Ernte

12.07.2013

Erntestart in der Wintergerste (Sorte Christelle) beim Beckwitzer Familienbetrieb von Elke Neubert in Nordsachsen. © Nico Friebel/SLB

 

 

Der Ernteauftakt findet in diesem Jahr unter dem Eindruck der Starkniederschläge und des Hochwassers im Juni statt. Nach einer optimalen Herbstbestellung 2012 und dem anschließenden langen, schneereichen und sonnenscheinarmen Winter, bestand Anfang März bei Sachsens Landwirten die Hoffnung, mit der Frühjahrsbestellung rechtzeitig beginnen zu können. Ein erneuter Wintereinbruch Mitte März machte diese Hoffnung jedoch zunichte. „Die verzögerte Vegetationsentwicklung aufgrund eines erneuten Kälteeinbruchs bis Mitte April konnte durch die warmen Tage Ende April/Anfang Mai ausgeglichen werden“, sagte SLB-Präsident Wolfgang Vogel in der vorigen Woche auf einer gemeinsamen Erntepressekonferenz mit Agrarminister Frank Kupfer. Mit dem Einsetzen des Dauerregens Ende Mai/Anfang Juni, der darauffolgenden Hochwasserkatastrophe sowie zahlreichen Unwettern seien aber alle Hoffnungen auf eine gute Ernte 2013 in den betroffenen Regionen zerstört worden.  Die Starkniederschläge Anfang Juni mit mehr als 200 mm in 48 Stunden sowie eine Hochwasserwelle aus Tschechien haben in Verbindung mit historisch hohen Bodenfeuchten zu Hochwässern an zahlreichen sächsischen Flüssen geführt. Insgesamt sind im Freistaat bis zu 70 000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche geschädigt worden.


Präsident Vogel forderte die Staatsregierung auf, nun umgehend mit der Auszahlung der Soforthilfen für die Flutschäden zu beginnen: „Wir brauchen eine Soforthilfe, die die Hälfte der jeweiligen Schäden inklusive der Beräumung abdeckt. Diese Hilfe muss den Betrieben frei von Prosperitätsschwellen und Obergrenzen unbürokratisch gewährt werden.“


Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Ausweisung neuer Flutflächen setzte sich der SLB-Präsident für eine angemessene und rechtlich abgesicherte Entschädigung als Ausgleich für Wertminderung, Auflagen zur Bewirtschaftung und Ertragsverluste auf Überflutungs- bzw. ­Polderflächen ein. Hochwasserschutz, so Wolfgang Vogel, könne es nicht zum Nulltarif geben.


Der SLB-Präsident schätzt die Erntesituation wie folgt ein: „Beim Getreide werden wir nur durchschnittliche Erträge einfahren. Dies betrifft besonders die Wintergetreidearten wie Winterweizen, Wintergerste und Triticale. Bei den Sommergetreidearten werden aufgrund der schwierigen Situation im Frühjahr und des verspäteten Auflaufes Mindererträge zu erwarten sein, deren Höhe zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzbar ist.“ Bezüglich der Getreidequalitäten seien zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen möglich. Große Sorgen bereiteten den sächsischen Landwirten die gegenüber dem Vorjahr stark abgesunkenen Preise für Getreide und Ölsaaten. Ebenfalls nur durchschnittliche Erträge sind auch beim Raps zu erwarten.


Schwer abschätzbar sei laut Vogel die Maisernte. Schäden an der Futterpflanze würden aufgrund der verzögerten Bestandsentwicklung erst in einigen Wochen sichtbar. Engpässe  konstatierte Vogel bei der Futterversorgung. Ursache hierfür sei die fehlende Schnittnutzung beim Grünland. Vogel: „Der SLB hat deshalb auf seiner Homepage eine Futtermittelbörse gestartet, wo Landwirte ihre Angebote unkompliziert abgeben können. Landwirte, die vom Hochwasser geschädigt worden sind und Futterengpässe erwarten, können diese Angebote nutzen und mit den Anbietern direkt in Kontakt treten.“ SLB

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