Grünland

05.06.2018

© Wolfgang Böhnert, LfULG

Ungenutzt bleibende Teilbereiche auf Grünland sind der Biodiversität zuträglich. Dies berücksichtigt jetzt auch die Förderung.

Sie bieten Insekten Rückzugsmöglichkeiten, helfen Vögeln, Säugetieren und  Amphibien Lebensraum und Nahrung zu finden: Ungenutzte Grünlandflächen können für die Artenvielfalt enorme Wirkungen entfalten. Diesem Umstand trägt der Freistaat Sachsen ab diesem Jahr bei der Förderung von Grünlandmaßnahmen Rechnung. Bei mehreren Maßnahmen der Richtlinie „Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUK/2015)“  ist es nun wahlweise möglich, den Aufwuchs auf einer kleineren Teilfläche ungenutzt zu lassen – ohne dass dies negative Auswirkungen auf die Förderung hat. „Wir möchten, dass diese Möglichkeit von möglichst vielen Bewirtschaftern genutzt wird“, so Anja Koch vom Referat Landschaftspflege des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).


Konkret besteht die Möglichkeit für die Grünlandmaßnahmen GL1 (Artenreiches Grünland mit ergebnisorientierter Honorierung), GL2 (Biotoppflegemahd mit Erschwernis) und GL5 a) bis d) (Spezielle artenschutzgerechte Grünlandnutzung mit verschiedenen Mahdterminen und Nutzungspausen). Bis zu 10 % des geförderten Schlages können ungemäht bleiben. Seitens des LfULG wird jedoch eine kleinere Fläche empfohlen, die möglichst mit bloßem Auge als kleiner als 10 % des Schlages erkennbar ist. Als Mindestbreite werden drei Meter angeraten. Welcher Flächenteil ungenutzt bleibt, kann frei gewählt werden. Der Rand des Schlages muss jedoch gemäht werden. Der Bewirtschafter kann ebenfalls selbst entscheiden, wie lange die Teilfläche ungenutzt bleibt – nur für eine Mahd, für mehrere Mahdtermine oder gleich überjährig. Letzteres ist für den Artenschutz in der Regel die beste Variante, da der ungemähte Pflanzenaufwuchs dann auch unter anderem Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten bietet. Ratsam sei es jedoch, die ungenutzte Fläche jährlich rotieren zu lassen, damit kein Gehölz aufwächst, erklärt Anja Koch. Sind auf dem geförderten Grünlandschlag bestimmte Arten heimisch, die eventuell  besondere Ansprüche haben, kann unter Umständen eine Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde hilfreich sein.


Die betreffenden Grünlandmaßnahmen werden in Sachsen relativ umfangreich in Anspruch genommen. Maßnahme GL1 wurde 2017 für knapp 23.300 ha beantragt, GL2 für ca. 3.000 ha und die Maßnahmen GL5 a) bis d) auf insgesamt rund 19.500 ha. Viel Potenzial also für zusätzliche Lebens- und Rückzugsräume von Insekten und anderen Tierarten.


Weitere Informationen:
Fachliche Empfehlungen zum Belassen der ungenutzten Bereiche: https://www.bit.ly/2s7wAVJ


Informationen zur RL AUK/2015:
https://www.smul.sachsen.de/foerderung/3313.htm 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr