Fachschüler im Dialog mit den Verbrauchern

21.03.2018

© Karsten Bär

Beim Europäischen Bauernmarkt brachten sie im Projekt „#bauerloyal“ Wissen über die Landwirtschaft an den Mann und an die Frau: Die Plauener Fachschüler mit Lehrerin Jana Brückner und Schulleiter Dr. Thomas Luther (3.v.r.).

So eng kommen Erzeuger und Verbraucher selten zusammen: 36.500 Besucher zählte man in diesem Jahr beim Europäischen Bauernmarkt in Plauen, der alljährlich vom Verein Vogtländischer Bauernmarkt mit Unterstützung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), des Vogtlandkreises und der Stadt Plauen sowie des Möbelcenters Biller veranstaltet wird. Den erwartbar großen Besucheransturm haben Schüler der aktuellen Wirtschafterklasse an der  Fachschule für Landwirtschaft Plauen genutzt, um mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Das Ziel der Aktion, die sie „#bauerloyal“ genannt haben: Das in der öffentlichen Wahrnehmung nicht selten ziemlich schräge Bild der modernen Landwirtschaft mit fachkundigem Wissen wieder gerade rücken.


Mit einem eigenen Stand waren die Fachschüler vom 3. bis 10. März in der Veranstaltungshalle des Möbelhauses Biller zwischen den 70 Anbietern aus elf europäischen Ländern vertreten, um gezielt Besucher anzusprechen. Ihr Motto: „Wir verkaufen nichts – wir verschenken Wissen“. Und zwar Wissen über die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft, über die Arbeiten, die zur Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln und Rohstoffen nötig sind, über Tierschutz, ökologische Land­wirtschaft, Ernährungssicherung, Naturschutz, Förderung, Glyphosat, Arzneimitteleinsatz, Gülle, Milchtankstellen. Vor allem am Wochenende habe man viele Gespräche führen können. Spaß habe es auf jeden Fall gemacht, erzählen die jungen Landwirtinnen und Landwirte; und sie würden es auch gern wieder tun.


Dennoch ist ihre Mission keine einfache gewesen. Denn manche der Gesprächspartner seien so fest von ihrer Meinung überzeugt gewesen, dass jedes Argument von ihnen abprallte. „Eine Frau sagte: Bringen Sie den jungen Landwirten mal bei, wie man richtig düngt“, erinnert sich Jana Brücker, die als Fachschullehrerin das Projekt begleitete und ebenfalls am Stand war. Dass so etwas zur Ausbildung eines jeden Landwirts gehört, war der Dame offenbar nicht bekannt. Wichtig sei, so Jana Brückner, auch in solchen Fällen sachlich zu bleiben.


Dass mitunter falsche Vorstellungen über die Realität in der Landwirtschaft herrschen, ist jedoch nur die eine Seite. „Wir haben auch Leute hier gehabt, die sich sehr positiv über die Landwirtschaft geäußert und uns in unserem Anliegen bestärkt haben“, sagt Fachschüler Tobias Schubert. Das zeige, dass man häufiger auf diese Art mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen sollte. Bedarf an Information ist offenbar da. „Und es ist auch ein gutes Gefühl, wenn man jemandem etwas erklären und verständlich machen konnte“, sagt sein Mitschüler Chris Decker.


Die Fachschüler hatten sich unter Anleitung ihrer Lehrerinnen Bettina Dög und Jana Brückner in den Wochen und Monaten zuvor gut und intensiv auf ihren Auftritt vorbereitet. Unterstützung erhielten sie vom Gastgeber, dem Möbelhaus Biller, das den Standplatz zur Verfügung stellte. Die Initiative „Heimat braucht Bauern“ gab an einem Tag tatkräftige Hilfe am Stand. Das alles trug zum Erfolg bei.


Anerkennung fand das Projekt auch bei den Veranstaltern:  „#bauerloyal“ erhielt bei der Prämierung der beste Produkte des Marktes einen ausgezeichneten zweiten Platz.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr