EZG Milchquelle zur Milchkrise

04.05.2016

Mit einem Positionspapier hat sich die Erzeugergemeinschaft Milch „Milchquelle“ w.V. Chemnitz an die Bundes- und Landespolitik sowie den Bauernverband gewandt, um ihre „tiefste Besorgnis über die weitere Zukunft“ ihrer Milcherzeuger zum Ausdruck zu bringen und wirksame Maßnahmen zur Entlastung der existenzbedrohenden Situation zu fordern.

 

Gewinn auf Kosten der Erzeuger

 

In dem von allen 127 Mitgliedern der EZG einstimmig beschlossenen Papier heißt es, dass eine zum Quotenende noch einmal gesteigerte Produktionsmenge, ein gesättigter Milchmarkt, knallharter Wettbewerb der Handelsketten und das Russland-Embargo die Notlage für die Milcherzeuger ab Ende 2014 deutlich verschärft hätten. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahren hätten die Betriebe der EZG mit einem Milchgrundpreis von im Durchschnitt nur 30,25 ct/kg auskommen müssen, dabei Preisschwankungen von bis zu 20 ct/kg auszuhalten und wachstumsorientierte Betriebe zudem Belastungen für Quotenkauf und Superabgabe zu tragen gehabt. Der Produktionspreis für Milch liege indes im Schnitt bei rund 35 ct. „Wir Milcherzeuger machten und machen weiterhin Verluste, während der Handel und die Molkereien jährlich Gewinne in Milliardenhöhe zu verzeichnen hatten“, erklären die EZG-Mitglieder in ihrem Papier. Hinzu kämen immer neue Gesetze und Verordnungen, die die Bürokratie wachsen und die Wettbewerbsfähigkeit schwinden lassen.

 

Den DBV-Forderungen angeschlossen

 

Da sich die herkömmlichen Marktregularien wie Intervention, Exportförderung und staatliche Mengenreduzierung als untauglich erwiesen hätten, unterstütze man die Forderungen, die der Deutsche Bauernverband Anfang April veröffentlicht hat. Hierzu zählen unter anderem Liquiditätshilfen, Erleichterungen für ausstiegsbereite Milcherzeuger, Preisuntergrenzen für Milch und Milchprodukte sowie ein tatsächlich durchgesetztes Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis. Langfristig fordern die EZG-Mitglieder die Einführung einer steuerlichen Risikovorsorge sowie eine verstärkte Ausrichtung der Agrarbeihilfen auf tierhaltende Betriebe.

 

Die Betriebe der EZG „Milchquelle“ erzeugen jährlich rund 219 Mio. kg Milch.

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