Förderkulissen in der Kritik

25.04.2014

© Sabine Rübensaat

Schafherde auf der Weide

In den vergangenen Wochen war es ein heiß diskutiertes Thema: Die Förderkulissen für das im kommenden Jahr beginnende Agrar-Umwelt-Programm haben unter Landwirten für erheblichen Unmut gesorgt. Auf Flächen, die bislang mit Rindern beweidet wurden, solle künftig nur noch die Beweidung mit Schafen förderfähig sein, die Aufteilung der Gebietskulissen sei unpraktikabel – diese und andere Punkte wurden kritisiert.

Nachfragen der BauernZeitung beim Agrarministerium ergaben: Kritik und Einwände hat man dort durchaus erwartet, Korrekturen sind dem Ministerium zufolge jedoch möglich. Mit dem neuen Förderprogramm habe man Neuland betreten: Wurden bislang Festlegungen in erster Linie im persönlichen Gespräch zwischen Behörden und Landwirt getroffen, setze man nunmehr auf die Steuerung über georeferenzierte Flächenkulissen, erklärt Dr. Thomas Gröger. „Ein Systemwechsel“, betont der Leiter des Referats Landschaftspflege, Förderung Naturschutz und Klima und räumt ein, dass dies mit Startschwierigkeiten verbunden sei. „Die Gebietskulissen für die einzelnen Maßnahmen wurden auf Grundlage einer sogenannten Fachkulisse erstellt“, erklärt er. „Diese basiert auf Fachplanungen des Naturschutzes, Kartierungen sowie der Auswertung der flächenbezogenen Förderziele der laufenden Förderperiode.“ Die Übersetzung der Fach- in die Förderkulisse erfolgte computergestützt – was durchaus zu Ergebnissen führen konnte, die mit den realen Gegebenheiten kollidieren.

Was jedoch Gröger zufolge nicht in Stein gemeißelt ist. So könnten beispielsweise Schlag- und Kulissengrenzen über die Software auf der Antrags-CD mittels Korrekturpunktsetzung vom Landwirt selbst in Übereinstimmung gebracht werden, was anschließend geprüft und berücksichtigt werde. Entsprechende Anleitungen lägen der CD-Rom bei. Hinweise und Einwände, die darüber hinausgehen, könnten schriftlich an die Außenstellen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie eingereicht werden. Berechtigte Einwände fänden mit Sicherheit Berücksichtigung, so Gröger, der hofft, dass auf diese Weise möglichst viele Fehlerquellen vor dem „Scharfschalten“ des Förderprogramms im kommenden Jahr ausgeräumt werden. Zu rechnen sei ohnehin damit, dass die Förderkulissen nicht starr gelten werden, sondern – Bestandsmaßnahmen ausgenommen – fortgeschrieben und korrigiert würden.

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