Forschung und Praxis vernetzt

26.05.2016

© Carmen Rudolph

Beim Rundgang auf der Innovationsschau informierten sich Minister Schmidt und Messechef Michael Kynast unter anderem bei Dr. Johann Rumpler (Mitte) über den von ihm entwickelten Kompakternter.

Traktoren und landwirtschaftliche Großgeräte gehören nicht unbedingt zum Straßenbild am Chemnitzer Südring. Das könnte sich künftig zumindest zeitweise ändern, wenn die Exponate für das „Innovationsforum Landwirtschaft“ anrollen. Die vom sächsischen Landwirtschaftsministerium unterstützte Veranstaltung, die nun alle zwei Jahre auf dem Messegelände der Industriestadt stattfinden soll, erlebte am 19. und 20. Mai ihre Premiere.


Beim Auftakt diskutierten an den zwei Tagen rund 300 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in verschiedenen Workshops und bei einem Netzwerktreffen über aktuelle Herausforderungen in der Landwirtschaft. Neben Themen wie Preci­sion Farming und Landwirtschaft 4.0 ging es dabei um das Spannungsgefüge zwischen ökonomischen Zwängen bei der Tierproduktion und Erwartungen der Verbraucher sowie um die Absicherung eines qualifizierten Berufsnachwuchses für den zunehmend durch Digitalisierung und Automatisierung geprägten Agrarbereich. Parallel fand die Abschlussveranstaltung des Innovationsforums SpreuStroh statt. In diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt hat der Verein AgroSax e. V. gemeinsam mit Partnern aus dem gesamten Bundesgebiet untersucht, wie Spreu gemeinsam mit Stroh zu wertschöpfenden Produkten verarbeitet werden kann.


53 Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentierten in einer Innovationsschau ihre Neu- und Weiterentwicklungen für Pflanzenbau und Tierhaltung. Dazu gehörten ein besonders schonender Pflege- und Behandlungsstand für Rinder, der weltweit erste mobile Soja-Toaster,  ein drohnengestütztes System zum Auffinden von Meliorationsanlagen oder ein Plantagenroboter mit dieselelektrischem Antrieb.


Ein Höhepunkt am Eröffnungsabend des Innovationsforums war die Übergabe von Förderstipendien an Nachwuchswissenschaftler. Die Initiative dazu ging von Prof. Dr. Alexander Starke von der Medizinischen Tierklinik der Universität Leipzig aus. „Ziel ist es, mehr Studierende im Bereich Veterinärmedizin und junge Tierärzte für die Nutztierhaltung und die Lebensmittelverarbeitung zu gewinnen. Hier werden gut ausgebildete junge Leute dringend gebraucht“, erläutert der auf Rinderkrankheiten spezialisierte Wissenschaftler gegenüber der BauernZeitung.

 

Die eingeladenen Experten aus Wissenschaft und Praxis blieben bei der Premiere zum Innovationsforum Landwirtschaft noch weitgehend unter sich. Dennoch zeigten sich viele Teilnehmer zufrieden.  „Wir starten im Ministerium gegenwärtig eine Offensive, um Wissenschaft und Wirtschaft besser zu vernetzen und dabei verstärkt auch innovative Leistungen sächsischer Akteure in der Öffentlichkeit bekannt zu machen“, kündigte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt  bei der Eröffnung an. Zur besseren Vernetzung leistete der Auftakt zur Veranstaltungsreihe zweifellos einen Beitrag. Gelegenheit für eine stärkere Betonung der Außenwirkung bietet dann die zweite Auflage des Innovationsforums Landwirtschaft im Frühjahr 2018.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr