Freistaat baut Stall im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch

24.06.2014

© Karsten Bär

Der Milchkuhstall, durch den LVG-Leiter Ondrej Kunze (l.) Minister Kupfer führte, ist fast 60 Jahre alt und soll ersetzt werden.

Der Freistaat Sachsen wird  im Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch einen neuen Stall für die rund 200 Milchkühe des Betriebes errichten. Die neue „Lehrwerkstatt Milchkuhhaltung“ soll Altställe ersetzen, die aus den Jahren 1957 und 1998 stammen, und sowohl die Haltungs- und Produktionsbedingungen verbessern, als auch bessere Voraussetzungen für die Ausbildung schaffen. Der Presse und der Öffentlichkeit wurde das Projekt vergangene Woche vor Ort im staatseigenen LVG im Beisein von Agrarminister Frank Kupfer und dem Präsidenten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Norbert Eichkorn, vorgestellt.

Gründe für den Neubau gibt es genug. Die drei Altgebäude seien mit erheblichen Defiziten verbunden, teilweise verschlissen und entsprechen zum Teil auch nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, verdeutlichte Ondrej Kunze. „Sie bieten nur noch eingeschränkte Möglichkeiten einer praxis- und zukunftsorientierten Aus- und Weiterbildung und weisen ungünstige arbeitswirtschaftliche Bedingungen auf“, so der Leiter des LVG. Dies betreffe auch den 1998 gebauten Laufstall, der Schwachstellen unter anderem beim Stallklima oder beim Gülle- und Entmistungsmanagement hat. Der Stall soll im Zuge des Neubaus zum Jungviehstall umgewidmet werden. Abgerissen werden hingegen die beiden Altställe aus dem Jahr 1957. „Die sind arbeitswirtschaftlich nicht mehr vermittelbar“, betonte Kunze.

Das neue Gebäude soll ein freitragender Außenklimastall werden, in dem sich klimatisierte Arbeits- und Funktionsräume befinden. Das Dach wird wärmegedämmt, eine spezielle Lüftungsvorrichtung soll das Stallklima optimieren. Das Gebäude wird eine Breite von 60 Metern und eine Länge von 75 Metern aufweisen. Grund für dieses eher ungewöhnliche Format ist die Notwendigkeit, für Demonstrations- und Ausbildungszwecke die Palette der in der Praxis möglichen Haltungs- und Melkvarianten unter einem Dach abzubilden. So werden unter anderem sowohl ein Melkroboter als auch ein Fischgräten- und ein Side-by-Side-Melkstand integriert.

Nicht nur Ausbildung und Demonstration geben Prämissen für die Ausgestaltung der Lehrwerkstatt vor. Auch mit Blick auf die angewandte Forschung muss das Gebäude gewisse Anforderungen erfüllen. Dies alles wird den Stall prägen, wodurch er als Ganzes nicht als beispielhafte Lösung für die Praxis angesehen werden kann, wohl aber Details und Varianten in ihrer praktischen Anwendung demonstriert.

Im Zuge des für 2015 avisierten Stallneubaus und des Umbaus des alten Laufstalls werden auch eine Siloanlage mit drei Kammern, ein Güllelager mit 5 000 m3 Kapazität und eine Strohlagerhalle entstehen. Das Gesamtvorhaben ist mit
4,75 Mio. Euro Investitionskosten, davon 2,1 Mio. Euro für die Lehrwerkstatt Milchkuhhaltung, veranschlagt. Finanziert wird die Summe zu 60 % aus Fördermitteln des Bundesinstituts für berufliche Bildung und zu 40 % aus Landesmitteln.

Minister Kupfer verwies darauf, dass seit 1992 rund 24 Mio. Euro in das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch investiert wurden, um beste Voraussetzungen für Ausbildung, Lehre und Forschung zu schaffen. Die nun geplante Investition zeige, dass man weiterhin zum Standort stehe und auch künftig optimale Bedingungen bieten wolle. Jährlich absolvieren im LVG rund 1 500 Auszubildende aus Sachsen und Brandenburg Teile ihrer Ausbildung. Hinzu kommen zahlreiche Weiterbildungen für Landwirte.    

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