Geflügelpest in sächsischem Nutzgeflügelbestand

08.02.2017

Puten © Sabine Rübensaat

Nach dem Auftreten der Geflügelpest in einer Putenmastanlage in Rackwitz (Landkreis Nordsachsen) ist auf Anordnung der zuständigen Behörde bis Mitte vergangener Woche der gesamte Bestand getötet und  in die Tierkörperbeseitigungsanlagen verbracht worden. Nach Angaben des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) und des Landratsamtes Nordsachsen betraf dies 6500 Tiere.

 

In dem Bestand waren am 30. Januar mehr als 250 tote Puten festgestellt worden. Am Tag darauf wurde durch die Landesuntersuchungsanstalt das hochpathogene Geflügelpestvirus H5 nachgewiesen. Der Standort der Mastanlage liegt innerhalb eines Sperrbezirkes, der nach dem Fund einer nachweislich mit Geflügelpest infizierten Reiherente eingerichtet worden war. Noch am Freitag zuvor hatten  Mitarbeiter des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes im Bestand 60 amtliche Proben genommen, die ein negatives Ergebnis brachten. Wie das Virus in den Putenbestand gelangte, ist allerdings noch unklar. Dem Vernehmen nach waren dem Auftreten der Geflügelpest in Rackwitz andere Bestände in der Umgebung mit negativem Ergebnis untersucht worden. Auch weitere Standorte mit Geflügelhaltung des betroffenen Agrarbetriebes seien den Untersuchungen zufolge nicht betroffen. Als Risikofaktor für Puten und Wassergeflügel, die in Ställen gehalten werden, gilt die regelmäßig zu erneuernde Einstreu.

 

Die auf amtliche Anordnung getöteten und entsorgten Bio-Puten waren 18 Wochen alt und standen kurz vor der Schlachtung. Die Kosten für die Tötung der Tiere werden über die Tierseuchenkasse reguliert, wie Dr. Gunther Drobisch, Geschäftsführer des Sächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes erklärt. Für den wirtschaftlichen Verlust wird ebenfalls eine Entschädigung gezahlt. Laut Tiergesundheitsgesetz gibt es hierbei jedoch eine Deckelung. Bei Geflügel dürfen demnach pro Einzeltier nicht mehr als 50 Euro gezahlt werden. Drobisch verweist darauf, dass die Möglichkeit eines Versicherungsschutzes gegen Tierverluste besteht, die im Falle von Verlusten, die potenziell höher ausfallen können, sinnvoll sein kann.

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