Glyphosat im Visier

26.01.2016

© Sabine Rübensaat

Der Einsatz von Herbiziden, insbesondere der Wirkstoffe Glyphosat und Clomazone, in der sächsischen Landwirtschaft wird von den Landtagsfraktionen der Grünen und der Linken kritisch betrachtet.

Die Landtagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke wollen den Einsatz der Wirkstoffe Glyphosat und Clomazone in der sächsischen Landwirtschaft reduzieren und haben hierzu gemeinsam einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. Nach einer Sachverständigen-Anhörung im Landtag sehen sie sich in ihrer Position bestätigt.

 

Schärfere Kontrollen angestrebt

 

Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln seien zu stark an den Studien der Chemieindustrie ausgerichtet, kritisierte die agrarpolitische Sprecherin der Linken, Kathrin Kagelmann. Es müsse intensiver geprüft werden, ob unter realistischen Bedingungen durch Kombination oder Kumulation der Stoffe Gefährdungen entstehen. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Wolfram Günther, warf der konventionellen Landwirtschaft vor, Alternativen  zum Totalherbizid-Einsatz etwa im Rahmen der pfluglosen Bodenbearbeitung zu vernachlässigen.  Ökobetriebe seien zudem nur unzureichend vor Abdrift von Spritzmitteln von konventionell bewirtschafteten Betrieben geschützt. Günther sprach sich für eine „Pestizidabgabe“ aus, die zur Schaffung von Anreizen für Betriebe eingesetzt werden solle, die ohne derartige Pflanzenschutzmittel arbeiten.

 

In ihrem Antrag fordern die Grünen- und die Linksfraktionen ein strengeres Kontroll- und Monitoringsystem für die Wirkungen, Anwendung und Austräge von Glyphosat und anderen Wirkstoffen. Zudem sollte stärker an Alternativen gearbeitet werden. Der Ökolandbau sei hier beispielsgebend, so Kagelmann.

 

Mehr Sachlichkeit gefordert

 

Demgegenüber forderte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Andreas Heinz, „mehr Sachlichkeit und weniger Ideologie“ in der Debatte um Glyphosat. Er verwies auf die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung, das bei sachgerechter Anwendung keine Gefährdung von Mensch oder Tier durch das Mittel sieht. Gleichwohl plädierte er für eine maßvolle und den Bestimmungen entsprechende Anwendung von Glyphosat.

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