Grüne Woche: Ländertag in der Sachsenhalle

23.01.2015

© Karsten Bär

Am Stand des Direktvermarkterverbandes ließ der Schönberger Geflügelhof Weber von seinen Spezialitäten kosten.

Hier ein Häppchen, da ein Schlückchen – Thomas Schmidt wusste, was auf ihn zukommt. „Mit der Diät fange ich erst morgen an“, scherzte der Agrarminister, bevor er am Montag beim traditionellen Ländertag auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) zum Rundgang durch die Sachsenhalle aufbrach.

 

Insgesamt 34 Aussteller aus dem Freistaat – Unternehmen der Ernährungswirtschaft und Verbände – sowie weitere Partner präsentierten sich dort dem Messepublikum, unter ihnen auch einige kleinere Produzenten aus der Landwirtschaft. Etwa der Schönberger Geflügelhof Weber, der sich am Stand des Verbandes Direktvermarktung in Sachsen mit seinen Produkten präsentierte. Mit Spezialitäten wie geräucherter Gänsebrust – „etwas richtig Delikates“, wie Christian Weber betont – hoffe man auch, unter dem Messepublikum neue Bestellkunden für die Onlinevermarktung zu gewinnen. „Man trifft hier viele Leute, auch aus der eigenen Region, und lernt sich zu präsentieren“, nannte der Juniorchef des Unternehmens, der zugleich Vorsitzender des Verbandes ist, weitere Beweggründe, auf der IGW Flagge zu zeigen. Über Mangel an Interesse konnte er nicht klagen. Viele Messebesucher kämen gezielt an den Stand, um sich über die Art und Weise der Erzeugung zu informieren.

 

Mit Käsespezialitäten aus eigener Erzeugung unterstützte die Krabat-Milchwelt aus Wittichenau nicht nur die Oberlausitz als diesjährige Partnerregion des sächsischen Messeauftritts, sondern vertrat am Ländertag zugleich auch jene Erzeuger, die sich in der Initiative „Die Lausitz schmeckt“ zusammengeschlossen haben. Zwar setze man bei der Direktvermarktung eher auf Kundschaft in der eigenen Region, sagt Geschäftsführer Tobias Kockert. Doch es sei ihm wichtig, die Oberlausitz zu präsentieren und anhand kulinarischer Genüsse zu zeigen, dass die Gegend einiges zu bieten hat. Nicht zuletzt gehe es für ihn auch um die Außenwirkung des Berufsstandes: „Als Landwirt leiste ich hier Öffentlichkeitsarbeit.“

 

Den sächsischen Auftritt in Berlin prägten jedoch neben einigen kleineren Ausstellern und den Tourismusverbänden vor allem die größeren Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Die Branche hat Angaben des Agrarministeriums zufolge in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Entwicklung hinter sich gebracht und zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Freistaat. Gezählt werden aktuell 366 Unternehmen mit 19 900 Beschäftigten, die 2014 einen Umsatz von 6,5 Mrd. Euro erwirtschafteten, etwa die Hälfte davon in der Milchverarbeitung. Hinzu kommen mehr als

 

1.800 handwerkliche Bäckereien und Fleischereien, die als Handwerksbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten nicht in der Statistik erfasst sind.

 

 

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