auf welchen Flächen die Gülle verbracht wird. „Wir haben bereits jetzt Probleme mit dem Anstieg von Nitrat in Boden und Wasser sowie mit antibiotikaresistenten Keimen aus der Massentierhaltung“, so Kallenbach.

Ausbringung in Bilanzen dokumentiert

Angesichts eines geringen Tierbesatzes in Sachsen von etwa 0,5 GV/ha sieht hingegen der CDU-Landtagsabgeordnete und Landwirt Georg-Ludwig von Breitenbuch „überhaupt kein Problem“ darin, organische Düngemittel aus den Niederlanden im Freistaat aufzunehmen. Dies würde von den Landwirten in Düngebilanzen dokumentiert und bei Stichproben im Rahmen der Agrarkontrollen geprüft. Zusätzliche Kontrollen würden zu mehr Verwaltungsaufwand und Bürokratie führen.

Es sei ein absolut üblicher Vorgang, Gülle wie auch Mist im Nährstoffkreislauf auf Feldern auszubringen, so von Breitenbuch weiter. „Gegen die Bauern abzuleiten, hier ginge etwas nicht mit rechten Dingen zu, ist unerhört und wohl der generell negativen Sicht der Grünen auf die sächsische Landwirtschaft geschuldet“, empört sich der Abgeordnete. Es sei böswillig,  den Landwirten zu unterstellen, sie hätten kein Interesse und kein Bewusstsein für ihre Felder und Böden.

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