Grünes Abitur mit Nachwuchssorgen

28.01.2014

© Constanze Lenk

Kooperation besiegelt: Fachschulleiter Gerd Alscher (l.) und Kreisjagdverbandsvorsitzender Ulrich Köhler bei der Vertragsunterzeichnung.

Sachsens Jäger suchen Nachwuchs, doch jungen Leuten fehlt – trotz bestehenden Interesses – oft die Zeit, den Jagdschein abzulegen. Um den Weg zum Erwerb des „Grünen Abiturs“ künftig zu erleichtern, unterzeichneten Ulrich Köhler, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Freiberg, und Gerd Alscher, Schulleiter des Fachschulzentrums Freiberg-Zug, einen Vertrag über eine künftig engere Kooperation.

Die Vereinbarung beinhaltet, dass in Zusammenarbeit beider Partner an der Fachschule Jägerkurse im Fortbildungsbereich angeboten werden. „Unsere Fachschulausbildung wird sich mehr mit dem Thema Jagd beschäftigen. Wir sind die ersten, die das anbieten können“, sagte Fachschullehrer Kai Pönitz. Er ist Landwirt im Nebenerwerb und zugleich Jäger und weiß um die Nachwuchssorgen. „Wir wollen mit unserem Angebot junge Landwirte, vor allem unsere Fachschüler und Absolventen, zur Jagd bringen. Mit drei Fachlehrern an unserem Haus, die selbst Jäger sind, können wir durch unsere Lehrtätigkeit wichtige Impulse geben. Für die Jagdausbildung gibt es hier also beste Voraussetzungen“, so Kai Pönitz.

Das Thema Jagd ist jedoch nicht ganz neu an der Fachschule. Denn im kommenden Mai werden hier bereits zum dritten Mal Jägerprüfungen stattfinden. „Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Kreisjagdverband Freiberg wird nun durch die Kooperation gebündelt“, erklärte Schulleiter Gerd Alscher. Der theoretische Teil der künftigen Jägerkurse wird an der Schule durch Referenten des Fachschulzentrums sowie aus der Jägerschaft gelehrt. Der praktische Teil wird über den Kreisjagdverband angeboten. Ein Kurs dauert dabei etwa ein Dreivierteljahr.

Vor allem auf Interesse aus den Reihen der Landwirte hofft Ulrich Köhler. „Die Ausbildung ist offen für alle. Aber besonders die Landwirte wollen wir als Jäger gewinnen und sie für das Schwarzwild sensibilisieren, damit sie künftig bei Wildschäden selbst handeln können“, so der Vorsitzende des Kreisjagdverbands.

„Den Jagdschein im Rahmen einer Fortbildung zu erwerben, halte ich für eine gute Idee“, lobte der bei der Vertragsunterzeichnung ebenfalls anwesende Vizepräsident des Sächsischen Landesbauernverbandes Gunther Zschommler, der selbst Landwirt und Jäger ist. „Jagd ist nicht nur das Schießen von Wild. Sie ist auch gleichzeitig Hege. Landwirte, die einen Jagdschein besitzen, haben meist auch einen anderen Blickwinkel auf das Wild und die Aufgaben der Jäger. Und Wildfleisch ist ein biologisches Produkt und hochwertiges Lebensmittel, auf das wir nicht verzichten sollten.“

Der erste Jägerkurs nach dem neuen Modell wurde bereits im vergangenen Oktober mit zwölf Teilnehmern gestartet. Mit den Unterschriften auf dem Kooperationsvertrag ist jetzt auch auf dem Papier alles perfekt, um einen Beitrag zur Gewinnung engagierten Nachwuchses für die Jägerschaft zu leisten.

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