Ertragsschäden bei Schweinepest (ASP)

04.08.2017

© Sabine Rübensaat

Schwarzwild gilt als Verbreiter der Afrikanischen Schweinepest. Seine Bejagung ist daher zum Schutz vor der Seuche unerlässlich.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) beunruhigt die sächsischen Schweinehalter. Eine deutliche Reduzierung der Schwarzwildbestände ist unerlässlich, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Mittlerweile sind über 50 nachgewiesene ASP-Fälle bei Wildschweinen in Tschechien registriert. Die vorgesehenen Maßnahmen bei einem ASP-Fall beinhalten Verbringungsverbote für Schweine sowie deren Schlachtkörper und Fleisch und sind daher mit großen Schäden für die betroffenen Schweinehalter verbunden.


„Es gilt jetzt, vorbeugend alle Möglichkeiten zu nutzen, um eine Einschleppung zu verhindern. Insbesondere eine deutliche Reduzierung der Schwarzwildbestände ist dafür unerlässlich“, so SLB-Präsident Vogel. Er appelliert an die zuständigen Stellen, die Schwarzwildjagd zu erleichtern und attraktiver zu machen: „Schwarzwild muss wesentlich intensiver bejagt werden. Wir erwarten von den Behörden, dass diese die erforderlichen Hilfsmittel wie Saufänge und Nachtzieltechnik sowie revier­übergreifende Drückjagden unkompliziert genehmigen und unterstützen. Außerdem fordern wir von den Landratsämtern eine gebührenfreie Trichinenuntersuchung und flächendeckende Entsorgungsangebote für den Aufbruch.“


Biosicherheit in allen Bereichen, in der Schweinehaltung und -vermarktung, bei Jagd, Transport und Reiseverkehr, ist das Gebot der Stunde, um der Einschleppung der Seuche vorzubeugen.


Für den Schutz sächsischer Hausschweinebestände vor der ASP weist die Sächsische Tierseuchenkasse auf ihrer Internetseite auf die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen entsprechend der Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung hin. Dazu gehört unter anderem, einen möglichen Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen unbedingt zu vermeiden, ob nun direkt oder über Futtermittel bzw. Einstreu. Der Personenverkehr sollte auf ein Minimum beschränkt werden. Betriebsfremde Personen dürfen den Bestand nur mit betriebseigener Schutzkleidung und Stiefeln betreten. Die Schwarz-Weiß-Trennung muss strikt eingehalten werden. Arbeitsgerätschaften und mobile Geräte dürfen nur im eigenen Bestand genutzt werden. Besondere Sorgfalt ist darauf zu verwenden, dass alle Transportfahrzeuge, die den Hof anfahren, entsprechend gereinigt und desinfiziert sind. Schlachttransportfahrzeuge sind am Schlachthof sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren.


Die Leistungen der Tierseuchenkasse sind auf den Seuchenbestand begrenzt. Zur Absicherung vor Ertragsschäden aufgrund von Vermarktungsbeschränkungen in einem Restriktionsgebiet besteht jedoch die Möglichkeit, eine Ertragsschadenversicherung abzuschließen. Da mit zunehmendem ASP-Risiko zu erwarten ist, dass solche Versicherungen bald nicht mehr gezeichnet werden können, sollten Schweinehalter zeitnah über eine Ertragsschadenversicherung nachdenken. Kontakte zu anbietenden Versicherungsunternehmen können über die Geschäftsstellen der Kreis- und Regionalbauernverbände hergestellt werden.


Kontaktdaten unter: www.slb-dresden.de

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