Freiberger Fachschüler bei Agrolympics

03.12.2015

© FSZ Freiberg-Zug

Agrolympics in Ettelbruck.

Kürzlich fanden auf Initiative des Agrarbildungsnetzwerkes „Europea International“ und des gastgebenden Verbandes Europea Luxemburg in Ettelbruck/Luxemburg die ersten „Agrolympics“ statt. Der Name deutet es bereits an: „Agro­lympics“ sind eine Mischung aus einem anspruchsvollen Berufswettbewerb in verschiedenen landwirtschaftlichen Disziplinen und dem olympischen Gedanken, Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern im Rahmen eines beruflichen Wettstreites zusammenzubringen.

 

 

Vier Fachschüler aus Freiberg-Zug bildeten bei den „Agro­l­ympics“ im luxemburgischen Ettelsbruck das deutsche Team.

 

 

 

 

 

 

 

Können bewiesen


Zu den zweitägigen Wettbewerben traten 20 Teams aus 17 verschiedenen Ländern an. Neben zwei Gastgebermannschaften waren u. a. Teams aus Finnland, Estland, Schweden, Österreich, Serbien, Rumänien und Spanien vertreten. Das deutsche Team bestand aus vier angehenden Betriebswirten für Agrarwirtschaft vom Fachschulzentrum Freiberg-Zug in Sachsen. Da die Schulsysteme in den Ländern unterschiedlich sind, schwankte das Alter der Teilnehmer von 16 bis 29 Jahre.


Ebenso wie die Schulsysteme unterscheiden sich auch die Schwerpunkte der Landwirtschaft und der landwirtschaftlichen Ausbildung. Dem wurde durch die Vielfalt der Wettbewerbe Rechnung getragen. An 18 Stationen mussten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen. Im straffen Zeittakt, pro Station 15 Minuten plus fünf Minuten Zeit für Erklärungen, kämpften die Teams um den Sieg. Fachwissen war vor allem beim Abdrehen der Sämaschine bzw. bei der Düngerberechnung gefragt. Beim Bau einer Wasserleitung sowie beim Zusammenbau eines Motors wurden handwerkliche Fähigkeiten benötigt. Geschicklichkeit wurde beim Stapeln von Kartoffelkisten und beim Rückwärtsschieben eines Hängers erwartet. Kraft und Körpereinsatz erforderten die Stationen Apfelsaft pressen und Holz spalten. Eine gute Organisationsfähigkeit war vor allem bei der De- und Montage von Grubberscharen gefragt. An allen Stationen stand aber der Teamgeist an vorderer Stelle. Ohne diesen ließ sich kein gutes Resultat erzielen.

 

Fortsetzung geplant


Bewertet wurden an jeder Station die entsprechend gute Arbeitsqualität und die benötigte Zeit. So schaffte es das polnische Team, in 15 Minuten 89 Strohballen zu stapeln, die Niederländer ermelkten in fünf Minuten 16,64 l Milch, und die Tschechen schafften es, in 15 Minuten 1 077 Mauersteine zu bewegen. Die Deutschen erkämpften sich bei den 18 Teildisziplinen einen Einzelsieg im Geschicklichkeitsfahren und wurden an vier Stationen Vizemeister. In der Gesamtwertung schlossen sie mit einem hervorragenden 6. Platz ab. „AGROlympiasieger“ wurde ein Team der luxemburgischen Gastgeber.
Neben dem Wettbewerb gab es für alle Teilnehmer ausreichend Gelegenheit zum regen Austausch untereinander, neben Händen und Füßen war hier natürlich ein gutes Englisch gefragt. Die Zuger Fachschüler schätzten diese Tage als unvergessliches und nachhaltiges Erlebnis ein.


Parallel zu den „Agrolympics“ fand in Luxemburg die Europea-Herbsttagung statt. Dort wurden Vorschläge für neue länderübergreifende Projekte diskutiert, Best-Practice-Beispiele aus der Luxemburger Landwirtschaftsschule präsentiert und auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine neue Satzung besprochen und beschlossen. Darüber hinaus besuchten die Tagungsteilnehmer die Agrolympics. Im Anschluss wurde diskutiert, dass man diesen europäischen Berufswettbewerb im kommenden oder übernächsten Jahr fortsetzen sollte. Alle Landesverbände sind jetzt aufgerufen, die Möglichkeiten und Kapazitäten dafür zu prüfen und sich als Ausrichter der 2. Agrolympics 2016 bzw. 2017 zu bewerben.

 

Extra-Wissen
Europea International ist eine Vereinigung für die Entwicklung der Berufsbildung in der grünen Branche Europas. Derzeit gehören 21 nationale Netzwerke mit über 1 000 Schulen und Institutionen der Vereinigung an. Ziel der Zusammenarbeit ist der Austausch von Erfahrungen unter den europäischen Partnern ­sowie die Interessenvertretung gegenüber den europäischen Institutionen.www.europea.org

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